Paolo Riva: Commissario Luca . Stumme Zypressen, Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2025, 237 Seiten, €18,00, 978-3-455-01942-1

„Was wollte dieser Fremde? Nach wem hatte er gesucht? … Warum riskierte jemand zu sterben, indem er seinen Plan durchzog: auf dem Marktplatz seine Runden drehen, damit auch jeder mitbekam, dass er nun hier war? Der Preis muss hoch sein. Sehr hoch. Was war es?“

Im wunderschönen, fiktiven Montegiradino unweit von Siena lebt nach wie vor der völlig überqualifizierte Commissario Luca mit seiner Tochter Emma. Seit neuestem ist er mit der Ärztin Chiara liiert. Es ist heiß in der Toscana und alle wollen nur noch im Schatten sitzen und die lauen Abende nach getaner Arbeit genießen. Doch Streit bahnt sich an. Signora Agnelli hat sich einige Tiere angeschafft, die ihren Nachbarn Farnese enorm nerven. Der Hahn kräht sogar in der Nacht und das so laut, dass sogar Commissario Luca die Ohren dröhnen. Die Gänse schnattern und bewachen ihren Garten. Commissario Luca berät sich mit dem Bürgermeister, aber niemand findet eine machbare Lösung. Denn noch ein Ereignis bewegt die Bewohner des Ortes. Seit kurzem läuft ein schwarz gekleideter Mann auffällig seltsam im Ort umher und er umrundet mit düsterer, ernster Miene immer wieder den Marktplatz. Für ein Jahr hat er sich bei der neunzigjährigen Carlotta ein Zimmer genommen. Doch was kann ein Dorfpolizist schon tun, wenn ein Mann einfach nur durch die Straßen läuft? Gar nichts. Dies ändert sich, als jemand zwei von den lauten Gänsen absticht und einen harmlosen deutschen Wanderer anschießt. Jetzt kann Commissario den Fremden, der Salvatore Collina heißt, ansprechen und Erkundigungen einholen. Collinas Akte ist kaum zugänglich und offenbar hat er alle Ort in Italien mit dem Namen Montegiradino besucht. Mit der Vice-Questore Aurora Mair aus Florenz nimmt Luca nun die Ermittlungen auf. Zum Glück ist der deutsche Wanderer, dem jemand in den Rücken geschossen hat, nicht in Lebensgefahr. Das Ziel, so vermuten die Polizisten, war eher der Fremde als dieser schwarz gekleidete Deutsche in seiner Wandermontur.
Es dauert doch ziemlich lang, ehe Paolo Riva die Identität des Fremden lüftet und den Blick in seine Vergangenheit und Motive offenbart. Und natürlich lüftet er auch das Geheimnis um die toten Gänse. Wie immer spielt in dieser Krimi-Reihe um den fiktiven Ort und seine freundlichen und weniger freundlichen Einwohner die Landschaft und die Gemeinschaft eine wichtige Rolle, insbesondere auch das Privatleben des äußerst sympathischen Commissarios.

In diesem Literaturblog finden sich weitere Besprechungen zu Büchern aus der Commissario Luca – Reihe.