{"id":689,"date":"2019-06-22T12:16:38","date_gmt":"2019-06-22T10:16:38","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=689"},"modified":"2019-06-22T12:16:38","modified_gmt":"2019-06-22T10:16:38","slug":"abschied-von-opa","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/abschied-von-opa\/","title":{"rendered":"Abschied von Opa"},"content":{"rendered":"<p><strong>Peter Dickinson, Daniela Chudzinski (Ill.): Abschied von Opa, Aus dem Englischen von Henning Ahrens, Carlsen Verlag, Hamburg 2012, 171 Seiten, \u20ac12,90, 978-3-551-55416-1<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eAber wenn Opa nicht mehr lebte&#8230;. Er war jetzt vierundsiebzig \u2026 Eines Tages musste er sterben \u2026 Diesen Gedanken fand Gavin unertr\u00e4glich.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Der britische Autor Peter Dickinson erz\u00e4hlt, der Buchtitel verr\u00e4t es bereits, von einem traurigen Abschied. Der 11-j\u00e4hrige Gavin und sein Opa sind dicke Freunde. Opa Robbie k\u00fcmmert sich um den Jungen, denn alle anderen in der Familie Robinson arbeiten ganztags. Mit Opa geht Gavin zum Hafen, er erz\u00e4hlt die Geschichte von den Selkies, der Verbindung von Seehund und Mensch und er baut mit dem Enkel Boote. Gavin versteht sich mit dem Gro\u00dfvater besser als mit der pausenlos redenden und nie zuh\u00f6renden Oma und sogar besser, aber das kann er nur leise denken, mit Mama und Papa.<\/p>\n<p>Aber dann von einer Sekunde zur n\u00e4chsten ver\u00e4ndert sich Gavins Leben. Opa Robbie erleidet einen Schlaganfall und f\u00e4llt ins Koma. Jeden Tag will Gavin nun ins Krankenhaus fahren, um dem Opa nah zu sein. Gavins Mutter organisiert eine Mitfahrgelegenheit f\u00fcr den Jungen ins Aberdeen Krankenhaus. Gavin beteiligt sich an den physiotherapeutischen Ma\u00dfnahmen, denn er ist fest der Meinung, der Opa h\u00e4tte kurzzeitig seine Hand gedr\u00fcckt. Gavin glaubt, wenn er mit dem Opa allein ist, dann kann er auch zu ihm vordringen. Und Gavin arbeitet am Modellboot, dass der Opa eigentlich Gavin zum Geburtstag schenken wollte.<br \/>\nDie Gedanken des Jungen kreisen nur noch um den kranken Gro\u00dfvater; eine ma\u00dflose \u00dcberforderung, zu dem Schluss gelangen die Familienmitglieder und vor allem die Physiotherapeutin Lena als Gavin ihm Krankenhaus ohnm\u00e4chtig wird. Der ersch\u00f6pfte Junge nimmt die Verantwortung f\u00fcr den Opa auf seine schmalen Schultern und ahnt doch, wie hilflos er eigentlich ist.<br \/>\nIn der Hoffnung f\u00fcr den Opa alles zu tun, opfert Gavin das Boot, dass der Opa f\u00fcr ihn gebaut und das er fertiggestellt hat. Er bringt sein Boot, er hat es <em>Selkie<\/em> getauft, in aller Fr\u00fche ans Meer und erbittet Hilfe. Opa Robbie soll wieder zu ihm zur\u00fcckkehren.<\/p>\n<p>Sensibel, etwas mystisch angehaucht, erz\u00e4hlt der bekannte englische Autor Peter Dickinson von langsamen Abschied zwischen Gro\u00dfvater und Enkel. Nach und nach muss Gavin erkennen, dass er den Opa gehen lassen muss, wenn es soweit ist. In einer Verquickung von Einbildung, Traum und Fantasie dringt er einmal zum Opa vor, spricht mit ihm und gewinnt eine tr\u00f6stende Erkenntnis:<em>\u201eEr hatte zwar gewusst, dass das Leben eines Menschen endlich war, aber er hatte dieses Wissen nie wirklich verinnerlicht oder verstanden, und er hatte nicht glauben wollen, dass es auch jenen so ergehen w\u00fcrde, die er liebte, \u2026 . Nun wusste er es.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Gavin kann innerlich jederzeit zum Opa zur\u00fcckkehren, denn alles was sie verbindet, tr\u00e4gt er in seinem Inneren. Er muss es einfach nur abrufen.<\/p>\n<p>Niemand wei\u00df, was geschehen wird. M\u00f6glich, dass der Opa wieder zu sich kommt, sich erholt und weiterlebt. M\u00f6glich, dass das nicht eintreten wird.<\/p>\n<p>Das offene Ende ist eine gute Wahl, denn wichtig an dieser Geschichte ist die innere Gedankenwelt des Jungen, der sich zu fr\u00fch mit dem Abschiednehmen, zum gr\u00f6\u00dften Teil auf sich allein gestellt, auseinandersetzen muss und \u00fcber sich hinausw\u00e4chst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Peter Dickinson, Daniela Chudzinski (Ill.): Abschied von Opa, Aus dem Englischen von Henning Ahrens, Carlsen Verlag, Hamburg 2012, 171 Seiten, \u20ac12,90, 978-3-551-55416-1 \u201eAber wenn Opa nicht mehr lebte&#8230;. 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