{"id":4756,"date":"2023-04-29T14:28:37","date_gmt":"2023-04-29T12:28:37","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=4756"},"modified":"2023-04-29T14:28:37","modified_gmt":"2023-04-29T12:28:37","slug":"herbert-dutzler-am-ende-bist-du-still","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/herbert-dutzler-am-ende-bist-du-still\/","title":{"rendered":"Herbert Dutzler: Am Ende bist du still"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-size: medium;\"><strong>Herbert Dutzler: Am Ende bist du still, Haymon Verlag, Wien 2023, 312 Seiten, \u20ac19,90, 978-3-7099-3418-0<\/strong> <\/span><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Am Ende bist du still: Kriminalroman\" type=\"text\/html\" width=\"676\" height=\"550\" frameborder=\"0\" allowfullscreen style=\"max-width:100%\" src=\"https:\/\/lesen.amazon.de\/kp\/card?preview=inline&#038;linkCode=li2&#038;ref_=k4w_oembed_5ExI2UE8y2e8wF&#038;asin=3709934184&#038;tag=wwwkarinhahnr-21\"><\/iframe><\/p>\n<p><em>\u201e<\/em><span style=\"font-size: medium;\"><em>Du hast dich nie um mich gek\u00fcmmert, dachte Sabine. Du hast mich immer behandelt wie ein Haustier, das zu bl\u00f6d ist, ein eigenst\u00e4ndiges Leben zu f\u00fchren. Aber sie war nicht das Kuscheltier ihrer Mutter. Und jetzt wieder dieser selbstmitleidige Ton. Sie, Sabine, war nicht dankbar genug.\u201c<\/em> <\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Niemand w\u00fcnscht sich diese Kindheit, an deren dem\u00fctigende Szenen mit der \u00fcbergriffigen Helikopter &#8211; Mutter sich Sabine immer wieder schmerzvoll erinnert. Voller Inbrunst und Angst klammert sich die Mutter an das Leben der einzigen Tochter, dass sie in jeder Sekunde zwanghaft kontrollieren und bevormunden muss. Jeder Bereich der Tochter wird von der Mutter akribisch beobachtet und bissig wie b\u00f6sartig kommentiert. Sie darf keinen eigenen Geschmack entwickeln, keine Entscheidungen treffen, keine der Mutter nicht genehmen Freundinnen haben. Sogar die Auswahl ihres Mannes will die Mutter regeln, indem sie der Tochter die altmodische Idee in den Kopf setzt, dass sie sich an der Universit\u00e4t nicht f\u00fcr ein Studium aufh\u00e4lt, sondern sich einen k\u00fcnftigen Arzt oder Anwalt als Gatten suchen sollte. \u201eSauberwischen\u201c ist das Lieblingwort der Mutter. Sie inszeniert sich in jedem Moment als Opfer der Familie, da sie auf ihre Karriere verzichtet h\u00e4tte und nun voller Hingabe Mann und Kind dient, obwohl sie nicht mal kochen kann. Dabei spielen f\u00fcr sie der Schein eine gr\u00f6\u00dfere Rolle als das Sein. Alles muss so richtig teuer sein, nach au\u00dfen darf man sich keine Bl\u00f6\u00dfe geben, nur die \u00c4u\u00dferlichkeiten haben ein Gewicht, die Au\u00dfendarstellung steht \u00fcber allem. Sabines schwacher Vater, der eigentlich nur seine Ruhe will, ist der Ern\u00e4hrer der Familie und er muss die hohen Anspr\u00fcche der Mutter und ihre Forderungen nach exquisiten Kleidern, Taschen und Schuhen und exotischen Urlauben erf\u00fcllen. Sogar ein Pool muss gebaut werden, damit die Nachbarschaft neidisch ist. Mag den Lesenden das Kind, dass sich in den fr\u00fchen Jahren kaum gegen so eine Mutter wehren kann, leid tun, so geht man doch auf Abstand, wenn man erf\u00e4hrt, was aus Sabine als Jugendliche und Erwachsene geworden ist. Erzogen in einer vergifteten Atmosph\u00e4re zwischen den streitenden Eltern, ab und zu \u00e4u\u00dfert der Vater dann doch seine Abwehr gegen die kreischenden Attacken der Ehefrau, wurde Sabine zu einer manipulierenden, oft l\u00fcgenden, ihre weiblichen Reize mehrfach einsetzenden Studentin und sp\u00e4ter unf\u00e4higen Lehrerin. Warum Sabine als Studienfach Deutsch als Lehramt gew\u00e4hlt hat, ist unklar, denn sie scheint unter einer Rechtschreibschw\u00e4che zu leiden. Beginnt Sabine als Teenagerin, ihre Krallen gegen die Mutter auszufahren, Alkohol zu trinken und Designertaschen der Mutter zu zerschneiden, so kann sie, als sie eine eigene Wohnung besitzt, die Mutter immer noch nicht absch\u00fctteln. Diese respektiert Sabines Privatsph\u00e4re kaum, bedr\u00e4ngt sie mit ihren Ratschl\u00e4gen und ist sich f\u00fcr keine Indiskretion zu schade. Als Sabine dann auch noch einen ziemlich praktisch veranlagten, st\u00e4mmigen, auch dubiosen Mann namens Joe Henderson, kennenlernt, wei\u00df sie, ihn kann sie der Mutter nie vorstellen. Er hat keine Matura und w\u00fcrde sie nur zu gemeinen \u00c4u\u00dferungen verleiten. Sabine ist nicht das Bilderbuchkind, dass dann als Erwachsene alle Ideale der Mutter erf\u00fcllt.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\">Absehbar ist, und dann nur eine Frage der Zeit, immerhin spielt Sabine schon als Jugendliche mit Mordgedanken, der Mord an der nervigen Mutter, ausgerechnet zum Fest der Liebe. Der Vater erleidet an Weihnachten einen Herzinfakt und muss ins Krankenhaus.<\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-size: medium;\"> <span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"> Alle wissen, dass die \u00e4ngstliche Mutter nie die Kerzen im Haus h\u00e4tte brennen lassen, wenn sie ins Bett geht. Als das Haus in Flammen aufgeht, zweifelt der Vater daran, dass nicht doch seine Tochter nachgeholfen hat. Immer mehr ger\u00e4t Sabine mit ihren L\u00fcgen und Manipulationen in eine Enge, aus der sie sich weder durch neue Mordtaten befreien kann noch rechtfertigen. <\/span><\/span><\/p>\n<p align=\"LEFT\"><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Es ist ein perfekt getimter Krimi, bei dem keine Zeit bleibt f\u00fcr die Frage, warum man das jetzt liest oder ob nicht etwas anders wichtiger w\u00e4re. Die Abgr\u00fcnde der wirklich unsympathischen, psycholigisch genau gezeichneten Figuren faszinieren, zumal der Autor sich nicht dazu durchringen konnte, wenigsten eine positive Eigenschaft der Mutter oder Tochter zugute zu halten. Mag vieles in der Handlung konstruiert sein, das Ende sollte man nicht verpassen. <\/span><\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Herbert Dutzler: Am Ende bist du still, Haymon Verlag, Wien 2023, 312 Seiten, \u20ac19,90, 978-3-7099-3418-0 \u201eDu hast dich nie um mich gek\u00fcmmert, dachte Sabine. 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