{"id":5710,"date":"2025-01-26T10:52:01","date_gmt":"2025-01-26T09:52:01","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=5710"},"modified":"2025-01-26T10:52:01","modified_gmt":"2025-01-26T09:52:01","slug":"susanne-mischke-wehe-du-irrst-dich","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/susanne-mischke-wehe-du-irrst-dich\/","title":{"rendered":"Susanne Mischke: Wehe, du irrst dich"},"content":{"rendered":"<p>Susanne Mischke: Wehe, du irrst dich, Piper Verlag, M\u00fcnchen 2025, 328 Seiten, \u20ac17,00, 978-3-492-06514-6<\/p>\n<p><em>\u201eMenschen sind schon eigenartige Gesch\u00f6pfe, erkennt V\u00f6lxen wieder einmal, und T\u00e4ter sind keine Monster, sie sind wie wir. Das ist das Erschreckende.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Nicht weit vom Rotlichtviertel Hannovers befindet sich der Barbarshop Clooney, der allseits beliebt ist. Sogar Hauptkommissar Erwin Raukel, der gern dem Alkohol zuspricht und auch sonst nicht gerade der beliebteste Kollege ist, wird dort Stammgast gef\u00fchrt. Doch dann findet Mitten im M\u00e4rz angeblich Adenike Ebidon, eine schillernde Lebensberaterin aus Benin, die schon lang in Deutschland lebt, den ermordeten Inhaber des Barbarshops, Moussa Abou. Seine Familie stammt aus Marokko, lebt allerdings ebenfalls lang in Berlin-Neuk\u00f6lln und f\u00fchrt auch dort einen Barbarshop.<br \/>\nWer diese Krimireihe von Susanne Mischke kennt, immerhin liegt nun Band 14 vor, ist mit dem Personal der Ermittelnden des Kommissariats vertraut. Der dienst\u00e4lteste Hauptkommissar Bodo V\u00f6lxen hat es bei diesem Mordfall nun mit einem illustren Personal zu tun. Da Fernando Rodriguez in Elternzeit geht, tritt f\u00fcr sechs Monate seine ehrgeizige Ehefrau, Jule Wedekin, vom LKA seine Stelle an, was Erwin Raukel, der auch sprachlich absichtlich oder unabsichtlich ab und zu in Fettn\u00e4pfchen tritt, kaum gefallen kann. Das Opfer jedenfalls wurde gegen Mitternacht mit einem Pokal erschlagen und danach schnitt der T\u00e4ter oder die T\u00e4terin ihm die Kehle auf. Moussa Abou hat in Hannover als Barbier einen guten Ruf und seiner Angestellten haben hat keine Ahnung, wer ihm schaden wollte. Je mehr jedoch die Ermittler in Abous Leben nachforschen, um so mehr Verdachtsmomente ergeben sich. So trauert Abous einzige Angestellt, Nicole Fl\u00f6ck, mehr um den Toten als seine deutsche Ehefrau Marie. Auch die Eltern von Marie, die sich sehr um den dreij\u00e4hrigen Sohn von Marie und Moussa k\u00fcmmern, haben wenig Mitleid mit ihrem nicht gerade geliebten Schwiegersohn, der offenbar ein Verh\u00e4ltnis mit Nicole vor einem Jahr hatte und auch illegalen Gesch\u00e4ften im Rotlichtviertel nachging. Richtig traurig scheinen nur seine Br\u00fcder Nabil und Said zu sein. Auch wenn sich Moussa von seinem \u00e4ltester Bruder Nabil abnabeln wollte, hoffte dieser, dass Moussa wieder nach Berlin zur\u00fcckkehren w\u00fcrde, was dem schwulen Said nicht gefallen kann. Au\u00dferdem schuldete Moussa Nabil Geld. Doch ob dies ein Motiv sein k\u00f6nnte, den eigenen Bruder zu ermorden? Es dauert ziemlich lang, ehe die Ermittler, eine brauchbare Spur finden. Als dann auch noch der Staatssekret\u00e4r Hanno Rodinger, der offenbar ein Verh\u00e4ltnis mit Marie hat, verletzt an der Leine gefunden wird und eindeutig ein T\u00f6tungsversuch festgestellt wird, nimmt die Handlung Fahrt auf.<br \/>\nWie immer dreht sich bei Susanne Mischke alles um den Fall und die Verd\u00e4chtigen, aber auch um die privaten Angelegenheiten der einzelnen Ermittler. V\u00f6lxen sehnt sich, in der von seiner Frau angesetzten Fastenzeit, nach einem richtigen Kaffee und fleischhaltiger Nahrung, Oberkommissar Joris Tadden hat ein eher nur sexuell unverbindliches Verh\u00e4ltnis mit seiner Kollegin Elena Rifkin, die nun ver\u00e4rgert registriert, dass sie doch eifers\u00fcchtig auf Taddens zur\u00fcckkehrende Freundin Kathrin ist. Und Raukel sucht st\u00e4ndig nach Streit mit Jule, die sich eigentlich auf ihrer alten Arbeitsstelle sehr gut f\u00fchlt und erstaunt ist, wie umsichtig und f\u00fcrsorglich ihr Ehemann sich um die Kinder k\u00fcmmert.<br \/>\nNat\u00fcrlich bieten sich f\u00fcr diese Handlung viele wirklichkeitsnahe Tatsachen an, die in der Gesellschaft bekannt sind. Zum einen ist da die Clankriminalit\u00e4t, die oftmals Gro\u00dffamilien gerade in Neuk\u00f6lln zugerechnet wird, der schwierige Umgang mit Homosexualit\u00e4t in der muslimischen Gesellschaft und die Generation der Gro\u00dfeltern, die Einfluss nehmen wollen auf die Entwicklung der Kinder und Enkel.<br \/>\nWie immer unterhaltsam geschrieben, erz\u00e4hlt Susanne Mischke realistisch und \u00fcberzeugend.<br \/>\nWarum der Titel des Romans jedoch<em> \u201eWehe, du irrst dich\u201c<\/em> lautet und warum das Buchcover mit Waldmotiv und einsamer H\u00fctte \u00fcberhaupt nicht zur Handlung passt, bleibt wohl ein Geheimnis der Autorin und des Verlages.<br \/>\n<strong>Weitere Romane der Reihe sind auch in diesem Literaturblog zu finden. <\/strong><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Susanne Mischke: Wehe, du irrst dich, Piper Verlag, M\u00fcnchen 2025, 328 Seiten, \u20ac17,00, 978-3-492-06514-6 \u201eMenschen sind schon eigenartige Gesch\u00f6pfe, erkennt V\u00f6lxen wieder einmal, und T\u00e4ter sind keine Monster, sie sind wie wir. 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