{"id":6016,"date":"2025-06-18T10:48:50","date_gmt":"2025-06-18T08:48:50","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=6016"},"modified":"2025-06-18T10:48:50","modified_gmt":"2025-06-18T08:48:50","slug":"simon-mason-ein-mord-im-november-ein-fall-fuer-di-wilkins","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/simon-mason-ein-mord-im-november-ein-fall-fuer-di-wilkins\/","title":{"rendered":"Simon Mason: Ein Mord im November, Ein Fall f\u00fcr DI Wilkins"},"content":{"rendered":"<p><strong>Simon Mason: Ein Mord im November, Ein Fall f\u00fcr DI Wilkins, Aus dem Englischen von Sabine Roth, Goldmann Verlag, M\u00fcnchen 2025, 400 Seiten, \u20ac17,00, 978-3-442-49564-1<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eIn der Welt, aus der er kam, tat man sich mit Mitgef\u00fchl keinen Gefallen. Zorn funktionierte besser, Wut bei der Vorstellung, dass jemand das Leben aus ihr rausgequetscht, sie h\u00e4sslich gemacht und dann auf den Teppich hatte liegen lassen wie M\u00fcll. Aber \u2013 auch das wusste er \u2013 seine Wut war gef\u00e4hrlich, sie ging mit ihm durch, brachte ihm neuen \u00c4rger ein. Am besten fuhr er mit Ruppigkeit. Ruppigkeit akzeptierten die Leute bei einem wie ihm; wenn er pampig zu ihnen war, dann war die Welt f\u00fcr sie in Ordnung.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Doch auch diese Ruppigkeit konnte DI Ryan Wilkins zum Verh\u00e4ngnis werden, wenn er es mit Leuten zu tun hatte, die zum einen \u00fcber gute Kontakte verf\u00fcgten und zum anderen keine Lust, sich von einem dahergelaufenen Polizisten, der wie ein Zw\u00f6lfj\u00e4hriger in seinen schlampigen Trainingshosen aussieht, beschuldigen zu lassen. Der eigentlich siebenundzwanzigj\u00e4hrige Ryan Wilkins wirkt eher wie ein Kleinkrimineller als ein seri\u00f6ser Ermittler, der, wenn er den Mund \u00f6ffnet, auch noch wie ein echter frauenfeindlicher, rassistischer Proll klingt. Nur einem Versehen ist es zu verdanken, dass er nun neben einer erdrosselten, jungen attraktiven Frau im Arbeitszimmer von Sir James Osborne, dem Leiter von Barnabas Hall an der Universit\u00e4t Oxford steht. Dieser hatte an diesem Abend einen wichtigen Termin mit einem zahlungsf\u00e4higen Scheich, der durchaus berechtigt die Sicherheitsma\u00dfnahmen in den Geb\u00e4uden kritisierte. Da die ersten Befragungen mit dem sehr aufgebrachten Provost nicht sonderlich gut gelaufen sind, stellt man dem strafversetzten Ryan, der seine heftigen Gef\u00fchle einfach nicht unter Kontrolle hat, seinen Namensvetter an die Seite. DI Ray Wilkins ist nun der komplette Gegenpart zu Ryan. Er stammt aus gutem Hause mit entsprechenden Umgangsformen und ist als junger schwarzer Kriminalbeamter in seiner korrekten, wie geschmackvollen Kleidung ein wortgewandter, smarter \u00dcberflieger. Mag ihn Ryan f\u00fcr einen Snob halten, so scheint Ray in diesem Fall auf den ersten Blick doch der geeignetere Ermittler zu sein. Dieses nun widerwillig zusammen gespannte Duo treibt die Handlung mit seinen auch unfreiwillig komischen Dialogen voran und der Tatsache, dass auch Ryan seine guten Seiten hat, denn er ist Vater eines kleinen dreij\u00e4hrigen Jungen, der \u00e4u\u00dferst gut erzogen ist.<br \/>\nRyan jedenfalls prescht bei den Ermittlungen spontan und von seinem Bauchgef\u00fchl getrieben etwas kindisch voran, wobei Ray dann immer besonnen und wohl\u00fcberlegt die Wogen gl\u00e4tten muss. Dabei sind Ryans Beobachtungsgabe und seine intuitiven L\u00f6sungsans\u00e4tze zum Teil gar nicht so falsch. Ray dagegen ist eher der gr\u00fcndliche Arbeiter, der sich die N\u00e4chte mit Akten um die Ohren schl\u00e4gt. Doch kaum haben die beiden begonnen, hat Ryan auch schon ein Disziplinarverfahren am Hals, da er sich nie an den polizeilichen Verhaltenskodizes orientiert. W\u00e4re da nicht seine Chefin, er w\u00e4re l\u00e4ngst suspendiert.<br \/>\nDass die beiden Ermittler herausfinden, wer nun die unbekannte Tote ist, verdanken sie wiederum Ryans ungeh\u00f6rigem Benehmen. Er entdeckt eindeutige, pornografische Bilder vom Opfer, die in den ehrw\u00fcrdigen R\u00e4umen der Universit\u00e4t gemacht wurden, auf dem Laptop des Provost. Wieder sind die Sicherheitsvorkehrungen und unabgeschlossene T\u00fcren die Ursache daf\u00fcr, dass ein Fotograf namens Thomas Dubin und sein nun ermordetes Model, Sophie Barbery, klammheimlich eindringen konnten. Doch auch Dubin wird ermordet.<br \/>\nNach und nach fallen die Puzzleteile zu einem m\u00f6glichen Tathergang zusammen, doch Simon Mason f\u00fchrt die Lesenden immer wieder geschickt auf Irrwege. Verd\u00e4chtig verh\u00e4lt sich jedenfalls die gefl\u00fcchtete, streng religi\u00f6se Syrierin Ameena Najib, die in Barnabas Hall als eigentlich ausgebildete Juristin wie ein K\u00fcchenm\u00e4dchen behandelt wird. Auch das erste Todesopfer Sophie Barbery stammt mit ihrer Familie aus Syrien, allerdings ist ihre Fluchtgeschichte eine v\u00f6llig andere als die von Ameena. Und dann dreht sich alles auch noch um einen wertvollen Koran, auf den es der arrogante Arabist Andrew Goodman abgesehen hat. Dass niemand die Tote kannte, stellt sich schnell als L\u00fcge heraus.<br \/>\nWie die beiden so gegens\u00e4tzlichen Ermittler, die keine Busenfreunde werden, nun den Fall, nicht ohne Blessuren davonzutragen, l\u00f6sen, liest sich absolut spannend und realit\u00e4tsnah.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Simon Mason: Ein Mord im November, Ein Fall f\u00fcr DI Wilkins, Aus dem Englischen von Sabine Roth, Goldmann Verlag, M\u00fcnchen 2025, 400 Seiten, \u20ac17,00, 978-3-442-49564-1 \u201eIn der Welt, aus der er kam, tat man sich mit Mitgef\u00fchl keinen Gefallen. 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