Anna Jansson: Giftgrab. Ein Kommissar – Bark – Krimi, Aus dem Schwedischen von Susanne Dahmann, blanvalet Verlag, München 2025, 480 Seiten, €13,00, 978-3-7341-1401-4
„Hatte Tom Gruvberg wirklich die Kindertagesstätte in Brand gesetzt? Wer hatte ihn dann mit einem Ziegelstein erschlagen? Und warum?“
Der Ausgangspunkt der Geschichte ist ein Fluch, der auf einer Familie lastet, und ein Mord, der sich im Mai 1945 in den Silbergruben von Bergslagen ereignete. Die siebzehnjährigen Freunde Tom Gruvberg und Vilho Björk hofften mit einer Sprengladung Dynamit auf reiche Silberbeute. Allerdings kam es zu einem Streit und plötzlich tötete der verärgerte Tom den Waldfinnen Vilho.
2021: Kommissar Kristoffer Bark leidet weiterhin an seinen epileptischen Anfällen, ist immer noch in die Psychologin Mia Berger verliebt, die allerdings nun in Stockholm lebt und er kümmert sich mit seinem Team in Hällefors um ungelöste Fälle. Ein getöteter Säugling mit einer markanten Silberkette, die mit einem seltenen Stein verziert ist, wird im Moor gefunden. Gestorben ist das Kind im Jahr 1927. Es litt an einer Silbervergiftung.
Als der alte Tom Gruvberg, der einen Rollator zum Laufen benötigt, von dem Fund hört, greift er zu seinem Elchstutzen und glaubt, dass er das Leben der Kinder in der Kita beschützen muss. Umnebelt von einer Legende und der Angst vor der Alten aus dem Schlangenteich versetzt er die Kinder und die Leiterin, Eva Sandell, und Oskar Davidsson, den Praktikanten, in Angst und Schrecken. Zum Glück kann die Polizei diesen seltsamen Überfall beenden und den aggressiven Tom ins Krankenhaus bringen. Dieser nutzt einen unbeobachteten Moment und flüchtet. Dann brennt die Kita in der Nacht lichterloh und Tom, der sich in der Nähe aufhält, wird erschlagen. Oskar, der in der Kita ab und zu geschlafen hat, kommt in den Flammen um. Ein äußerst seltsamer Fall. Die Lesenden erfahren weiterhin von einer gewissen Lydia, dass im Ort eine alte Frau namens Ester wohnt. Sie war sehr früh die Freundin von Tom. Doch was hat Lydia alles zu erzählen und warum spielt sie so eine bedeutende Rolle? Und wer ist dieses tote Mädchen aus dem Moor?
Aus Personalmangel muss Kristoffer Bark den aktuellen Fall übernehmen und er fordert Hilfe an, natürlich von Mia Berger. Die Ermittler erfahren, dass sich in der Kita die Urenkel, Zwillinge, von Tom befunden hatten. Toms Tochter Lillemor erzählt den Polizisten von ihrem Sohn Daniel, der allerdings mit seiner noch Ehefrau Molly in Scheidung lebt. Daniel hat eindeutig ein Alkoholproblem und das Gericht wird demnächst darüber entscheiden, ob Daniel die Kinder weiterhin sehen darf. Auch Molly trägt eine Silberkette, die der des toten Kindes ähnelt. Gefertigt werden diese Ketten von der eigenartigen Måna-Lisa Skog, der in der Kita gekündigt wurde, weil sie den Mädchen und Jungen kolloidales Silberwasser verabreicht hat. Die Ermittler versuchen nun, Motiven für die Morde zu erkunden. Angeblich gibt es ein Testament, dass eine Freundin von Tom bedacht hat. Als Lillemor das Testament findet, zerstört sie es, findet allerdings kaum später selbst den Tod. Auch ihr Sohn Daniel wird ermordet. Endlich erkennt die Polizei, dass jemand versucht, die Familie Gruvberg auszulöschen. Doch warum? Wer ist nun diese Lydia, die in ihrem Leben offenbar nur Leid erfahren hat?
Anna Jansson erzählt eine ausufernde, mystisch verquaste Familiengeschichte, in der dominante, unausstehliche Männer den Frauen keinen Freiraum gelassen haben und selbst schuldig geworden sind. Leider nicht der beste Krimi aus der Bark – Reihe.
In diesem Literaturblog sind weitere Kommissar – Bark – Krimis zu finden.