{"id":4781,"date":"2023-05-27T15:18:02","date_gmt":"2023-05-27T13:18:02","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=4781"},"modified":"2023-06-28T19:41:47","modified_gmt":"2023-06-28T17:41:47","slug":"adrienne-friedlaender-mami-ist-die-beste-meistens-ueber-das-wilde-und-wunderbare-leben-mit-jungs","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/adrienne-friedlaender-mami-ist-die-beste-meistens-ueber-das-wilde-und-wunderbare-leben-mit-jungs\/","title":{"rendered":"Adrienne Friedlaender: Mami ist die Beste! Meistens \u2013 \u00dcber das wilde und wunderbare Leben mit Jungs"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><strong><span style=\"color: #000000;\">Adrienne Friedlaender: Mami ist die Beste! Meistens \u2013 \u00dcber das wilde und wunderbare Leben mit Jungs, Blanvalet Verlag, M\u00fcnchen 2023, 224 Seiten, \u20ac16,00, <\/span>978-3-7645-0785-5<\/strong> <\/span><\/span><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Mami ist die Beste! Meistens: \u00dcber das wilde und wunderbare Leben mit Jungs\" type=\"text\/html\" width=\"676\" height=\"550\" frameborder=\"0\" allowfullscreen style=\"max-width:100%\" src=\"https:\/\/lesen.amazon.de\/kp\/card?preview=inline&#038;linkCode=li2&#038;ref_=k4w_oembed_72nRDriVTPi6Iv&#038;asin=3764507853&#038;tag=wwwkarinhahnr-21\"><\/iframe><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>\u201e<\/em><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em>Noch immer kann es passieren, das ich auf ein &#8218;Ich bin so hungrig, Mami, wann machst du (!) Essen?&#8216; keineswegs antworte: &#8218; Das Essen steht im Kochbuch auf Seite zw\u00f6lf&#8216;, sondern sofort aufspringe und an den Herd eile, weil ich mich f\u00fcr die Versorgung zust\u00e4ndig f\u00fchle.\u201c<\/em> <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Vier Jungen, die nicht namentlich genannt werden, sondern Sohn Nummer eins bis vier hei\u00dfen, stehen im Focus dieses witzigen und auch nachdenklich stimmenden lebensklugen Sachbuches. Adrienne Friedlaender l\u00e4sst die Lesenden an ihrem reichen Erfahrungsschatz im Umgang mit schwer zu b\u00e4ndigenden Jungs teilhaben. Sie gibt nie Ratschl\u00e4ge, sondern berichtet von ihren mal gut verlaufenden und mal auch gescheiterten Erziehungsbem\u00fchungen. Auf ihren Hund Carlo dagegen kann sie sich immer verlassen, er folgt ihren Anweisungen und freut sich, wenn er gelobt wird. Bei den S\u00f6hnen l\u00e4uft es im Alltag nicht so reibungslos. Die V\u00e4ter der Jungen spielen keine Rolle und wenn sie mal erw\u00e4hnt werden, dann nur in positiver Hinsicht, so nach dem Motto: Papi kann alles. Warum sich die Eltern mit Mami und Papi ansprechen lassen, gerade mit Jungen, bleibt allerdings ein R\u00e4tsel. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">In locker geschriebenen Kapiteln, wie man es von Adrienne Friedlaender gewohnt ist, erz\u00e4hlt sie auch thematisch sortiert, von Beobachtungen und Lebenssituationen mit den Kindern. Auch wenn sich die Autorin beim letzten Kind ein M\u00e4dchen gew\u00fcnscht hat, der Junge als Nesth\u00e4kchen ist mehr als willkommen. Wie alle Jungen redet er nicht gern, aber wenn er dann mal Lust hat, dann kommt am Abendbrottisch niemand mehr zu Wort. Das Schweigen und wortkarge Verhalten der Kinder belastet Adrienne Friedlaender sehr. Zu komisch jedoch ist ihre Reaktion auf die Erwartung der S\u00f6hne, dass sie als Mutter ja fragen k\u00f6nne, wenn sie etwas wissen wolle. Dass die Mutter nie Hellseherin sein kann und bereits im Voraus wei\u00df, was abzufragen ist, insbesondere, wenn es um Veranstaltungen in der Schule geht, scheint allen klar zu sein, nur den Kindern nicht. Kritisch sieht die Autorin die Situation der Jungen in Kitas und Schulen. Wenn sie zu einem ersten Gespr\u00e4ch mit Lehrerin oder Direktorin gerufen wird, hat Sohn Nummer eins, zwei, drei oder vier aus ihrer Sicht nichts sonderlich Schreckliches angestellt. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><em><span style=\"color: #000000;\">\u201e<span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Im echten ( Schul-)Leben sind wilde Kerle leider eher unerw\u00fcnscht. Und wir Eltern werden h\u00e4ufig gleich mit schr\u00e4g angeschaut. So nach dem Motto: &#8218; Du hast da einen St\u00f6renfried auf die Welt gebracht. Nun sieh mal zu, wie du das fehlerhafte Wesen unter Kontrolle bekommst.&#8217;\u201c<\/span><\/span><\/span><\/em><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Mit dieser Darstellung der Rolle der Jungen an Schulen spricht sie sicher vielen Eltern aus dem Herzen. Um nicht nur ihre eigenen Erfahrungen mit herrlichen O-T\u00f6nen ihrer Spr\u00f6\u00dflinge zu pr\u00e4sentieren, kommen auch Fachexperten zu Wort. Wie begegnet Schule dem Bewegungsdrang von Jungen? Nicht nur das Fu\u00dfballspielen auf dem Schulhof kann da die Alternative sein. Beruhigend f\u00fcr Jungen-Eltern liest sich auch die Beschreibung des chaotischen Zustandes von Kinderzimmern und vor allem Schulranzen. Wie binde ich Jungen in den Haushalt mit all seinen Verpflichtungen ein, wenn ich auch noch berufst\u00e4tig bin? Wer schleppt das Essen heran, wer kocht, wer w\u00e4scht, wer putzt&#8230;&#8230;.? Wie verzweifelt die Autorin sich dieser Aufgabe mit Streiks und Kapitulationen gewidmet hat, erinnert sicher auch viele Eltern an eigene nervenaufreibende Aktionen. Gleiche K\u00e4mpfe spielen sich auf dem Gebiet der Gleichberechtigung ab. Gelernt hat die Autorin, dass keine ausschweifenden Erl\u00e4uterungen und Begr\u00fcndungen die Jungen interessieren, sondern ganz klare, direkte wie unmissverst\u00e4ndliche Ansagen. Danach kann es wirklich passieren, dass die Jungen diesen folgen, allerdings nicht immer. Eine Frage besch\u00e4ftigt Adrienne Friedlaender ganz besonders. Wie betrachten S\u00f6hne ihre M\u00fctter? Ist man die st\u00e4ndig gehetzte Hausfrau mit Nebenjob oder die starke, berufst\u00e4tige in allen Lebensfragen umsichtige Mutter? Alte Rollenmuster erinnert die Autorin selbstkritisch, da sie glaubte, sie k\u00f6nne nur am Schreibtisch arbeiten, wenn die Kinder in der Kita oder Schule sind.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><em>\u201e<\/em><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\"><em>Die Kinder soll(t)en nicht unter meiner Berufst\u00e4tigkeit leiden. Das ist doch v\u00f6llig verr\u00fcckt, oder? Ich glaube nicht, dass die V\u00e4ter der S\u00f6hne jemals in diese Richtung gedacht haben.\u201c<\/em> <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">\u00c4ngste um die S\u00f6hne, ob sie nun klein oder gro\u00df sind, bleiben, wobei die Verletzungen sich vielleicht sp\u00e4ter in Grenzen halten. Ein wichtiges Fazit all der Erinnerungen und Res\u00fcmees ist, dass die Autorin erkannt hat, auch mit Hilfe der Experten, dass sie als Mutter nicht alles verstehen muss, z.B. warum die S\u00f6hne sich immer k\u00f6rperlich heftig begr\u00fc\u00dfen m\u00fcssen, st\u00e4ndig sich Konkurrenz machen und sich allzu gern kloppen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"color: #000000;\"><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Wunderbare Lekt\u00fcre f\u00fcr alle, die mit Jungen zusammenleben und sie am Ende auch loslassen m\u00fcssen! <\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Adrienne Friedlaender: Mami ist die Beste! 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