Miguel Silva: Die Tote von Nazaré – Ein Portugal-Krimi,TB, Aufbau Verlage, Berlin 2026, 318 Seiten, €16,00, 978-3-7466-4324-3

„Maria Portnowa hatte sich ein wunderschönes Anwesen gekauft – und nun war sie tot, genau wie ihr Geliebter Roger König. Und die Antwort trug Maren in der Tasche. Sie befand sich auf einem unscheinbaren, altmodischen Diktiergerät.“

Mitten in ihrem aktuellen Fall, sie fandet nach dem Mörder oder der Mörderin von Roger König, der verschiedene Fitnesscenter in Köln betrieb und vielleicht auch im Drogengeschäft mitmischte, gerät Hauptkommissarin Maren Berger in einen Banküberfall. Nach einem langen Krankenhausaufenthalt will sie sich in Portugal erholen. Einem nebulösen Traum folgend reist die Siebenunddreißigjährige in den Ort Nazaré, wo Touristen gerade im Winter die höchsten Wellen bewundern können. Maren flieht aber auch aus Köln, da sie nicht zugeben will, dass sie sich kaum an die letzten vier Monate erinnern kann und Schwindelanfälle sie plagen. Der Kopfschuss hat Folgen und sie bangt um ihre weitere Arbeit bei der Polizei. Doch kaum angekommen, stolpert Maren über eine Frauenleiche, die kurz gesehen auch schon wieder verschwunden ist. Nur der sympathische João Ferreira, Inspetor von der Polícia Judiciária, in Leiria glaubt Maren, die seltsamerweise einen Tag vorher mit der nun toten Frau, die eigentlich in Deutschland lebt, gesprochen hatte. Es ist die Russin Maria Portnowa, die als Krimiautorin unter dem Pseudonym Ludmilla Danzowa Bücher veröffentlicht hat. Später wird ihre Leiche gefunden. Und noch ein Toter gibt der Polizei Rätsel auf. Es ist Torsten Schremp, ein ziemlich windiger Polizist aus Köln, den Maren kennt und identifizieren kann. Da Maren sich erholen muss, möchte sie nicht in die Ermittlungen hineingezogen werden. Allerdings wird sie immer wieder in anonymen Briefen dazu auffordern, den Ort zu verlassen, was sie misstrauisch macht. Weiterhin verfolgt sie eine junge Frau, die sie jedoch nicht anspricht. Robert Klausner, Marens Vorgesetzter, will, dass Maren nach Köln zurückkehrt. Sie bittet ihn, ihr die Videoaufzeichnungen vom Banküberfall zu senden. Immer deutlicher wird, dass dieser fingierte Banküberfall, immerhin hatten die beiden Täter nicht mal Taschen dabei, nur ein Ziel hatte, sie zu töten. Und es wird noch mehrere Anschläge auf ihr Leben in Nazaré geben. Und dann wird auch noch die junge Frau, die Maren beobachtet hat, getötet und tatverdächtig ist ausgerechnet Maren. Wer steckt hinter all diesen Morden und was haben diese mit dem Kölner Kriminellen Roger König zu tun.
Sehr verzwickt und zum Teil auch zu konstruiert verbindet Migual Silva ( Hinter diesem Pseudonym verbirgt sich ein deutscher Autor und ehemaliger Verlagsleiter. ) die Geschehnisse in Köln mit dem Aufenthalt Maren Bergers in dem offenbar sehr schönen Ort Nazaré. Ausgerechnet hier lebt eine Freundin von Maren, die Pferde züchtet. Ausgerechnet hier hat auch Maria Portnowa, die mit Roger König liiert war, ein großes Haus gekauft. Viele Informationen bekommt Maren von ihrer Zwillingsschwester Lea, die als Staatsanwältin arbeitet. Und nach einem schweren Autounfall, erneut ein Mordanschlag auf Maren, lösen João Ferreira und Maren auch noch den komplizierten Fall und entdecken wer alles hinter den vier Morden stecken.