Pierre Martin: Madame le Commissaire und die tödliche Rallye, Knaur Verlag, 371 Seiten, €12,99, 978-3-426-52996-6
„Isabelle stellte fest, dass ihr mit fortdauernder Rallye immer neue Szenarien einfielen. Es könnte also viel Unerwartetes passieren. Und doch war Bernadette bislang kein Haar gekrümmt worden. Ob das daran lag, dass sie ihr nicht von der Seite wich, ließ sich nicht sagen.“
Madame le Commissaire ist Isabelle Bonnet, eine taffe Polizistin, die in dem Örtchen Fragolin, was alle immer wundert, arbeitet und wohnt. An ihrer Seite recherchiert der penible Brigadier Apollinaire Eustache, der auch gern im Außendienst tätig ist und vor allem für seine ausufernden Vorträge zu allen möglichen Themen, die sich nicht unbedingt auf die Provence beziehen, bekannt ist.
Pierre Martin hat mit dieser Reihe zum einen eine attraktive Hauptfigur etabliert, immerhin ist sie mit einem berühmten Schauspieler liiert, zum anderen bietet Isabelles Arbeitsumfeld, die Provence, Stoff für alle möglichen landeskundlichen Ausflüge in die Vergangenheit und Gegenwart.
Auch diesmal kann der deutsche Autor mit Pseudonym aus dem Vollen schöpfen, denn eine Oldtimer – Rallye von Avignon bis Saint – Tropez steht im Mittelpunkt der Handlung. Bei der Tour de Provence soll Isabelle für die Ehefrau eines Ministers, die sich nicht einschüchtern lassen will, undercover den Bodygard geben, denn auf Bernadette Cadiou wurden bereits Mordanschläge in Paris verübt. Isabelle, die selbst gern Motorrad fährt, ist über den Beifahrersitz in einem offenen Ferrari nicht erfreut, aber Job ist Job. Beide Frauen sind sich gleich sympathisch und da es bei dieser Rallye mit neunzehn angemeldeten Fahrzeugen nicht um einem Geschwindigkeitsrausch geht, kommt es auch zu vielen privaten Gesprächen. Zuerst vermutet Isabelle, dass Bernadette ins Fadenkreuz eines Attentäters geraten ist, weil ihr Mann in seinem Amt Kulturprojekte finanziell beschneidet. Doch dann stellt sich heraus, dass die fünfundfünfzigjährige Bernadette als Richterin gearbeitet hat und hier sieht Isabelle wohl eher ein Motiv für einen Racheakt. Zu Beginn können die beiden Frauen die Fahrt genießen, denn nur Zwischenfälle mit einem aggressiven Bauern und Konflikte mit Radsportlern stören den Verlauf der Fahrt. Doch dann findet Isabelle einen Drohbrief und eine Teilnehmerin der Rallye wird vergiftet. Die junge und lebensfrohe Roxanne Lazard hat möglicherweise aus einer Wasserflasche getrunken, die nicht für sie bestimmt war. Isabelle bleibt jedoch bis zum Ende der Rallye und hat mir ihrer Vorsicht recht, denn erneut wird auf Bernadette geschossen und nun weiß sie auch, wer von den Rallye – Teilnehmern der Täter ist und welches Motiv er hat. Aber auch nach der Rundfahrt durch die Provence lässt Isabelle der Tod der jungen Frau keine Ruhe. Sie beginnt mit erneuten Befragungen und kommt mit Apollinaires Hilfe auf die richtige Spur. Und noch ein Fall beschäftigt Madame le Commissaire und das ist der gewaltsame Tod der Verlobten ihres Ex-Freundes Rouven Mardrinac durch ein Bombenattentat.
Keine Frage, Pierre Martin ist ein routinierter Krimiautor, der temporeich seine spannende Handlung mit charismatischen Figuren vorantreibt und nebenher sehr anschaulich von französischer Lebensart und malerischen Orten berichten kann.
Ein Krimi zum Weglesen und für Fans sicher eine Freude, wenn immer wieder neue Bände erscheinen.
Ein Makel, die wirklich billig gebundene Taschenbuchausgabe, die sofort beim Aufschlagen in ihre Einzelteile zerfällt.