{"id":832,"date":"2019-06-22T11:42:22","date_gmt":"2019-06-22T09:42:22","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=832"},"modified":"2019-06-22T11:42:22","modified_gmt":"2019-06-22T09:42:22","slug":"allmen-und-die-dahlien","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/allmen-und-die-dahlien\/","title":{"rendered":"Allmen und die Dahlien"},"content":{"rendered":"<p><strong>Martin Suter: Allmen und die Dahlien. Diogenes Verlag, Z\u00fcrich 2013, 224 Seiten, \u20ac18,90, 978-3-257-06860-3<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eDie Gr\u00fcndung von Allmen International Inquiries war nicht dem Wunsch nach einer Arbeit entsprungen, sondern dem Wunsch nach einem Einkommen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Sie sind schmal, elegant und vor allem mit leichter Feder geschrieben, die B\u00fccher \u00fcber den Dandy, Kunstkenner und Privatschn\u00fcffler Johann Friedrich von Allmen. Ein Mann, der nun im Gartenhaus seiner ehemaligen Villa, die einer Treuehandfirma mittlerweile geh\u00f6rt, wohnen muss und sich trotzdem gern seine Ma\u00dfanz\u00fcge in Rom schneidern l\u00e4sst, die Lyrik von Rainer Brambach liebt und nicht nur bei seinen Weinen \u00e4u\u00dferst w\u00e4hlerisch ist. Mit sanfter Ironie, Hintersinn und viel Ruhe ist auch dieser dritte Fall ausgestattet, in dem es nur zu einem brutalen \u00dcberfall, leider auf von Allmen kommt. Allerdings stellt der eitle Ermittler fest, dass die Augenklappe, die er nun tr\u00e4gt, ihn irgendwie interessant erscheinen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Ein vor 60 Jahren gestohlenes Bild<em> \u201eDie Dahlien\u201c <\/em>von Henri Fantin-Latour, heute ein Millionenverm\u00f6gen wert, ist wieder entschwunden. Dalia Gutbauer, ebenfalls enorm reich und Besitzerin des angestaubten Z\u00fcricher Schlosshotels, in dem sie auch die vierte Etage bezogen hat, beauftragt von Allmen, sich seiner Diskretion bewusst, mit der Auffindung ihres einstigen, ebenfalls damals entwendeten Liebesgeschenkes.<\/p>\n<p>Allmen zieht auch gleich ins Hotel ein, genie\u00dft den verblichenen Charme vergangener Zeiten und ahnt mit unbehaglichem Gef\u00fchl, das nun Arbeit auf ihn zukommen k\u00f6nnte. Aber daf\u00fcr hat er seinen getreuen, stillen Carlos, den illegalen Einwanderer aus Guatemala, der f\u00fcr ihn die Recherchen \u00fcbernimmt und bei dem man sich im Fall eines Falles auch mal Geld borgen kann, denn Carlos arbeitet weiterhin als Hausmeister und G\u00e4rtner. Maria, ebenfalls eine illegale, aber ziemlich temperamentvolle Einwanderin aus Kolumbien, lebt neuerdings mit Carlos zusammen. Sie wird als Dienstm\u00e4dchen undercover ins Hotel eingeschleust und erf\u00e4hrt durch ihre freundliche Art auch gleich wichtige Details von dem Zimmerm\u00e4dchen, das f\u00fcr Dalia Gutbauers R\u00e4ume zust\u00e4ndig ist.<\/p>\n<p>Von Allmen l\u00e4sst alte Kontakte spielen, wei\u00df sich in mond\u00e4ner Gesellschaft der Aufsteiger, Blender, Schwerreichen und Parven\u00fcs zu bewegen und findet schnell heraus, das es eine zweite, sehr junge Dalia gibt, die offenbar mit einem Dahlien-Bild von Fantin-Latour beschenkt werden soll.<\/p>\n<p>Allerdings st\u00f6\u00dft der Kunstkenner und Lebemann auch im Schlosshotel auf Dauerg\u00e4ste, die alle einst eine enge Beziehung zu Dalia Gutbauer unterhielten und nun in totaler Abh\u00e4ngigkeit von ihr, fast wie Gefangene, leben.<\/p>\n<p>Dieser Allmen-Fall, und das ist ein Novum, ist nach 214 Seiten nicht gel\u00f6st. Ein Cliffhanger steigert die Neugier auf den n\u00e4chsten Band, der hoffentlich bald erscheint.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Martin Suter: Allmen und die Dahlien. 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