{"id":819,"date":"2019-06-22T11:45:25","date_gmt":"2019-06-22T09:45:25","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=819"},"modified":"2019-06-22T11:45:25","modified_gmt":"2019-06-22T09:45:25","slug":"eine-zweite-chance","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/eine-zweite-chance\/","title":{"rendered":"Eine zweite Chance"},"content":{"rendered":"<p><strong>Karin Alvtegen: Eine zweite Chance, Aus dem Schwedischen von Verena Reichel, btb, M\u00fcnchen 2013, 375 Seiten, \u20ac19,99, 978-3-442-75337-6  <\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eW\u00e4hrend er fr\u00fchst\u00fcckte, entschuldigte sich Helena wieder und wieder f\u00fcr den lausigen Stundenlohn, den sie anbieten konnte. Obwohl er versicherte, er w\u00fcrde gen\u00fcgen, fuhr sie fort, und ihm ging durch den Kopf, dass sie kein geschickter Verhandlungspartner war.&#8220; <\/em><\/p>\n<p>Helena hat sich ihren Traum von kleinen, eigenen Hotel erf\u00fcllt. Vor drei Jahren ist sie mit ihrem Ehemann Martin und der zehnj\u00e4hrigen Tochter Emilie von Stockholm nach Norrland gezogen. Aber nichts ist so gelaufen, wie erhofft. Jeden Sommer ist Helena als Kind in diesen Ort gefahren, weit fort von ihrer alkoholkranken Mutter. Durch Martin hat die stille Helena nach ihrer einsamen Kindheit zu sich gefunden. Doch nun hat sich Martin von Helenas Traum verabschiedet und ist mit einer neuen Frau nach Stockholm zur\u00fcckgegangen. Helena hat einfach nicht verstanden, dass Martin seine eigenen Visionen am neuen Ort nicht finden konnte. Nun ist sie an einem Tiefpunkt angelangt, zumal Emilie mit der Pupert\u00e4t k\u00e4mpfend offenbar sehr ungl\u00fccklich ist.<em> \u201eDie Scheidung forderte eine neue Verwandlung. Sie befand sich in einem \u00f6den \u00dcbergangsstadium. Diesmal stand sie allein da.\u201c <\/em><\/p>\n<p>nNiemand st\u00fctzt Helena, die mit ihren Geldsorgen und den noch nicht fertigen Hotelzimmern v\u00f6llig \u00fcberfordert ist. Au\u00dferdem ist sie auf die Beziehung ihrer Tochter zum Vater eifers\u00fcchtig, kann einfach nicht loslassen.<\/p>\n<p>Die zweite Hauptfigur ist Anders, der auf die 50 langsam zugeht. Ein r\u00e4tselhafter Unfall bringt den wohlhabenden Fr\u00fchrentner, der Antiquit\u00e4ten kauft, in Erkl\u00e4rungsnot. Er hat den Sinn in seinem Leben verloren. Bei all seinen Beziehungen zu Frauen hat er sich immer eine Hintert\u00fcr offen gelassen, um letztendlich nicht verbindlich werden zu m\u00fcssen. Bei seiner Suche nach einer kostbaren Gitarre gelangt er in Helenas Hotel.<\/p>\n<p>Beide Protagonisten befinden sich in einer Lebenskrise, sind sich aber auf eine unsichere Weise von Anfang an sympathisch. Anders beginnt sogar, Helena durch ein Missverst\u00e4ndnis beim Renovieren ihrer R\u00e4ume zu helfen. Eine T\u00e4tigkeit, die ihm unerwartet die Bodenhaftung wiedergibt.<\/p>\n<p>Im Ort lebt ein kompromissloser Au\u00dfenseiter. Verner, dem auch die Gitarre geh\u00f6rt, mischt sich, ohne es wirklich zu wollen, in Helenas und Anders Angelegenheiten ein und l\u00f6st einen Umdenkungsprozess bei beiden aus.<\/p>\n<p>Helena und auch Anders gelangen nach und nach zu Erkenntnissen, die ihre Vorstellungen vom Leben betreffen.<\/p>\n<p>Sie schauen zur\u00fcck und erkennen, dass sie eine zweite Chance erhalten, wenn sie ihre festgefahrenen Sichtweisen \u00e4ndern.<\/p>\n<p>Behutsam begleitet die Autorin ihre Hauptfiguren und der Leser nimmt teil, um \u00fcber eigene Entscheidungen irgendwann im Laufe der Lekt\u00fcre vielleicht unterbewusst nachzudenken<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Karin Alvtegen: Eine zweite Chance, Aus dem Schwedischen von Verena Reichel, btb, M\u00fcnchen 2013, 375 Seiten, \u20ac19,99, 978-3-442-75337-6 \u201eW\u00e4hrend er fr\u00fchst\u00fcckte, entschuldigte sich Helena wieder und wieder f\u00fcr den lausigen Stundenlohn, den sie anbieten konnte. 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