{"id":471,"date":"2019-06-22T13:30:41","date_gmt":"2019-06-22T11:30:41","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=471"},"modified":"2019-06-22T13:30:41","modified_gmt":"2019-06-22T11:30:41","slug":"treffpunkt-irgendwo","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/treffpunkt-irgendwo\/","title":{"rendered":"Treffpunkt Irgendwo"},"content":{"rendered":"<p><strong>Thomas Fuchs: Treffpunkt Irgendwo, Arena Verlag, W\u00fcrzburg 2012, 252 Seiten, \u20ac12,99, 9783401066783<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201e Es z\u00e4hlte nur noch Leistung, schnell-schnell, tausend oberfl\u00e4chliche Freunde bei Facebook, wenn alles vertwittert wird, geht das Wesentliche unter.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Zwei Jugendliche aus verschiedenen sozialen Welten treffen aufeinander und ziehen sich trotz aller Gegens\u00e4tze an: Jana, die wohlbeh\u00fctete, leistungs- und willensstarke 17-J\u00e4hrige mit intaktem Elternhaus, wohnhaft im beschaulichen Reihenh\u00e4uschen im ruhigen Berlin-Marienfelde und Len, ein radikalen Punker mit Iro aus Berlin-Mitte.<br \/>\nAls Jana Len hinterherjagt, um ihr geklautes Handy zur\u00fcckzuerobern, geraten die beiden in eine Polizeiaktion mit Hausr\u00e4umung. Janas Personalausweis wird gescannt und sie hat eine Ladung vom Polizeipr\u00e4sidenten Tage sp\u00e4ter im Briefkasten.<br \/>\nLen hat mit seinem unversch\u00e4mten L\u00e4cheln jedoch nicht nur das Handy zur\u00fcckgegeben, er hat auch in Jana etwas ausgel\u00f6st. Neugier, ein Helfersyndrom, Liebe?<br \/>\nWie rutscht jemand so tief nach unten? Was geht in seinem Kopf vor?<br \/>\nJana sucht immer wieder den Kontakt zu Len und schwankt zwischen Anziehung und Absto\u00dfung, sch\u00e4mt sich vor ihren Freundinnen zuzugeben, dass sie f\u00fcr Len Empfindungen hat. Lens Weg zum Punk wird in kursiven Passagen mit einem selbst geschriebenen Lebenslauf und einem Interview voller Plattit\u00fcden durchleuchtet.<br \/>\nEin desinteressiertes Elternhaus, dass die Wende nicht verkraftet hat, das Versagen der Lehrer, die sich von den Sch\u00fclern drangsalieren lassen, weil sie Angst haben, dass ihre Stasi-Vergangenheit aufgedeckt wird, all diese Hinweise auf Lens Werdegang \u00fcberzeugen kaum.<\/p>\n<p>Und doch fesselt diese Geschichte den Leser, denn Jana sp\u00fcrt Lens Einsamkeit und k\u00e4mpft f\u00fcr ihre Liebe. Sie stellt sich gegen ihr, ach so verst\u00e4ndnisvolles Lehrerelternpaar, die Toleranz f\u00fcr Hausbesetzer zeigen, so lange der \u201eKriminelle\u201c nicht in ihrem Haus steht und sie verteidigt Len vor ihren Freundinnen. Aber sie setzt sich auch mit seinen fatalistischen Ansichten auseinander, stellt ihr eigenes Lebensmodell in Frage und m\u00f6chte dem lethargischen Len, der von der Sehnsucht nach Freiheit redet und am liebsten passiv abh\u00e4ngt, am liebsten in den Hintern treten.<\/p>\n<p>Len verweigert jedoch jeden Neuanfang. Er verkriecht sich, auch vor der Polizei, klebt an seinen Kumpels, die ihm nichts bedeuten und kann auf alles nur antworten: <em>\u201eIst doch auch egal, oder?\u201c <\/em> Jana bei\u00dft sich die Z\u00e4hne aus, es scheint hoffnungslos zu sein.<\/p>\n<p>Und doch findet der Berliner Autor Thomas Fuchs einen Weg, um diese beiden Liebenden eine Zukunft zu \u00f6ffnen. Das ist sicher die St\u00e4rke des Romans, Jana und Len durchleben eine Entwicklungsprozess, in der ihre Sicht auf ihre unmittelbare Umgebung sich ver\u00e4ndert. Beide machen einen radikalen Schnitt und finden offenbar zueinander. \u00dcberzeugend sind auch die Dialoge, denn Jana und Len sind literarische Figuren, die authentisch sind und genauso reden wie Jugendliche.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Thomas Fuchs: Treffpunkt Irgendwo, Arena Verlag, W\u00fcrzburg 2012, 252 Seiten, \u20ac12,99, 9783401066783 \u201e Es z\u00e4hlte nur noch Leistung, schnell-schnell, tausend oberfl\u00e4chliche Freunde bei Facebook, wenn alles vertwittert wird, geht das Wesentliche unter.\u201c Zwei Jugendliche aus verschiedenen sozialen Welten treffen aufeinander&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/treffpunkt-irgendwo\/\">Weiterlesen &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[8],"tags":[],"class_list":["post-471","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-jugendbuch"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/471","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=471"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/471\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":473,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/471\/revisions\/473"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=471"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=471"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=471"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}