{"id":4628,"date":"2022-11-29T09:44:53","date_gmt":"2022-11-29T08:44:53","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=4628"},"modified":"2022-11-29T09:44:53","modified_gmt":"2022-11-29T08:44:53","slug":"jodi-picoult-ich-wuenschte-du-waerst-hier","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/jodi-picoult-ich-wuenschte-du-waerst-hier\/","title":{"rendered":"Jodi Picoult: Ich w\u00fcnschte, du w\u00e4rst hier"},"content":{"rendered":"<p><strong>Jodi Picoult: Ich w\u00fcnschte, du w\u00e4rst hier, Aus dem Amerikanischen von Elfriede Peschel, C.Bertelsmann Verlag, 416 Seiten, \u20ac22,00, 978-3-570-10416-3<\/strong><\/p>\n<p><iframe loading=\"lazy\" title=\"Ich w\u00fcnschte, du w\u00e4rst hier: Roman\" type=\"text\/html\" width=\"676\" height=\"550\" frameborder=\"0\" allowfullscreen style=\"max-width:100%\" src=\"https:\/\/lesen.amazon.de\/kp\/card?preview=inline&#038;linkCode=li2&#038;ref_=k4w_oembed_hAXk27w0HodSIV&#038;asin=3570104168&#038;tag=wwwkarinhahnr-21\"><\/iframe><\/p>\n<p><em>\u201e<\/em><i>Meine einzige Erkl\u00e4rung daf\u00fcr ist, dass ich mir nicht nur das Virus eingefangen habe, sondern auch noch verr\u00fcckt geworden bin.\u201c <\/i><\/p>\n<p>Kein dystopischer Roman konnte uns je vor Covid-19 warnen. Wer sich auf keinen Fall an die Zeit der Pandemie erinnern will, sollte dieses Buch nicht in die Hand nehmen. Wer allerdings gedanklich noch einmal zwei Jahre zur\u00fcckgehen will und sp\u00fcren, wie verzweifelt die Menschheit angesichts dieses scheinbar unbezwingbaren Virus war, der ist bei Jodi Picoult und ihren literarischen Figuren genau richtig.<\/p>\n<p>Alle sind, wie 2020 unerm\u00fcdlich gesagt wurde, auf Sicht gefahren, denn niemand wusste genau, was zu tun war. So ergeht es auch dem jungen New Yorker Arzt Finn Colson, der Tag und Nacht im Krankenhaus Menschen dabei zusehen muss, wie sie an Beatmungsger\u00e4ten um ihr Leben k\u00e4mpfen.<\/p>\n<p>\u00c4rgerlich ist, dass er eigentlich mit seiner Freundin Diana auf die Galapagosinseln reisen wollte.<\/p>\n<p>Als Ich \u2013 Erz\u00e4hlerin berichtet die neunundzwanzigj\u00e4hrige Diana O&#8217;Toole hautnah von den Geschehnissen zu Beginn der Pandemie. Sie entschlie\u00dft sich, allein zu fliegen. Auf der Insel Isabela angekommen, wird klar, alle Hotels, die Restaurants und zum Teil auch die Superm\u00e4rkte sind geschlossen. Als einzige Touristin, die zu allem Ungl\u00fcck auch noch ihren Koffer verloren hat und kein Spanisch versteht, findet Diana Unterschlupf bei einer alten, einheimischen Frau namens Abuela, was eigentlich Gro\u00dfmutter hei\u00dft. Diana hat nun Zeit f\u00fcr sich. Sie erinnert sich an ihre Arbeit als Kunstexpertin bei Sothebys, ihre problematische Beziehung zu ihrer einst als Fotografin ber\u00fchmten Mutter, bekommt, wenn es klappt E-Mails von Finn, der in Arbeit versinkt und st\u00e4ndig mit dem Tod konfrontiert ist und sie schreibt ganz altmodisch Postkarten an ihren Liebsten. Auf der Insel lernt sie die fantastische Flora und Fauna kennen und sie freundet sich nach einigen Querelen mit Abuelas Sohn Gabriel und seiner Tochter an. \u00dcber allem schwebt nat\u00fcrlich immer auch der Gedanke an Charles Darwin und seine wissenschaftlichen Erkenntnisse, in deren Zentrum die Anpassungen an Entwicklungen in der Natur stand.<\/p>\n<p>Nach vierzehn Tagen glaubt Diana etwas naiv, dass sie wieder nach New York zur\u00fcckfliegen kann. Doch die Welt hat sich in dieser kurzen Zeit sehr ver\u00e4ndert. Viele Menschen haben ihre Arbeit verloren, alle Fl\u00fcge sind storniert und somit muss die junge Frau auf der Insel bleiben. Durch die E-Mails von Finn erinnern sich die Lesenden daran, welche Zust\u00e4nde in Krankenh\u00e4usern<\/p>\n<p>in den USA ( auch in Italien oder Deutschland ) herrschten. Illegal Eingewanderte trauten sich in New York, davon berichtet Finn, nicht zum Notdienst. Doch wenn sie sich endlich dazu durchringen konnten, war es meistens f\u00fcr Menschen auch im Alter von Anfang zwanzig zu sp\u00e4t.<\/p>\n<p>Jodi Picoult l\u00e4sst die Lesenden in dem Glauben, alles sei realistisch. Obwohl man sich beim Lesen manchmal fragt, wie kann es sein, dass Finn Zeit hat, um lange E-Mails zu schreiben. Tragisch ist, dass Diana, auch zuf\u00e4llig, Kontakt zum Heim ihrer Mutter bekommt und sie per<br \/>FaceTime zum letzten Mal sieht. Nie hatte die Mutter wirklich Zeit f\u00fcr ihr Kind. Diana erinnert sich nur an ihren viel zu fr\u00fch verstorbenen Vater in Liebe und Dankbarkeit. Er hat ihre Interessen gef\u00f6rdert, denn sie hat ihn, den Restaurator, oft zu seinen Arbeitsorten begleitet.<\/p>\n<p>Clever ist, wie die amerikanische Autorin Jodi Picoult die Lesenden in die Irre f\u00fchrt. Denn pl\u00f6tzlich wird klar, nichts von dem, was auf der Insel weit fort von New York geschehen ist, war real.<\/p>\n<p>Ausgehend davon, dass Menschen, denen Sauerstoff zugef\u00fchrt wird, in Fantasien abgleiten, hat sich Diana ihren Abenteuerurlaub nur vorgestellt. Sie ist nie auf der Insel Isabela gelandet, sie hat nie die Menschen kennengelernt, an die sie so lebensechte Erinnerungen hat. Sie ist einen Tag vor ihrer Urlaubsreise erkrankt und musste dann im Krankenhaus, mit Finn in ihrer N\u00e4he, beatmet werden.<\/p>\n<p>Das ist ein spannender Einfall, um die Erz\u00e4hlung dann wieder auf die F\u00fc\u00dfe zu stellen und die Perspektive zu wechseln.<\/p>\n<p align=\"LEFT\"><span style=\"color: #333333;\"><span style=\"font-family: Times New Roman, serif;\"><span style=\"font-size: medium;\">Kraftvoll in den gro\u00dfen Bez\u00fcgen zu den Pandemiegeschehnissen, die alle bewegt haben, filigran in den Charakterstudien und voller Jubel \u00fcber die Sch\u00f6nheit des Lebens, liest sich dieser Roman. Ein starkes, intensives Lekt\u00fcreerlebnis, geeignet, um \u00fcber die eigenen Erfahrungen nachzudenken und sich klarzumachen, wie wichtig auch heute noch das Tragen der Masken in geschlossenen R\u00e4umen ist.<\/span><\/span><\/span><\/p>\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jodi Picoult: Ich w\u00fcnschte, du w\u00e4rst hier, Aus dem Amerikanischen von Elfriede Peschel, C.Bertelsmann Verlag, 416 Seiten, \u20ac22,00, 978-3-570-10416-3 \u201eMeine einzige Erkl\u00e4rung daf\u00fcr ist, dass ich mir nicht nur das Virus eingefangen habe, sondern auch noch verr\u00fcckt geworden bin.\u201c Kein&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/jodi-picoult-ich-wuenschte-du-waerst-hier\/\">Weiterlesen &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[1],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4628"}],"collection":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=4628"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4628\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":4631,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/4628\/revisions\/4631"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=4628"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=4628"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=4628"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}