{"id":4735,"date":"2023-04-29T13:03:04","date_gmt":"2023-04-29T11:03:04","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=4735"},"modified":"2023-04-29T13:03:04","modified_gmt":"2023-04-29T11:03:04","slug":"der-kuss-des-kaisers-boeses-licht","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/der-kuss-des-kaisers-boeses-licht\/","title":{"rendered":"Der Kuss des Kaisers    \/     B\u00f6ses Licht"},"content":{"rendered":"<p><strong>Zwei Krimis, die in Wien spielen<\/strong><\/p>\n<p><b>Christine Neumeyer: Der Kuss des Kaisers, Ein historischer Wien-Krimi, Picus Verlag, Wien 2023, 270 Seiten, \u20ac22,00, 978-3-7117-2136-5<\/b><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Der Kuss des Kaisers: Ein historischer Wien-Krimi\" type=\"text\/html\" width=\"676\" height=\"550\" frameborder=\"0\" allowfullscreen style=\"max-width:100%\" src=\"https:\/\/lesen.amazon.de\/kp\/card?preview=inline&#038;linkCode=li2&#038;ref_=k4w_oembed_RCkkULPiOGh7as&#038;asin=3711721362&#038;tag=wwwkarinhahnr-21\"><\/iframe><\/p>\n<p><em>\u201ePospischil atmete aus. Keine Frau hatte ihm je mehr bedeutet als seine Schwester. Kaum vorstellbar, w\u00fcrde man eines Tages ihn zur Identifizierung ihres zerst\u00fcckelten Leichnams bitten. Er sch\u00fcttelte das Fr\u00f6steln von seinen Schultern und eilte heimw\u00e4rts.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Wien, im Sommer 1908: Obwohl das Gem\u00e4lde <em>\u201eDer Kuss\u201c<\/em> von Gustav Klimt noch gar nicht vollendet ist, soll der K.u.k. Amtssekret\u00e4r Josef Krzizek es im Auftrag des Kaisers f\u00fcr jede Summe aufkaufen. Es soll dann nach Fertigstellung im Untergeschoss des Belvederes, und da hat auch Klimt noch ein W\u00f6rtchen mitzureden, aufgeh\u00e4ngt werden. Hier wohnt der verhasste Thronfolger Erzherzog Franz Ferdinand, der so gar keinen Sinn f\u00fcr die Moderne hat. Gustav Klimt ist sich seiner Kunst sehr bewusst und so fordert er wirklich eine hohe Summe, die Krzizek mit den Z\u00e4hnen knirschend, auch zusagt.<\/p>\n<p>So beginnt der Kriminalroman. Am Ende dreht sich die Geschichte nochmals um das Gem\u00e4lde, aber warum gerade der Titel des Romans <em>\u201eDer Kuss des Kaisers\u201c<\/em> hei\u00dft, bleibt ein R\u00e4tsel.<\/p>\n<p>Im Mittelpunkt des Geschehens steht eigentlich die vierzigj\u00e4hrige Erna K\u00fchrer, die im Haus des Amtssekret\u00e4rs wohnt und ihm sexuell dienlich zu sein hat, denn sie verdankt ihm die Wohnung und die Arbeit. Erna arbeitet im Belvedere als Putzfrau, denn ihr Mann Franz, der zur Zeit arbeitslos und auch krank ist, kann die Familie nicht ern\u00e4hren. Als ihr Sohn Daniel, er ist Anfang zwanzig, pl\u00f6tzlich wieder vor der T\u00fcr steht, beginnen die Probleme. Skrupellos verkauft Daniel, der als Spieler und notorischer L\u00fcgner auf einem Berg Schulden sitzt, seine zw\u00f6lfj\u00e4hrige Schwester Klementine an \u00e4ltere M\u00e4nner. Als sie beinahe brutal vergewaltigt wird, kann das Kind fliehen, verf\u00e4llt aber in eine Depression, deren Grund sich die Eltern nicht erkl\u00e4ren k\u00f6nnen. Alles dreht sich in der Familie K\u00fchrer um die Existenz. Als Erna K\u00fchrer noch eine Stellung bei der Gemahlin des Thronfolgers bekommt, scheint es langsam aufw\u00e4rts zu gehen.<\/p>\n<p>Doch dann taucht im Brunnen des Belvederes eine menschliche Hand auf und sp\u00e4ter werden noch weitere K\u00f6rperteile in einem Leinensack gefunden. Die Polizei schaltet sich ein und der etwas \u00fcbergewichtige, aber sympathische Chefinspektor Johann Pospischil \u00fcbernimmt gemeinsam mit dem jungen Polizisten Frisch die Ermittlungen.<\/p>\n<p>Christine Neumeyer beschreibt die Metropole Wien nach der Jahrhundertwende als hartes Pflaster f\u00fcr die arbeitende Bev\u00f6lkerung, die gegen die Anma\u00dfungen des Adels und der h\u00f6heren Beamten rechtlos ist.<\/p>\n<p>Wenn Pospischil durch Wien l\u00e4uft oder f\u00e4hrt gibt es immer wieder Hinweise, z.B. auf das Wohnhaus von Sigmund Freud oder die Aktivit\u00e4ten rund um die Stra\u00dfenbahn am Ring oder die latente Judenfeindlichkeit bestimmter Schichten. Bei all seinen Befragungen wird Erna Pospischil bei der Aufdeckung der Identit\u00e4t der Leiche helfen. Sie erkennt ihren Sohn Daniel. Doch dann wird die Familie von einem Bandenmitglied bedroht. Sie sollen die Schulden des Sohnes zahlen. Ein weiterer Mord geschieht, bei dem die Ermittler schnell den T\u00e4ter ausmachen.<\/p>\n<p>In breitestem Wienerisch wird in diesem Roman kommuniziert, was manchmal ziemlich komisch ist, w\u00e4re die Geschichte letztendlich f\u00fcr die Familie K\u00fchrer nicht so traurig.<\/p>\n<p>Die Opfer in diesem Roman sind zwar M\u00e4nner, aber die wahren Leidtragenden sind die Frauen, auf deren Schultern alles ausgetragen wird.<\/p>\n<p>_________________________________________________________________________<\/p>\n<p><b>Ursula Poznanski: B\u00f6ses Licht, Knaur Verlag, <\/b><strong><b>Imprint der Verlagsgruppe Droemer Knaur,<\/b><\/strong><b> M\u00fcnchen 2023, 397 Seiten, \u20ac16,99, 978-3-426-22783-1 <\/b><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"B\u00f6ses Licht: Kriminalroman | SPIEGEL Bestseller-Autorin (Mordgruppe, Band 2)\" type=\"text\/html\" width=\"676\" height=\"550\" frameborder=\"0\" allowfullscreen style=\"max-width:100%\" src=\"https:\/\/lesen.amazon.de\/kp\/card?preview=inline&#038;linkCode=li2&#038;ref_=k4w_oembed_NwHFZ9HyuecMSY&#038;asin=3426227835&#038;tag=wwwkarinhahnr-21\"><\/iframe><\/p>\n<p><em>\u201eSie glauben mir nicht, hatte er am Ende gesagt. Ich verstehe. Damit hatte er v\u00f6llig recht gehabt. Sie hatten ihn als narzistischen Selbstdarsteller abgetan, der es nicht ertrug, nicht im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit zu stehen. Wie es aussah, hatte sie einen riesigen Fehler gemacht.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Schauspieler und Schauspielerinnen sind selbstverliebt und egozentrisch. Vor allem g\u00f6nnen sie dem anderen nicht die internationale Karriere und vor allem nicht den Ruhm. Sie manipulieren, schrecken nicht vor Intrigen zur\u00fcck, sind neidisch, rachs\u00fcchtig und nie zufrieden. So die Klischeevorstellung. Allerdings k\u00f6nnte man denken, dass im besten Haus am Platze, im Wiener Burgtheater, ein anderer Geist herrscht. Doch weit gefehlt.<\/p>\n<p>W\u00e4hrend der Theatervorstellung von <em>\u201eRichard III.\u201c<\/em> kurz vor Ende f\u00e4hrt der Thron aus der Unterb\u00fchne nach oben. Eigentlich sollte er leer sein, doch an diesem Abend sitzt dort eine Leiche. Ermordet wurde Ulrich Schreiber, der allseits beliebte Garderobier des Schauspielstars Jasper Freysam. Warum gerade ihm etwas angetan wurde, kann niemand verstehen. Ermitteln wird die Mordgruppe Zwei des LKA, Fina Plank und ihr verhasster Kollege Oliver Homburg, aber auch Ahmed Kayali. Immer wieder wird die etwas \u00fcbergewichtige, aber sympathische Fina von Homburg vor anderen blo\u00dfgestellt. Sie wei\u00df sich zwar zu wehren, aber genervt ist sie doch mehr als sie zugeben m\u00f6chte. Als dann auch noch ihre attraktive, allerdings arbeitslose Schwester Calli erneut ihre Gutm\u00fctigkeit ausnutzt und kurzerhand einfach in ihre Wohnung einzieht, fehlen ihr die Kr\u00e4fte, um sich ernsthaft aufzulehnen. Die Befragungen unter den Schauspielern und dem Theaterpersonal f\u00fchren zu wenigen Ergebnissen, denn der ruhige, wie sehr diskrete Garderobier hatte keine Feinde. Als dann jedoch der nicht gerade beliebte und halbwegs bekannte Schauspieler Ralph Behrend im Park ermordet wird und sp\u00e4ter auch noch der einstige Lebensgef\u00e4hrte von Ulrich Schreiber nimmt die Geschichte Fahrt auf.<\/p>\n<p>Ursula Poznanski taucht ins K\u00fcnstlermilieu ein und umkreist alle m\u00f6glichen Akteure. Jedes Gespr\u00e4ch mit einem Schauspieler wird kompliziert, wenn die Ermittler zu Beginn nach ihren Namen fragen und somit zu erkennen geben, dass sie keine Ahnung vom Theater haben. Und dann sind da die Schmei\u00dffliegen von Fans, die Aff\u00e4ren zwischen jungen Schauspielerinnen und Schauspielern, die ihre V\u00e4ter sein k\u00f6nnten, die neuerdings \u00e4lteren Schauspielerinnen, die sich gegen jegliche Form des Sexismus im Kollegenkreis auflehnen, geh\u00f6rt werden und gef\u00fcrchtet sind und die Regisseure, die ohne mit der Wimper zu zucken, heute loben und morgen jeden in den Boden treten.<\/p>\n<p>Erz\u00e4hlt wird dieser Krimi, der in Wien und dann sp\u00e4ter in Salzburg spielt, aus zwei Perspektiven. Zum einen verfolgt der Lesende die Geschehnisse aus der Sicht der Ermittlerin Fina, zum anderen gewinnt er Einblick sozusagen hinter die Kulissen durch den Regieassistenten, den gutaussehenden David von Lauenburg. Ihm fehlt etwas Selbstvertrauen und so nehmen ihn weder die Regisseure, noch die Schauspieler so richtig ernst. Etwas verknallt hat er sich in die junge, hochtalentierte Schauspielerin Aurora, die jedoch die Karriere im Auge sich eher an Freysam h\u00e4lt. Immer wieder geht es um Animosit\u00e4ten, um Rollen, die bestimmte Leute nicht bekommen haben und Umbesetzungen. Unerkl\u00e4rlich bleiben die Drohungen, die an den Regieassistenten verschickt werden und sogar die Diva des Burgtheaters erreichen. Doch warum musste nun der harmlose wie treue Garderobier und der nicht gerade bedeutende Behrend sterben? Und was hat die ganze Handlung mit <em>\u201eDantons Tod\u201c<\/em>, und der neuen Inszenierung in Salzburg zu tun?<\/p>\n<p>Dieser zweite Band nach <em>\u201eStille blutet\u201c<\/em> liest sich spannend. Hier wird b\u00fchnenreif gemordet und die menschlichen Trag\u00f6dien lassen nicht auf sich warten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Zwei Krimis, die in Wien spielen Christine Neumeyer: Der Kuss des Kaisers, Ein historischer Wien-Krimi, Picus Verlag, Wien 2023, 270 Seiten, \u20ac22,00, 978-3-7117-2136-5 \u201ePospischil atmete aus. Keine Frau hatte ihm je mehr bedeutet als seine Schwester. 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