Frida Skybäck: Teufelsring, Ein Fall für Fredrika Storm, Aus dem Schwedischen von Julia Gschwilm, Deutscher Taschenbuch Verlag, München 2026, 394 Seiten, €17,00, 978-3-423-26479-2
„Die Einsicht durchzuckte ihren Körper wie der Blitz. War es möglich, dass ihre Mutter und Mattias von derselben Person getötet worden waren? Und ging diese Person dann vielleicht davon aus, dass Mattias sein Geheimnis auch ihr erzählt hatte?“
Der einundzwanzigjährige Mattias Lindqvist wird erschlagen in der Moorlandschaft bei Vallkärra gefunden. Doch was hat dieser ruhige, hilfsbereite wie unbescholtene junge Mann mit Hörbehinderung irgendjemandem getan? Diese Frage stellen sich auch die Ermittler Fredrika Storm und Henry Calment. Tragisch an dem Fall ist, dass Mattias‘ Mutter Lena in ihrem Haus ebenfalls mit einem Hammer erschlagen wurde, da war der Sohn sechs Jahre alt und befand sich im Obergeschoss. Nie wurde diese Tat aufgeklärt, was den damaligen Ermittler bis heute beschäftigt.
Auch Mattias ältere Schwester Nadja kann nicht fassen, was ihrem Bruder geschehen ist. Auffällig ist, dass Mattias, der immer noch in seinem Elternhaus lebt, vor kurzem eine Überwachungskamera installiert hat und sich offenbar vor jemandem fürchtete. Seltsam auch, dass die Spurensicherung in Mattias‘ Haus Babywindeln entdeckten. Mit seiner Schwester hat er über diese Veränderungen in seinem doch sehr unauffälligen Privatleben nie gesprochen. Seine Freunde fand Mattias eher über Spiele im Internet. Ein Kontakt bestand vielleicht eher sporadisch zu den gleichaltrigen Nachbarsjungen Dagge und Conny und zu deren Mutter Bodil Magnusson.
Als besorgte Mutter kümmert sich Bodil laut Meinung ihres recht kühlen Mannes Torsten viel zu sehr um Dagge, der als Drogensüchtiger die Familie immer wieder um Geld bittet, sie aber auch bestohlen hat. Bodil war es auch, die sich nach dem Tod von Lena um Nadja und Mattis sorgte. Die Nachbarin hatte damals bei der Polizei ausgesagt, dass sie zeitgleich mit dem Mord an ihrer Nachbarin, Janne Persson, einen Kleinkriminellen, Lenas Lebensgefährten und Vater von Mattias mit einem Auto davonfahren sehen. Seit diesem Tag ist er spurlos verschwunden und für die Polizei der Hauptverdächtige. Später wird sich herausstellen, dass Janne weder Nadjas noch Mattias‘ Vater ist. Je mehr die Ermittler sich mit Mattias‘ Tod beschäftigen, um so öfter schauen sie auch in die Vergangenheit zurück. Warum mussten Mutter und Sohn sterben? Besteht eine Verbindung zwischen beider Tod? Als die Ermittler feststellen, dass erneut in Mattias‘ Haus eingebrochen wurde und keine Banden dahinter stecken, wird klar, dass er wohl ein Geheimnis hütete und etwas Wertvolles versteckt hatte, was er zu Geld machen wollte. In einer Anzeige findet die Polizei dann den Teufelsring, ein mittelalterliches Schmuckstück aus Gold.
Frida Skybäck erzählt eine äußerst tragische Geschichte, die sich um zwei Morde dreht, die eine Familie auseinandergerissen hat. Neben der Polizeiarbeit zieht sich wie ein roter Faden durch die Bände rund um Fredrika Storm auch das Privatleben der Ermittler. Fredrika hadert damit, dass sie zu gern Kontakt zu ihrer Mutter und Halbschwester hätte. Zeitgleich hat sie sich von ihrem Freund getrennt. Und Henry Calment betreut mit einigen Unsicherheiten erstmalig seine vierjährige Tochter und versucht hoffnungsvoll, die Kommunikation mit der Mutter zu verbessern.
Ärgerlich ist allerdings, dass man diese privaten Konflikte nur dann verstehen kann, wenn man wirklich auch alle Bände gelesen hat.
Hinweis auf Eisenblume