{"id":4178,"date":"2021-12-27T15:48:08","date_gmt":"2021-12-27T14:48:08","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=4178"},"modified":"2021-12-27T15:48:08","modified_gmt":"2021-12-27T14:48:08","slug":"die-verschwundene","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/die-verschwundene\/","title":{"rendered":"DIE VERSCHWUNDENE"},"content":{"rendered":"<p><strong>Rachel Hawkins: Die Verschwundene, Aus dem Amerikanischen von Elvira Willems, Heyne Verlag, M\u00fcnchen 2021, 414 Seiten, \u20ac13,00, 978-3-453-42415-9<\/strong><\/p>\n<p><code><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B091JHYDG1\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B091JHYDG1&amp;linkCode=as2&amp;tag=wwwkarinhahnr-21&amp;linkId=fbf65e7a8440d035846174be9c6b8988\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" border=\"0\" src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&amp;MarketPlace=DE&amp;ASIN=B091JHYDG1&amp;ServiceVersion=20070822&amp;ID=AsinImage&amp;WS=1&amp;Format=_SL250_&amp;tag=wwwkarinhahnr-21\"><\/a><\/code><\/p>\n<p><em>\u201eIch habe keinen Grund mehr, Angst zu haben, ermahne ich mich. Die Frau, die auf der Veranda steht, sieht nicht das M\u00e4dchen, das ich einmal war, sie wei\u00df nicht, was ich getan habe.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Die unscheinbare Jane ist Anfang Zwanzig und wirkt, als w\u00e4re sie irgendwo aus dem Nest gefallen.<br \/>\nOffenbar scheint die junge Frau, auch auf der Flucht zu sein. Irgendetwas muss in Ph\u00f6nix passiert sein. Als Hundesitterin verdient sie sich nun ihre \u00fcberteuerte Miete, die sie an ihren einstigen Bekannten John, mit dem sie die Wohnung teilt, zahlen muss. Nebenher bestiehlt die junge Frau ihre reichen Kundinnen, die sowieso nicht registrieren, dass ihnen hier und da Schmuck fehlt. Und Jane kann eines perfekt, l\u00fcgen oder vielleicht nur Halbwahrheiten erz\u00e4hlen. Sie muss sich im Gegensatz zu den Damen im Villenviertel von Birmingham, Alabama irgendwie durchschlagen.<br \/>\nEin Wunder jedoch geschieht, als Jane den Inhaber des prunkvollsten Hauses im Ort durch einen Unfall kennenlernt. Eddie Rochester ist nicht nur unversch\u00e4mt reich und attraktiv, er ist auch noch verwitwet. Seine Frau, Bea Rochester, eine Businessfrau mit eigener Firma und ihre Freundin Blanche Ingraham sind bei einem Bootsungl\u00fcck ums Leben gekommen. Die Leichen wurden zwar nicht gefunden, aber alles deutet darauf hin. Jane f\u00fchrt auch den Hund von Tripp Ingraham aus und hat den leidenden Witwer aus der Nachbarschaft schon erlebt.<br \/>\nJane und Eddie jedenfalls kommen sich n\u00e4her und verlieben sich ineinander.<\/p>\n<p>Multiperspektivisch erz\u00e4hlt die amerikanische Autorin Rachel Hawkins ihren Thriller. Als nun die durchaus lebendige Bea Rochester aus ihrem Blickwinkel von den Geschehnissen berichtet, wei\u00df jeder, dass es sich hier um eine Geschichte dreht, die sich an den Klassiker <em>\u201eJane Eyre\u201c<\/em> von<br \/>\nCharlotte Bront\u00eb anlehnt. Leider erreicht Rachel Hawkins weder Tiefe, noch Romantik und schon gar nicht die gesellschaftspolitische Dimension, die den englischen Roman ausmacht.<br \/>\nEddie hat Bea im Panikroom der Villa eingesperrt und l\u00e4sst die Lesenden in dem Glauben, dass Eddie ihre Freundin Blanche get\u00f6tet hat.<br \/>\nJede Figur hat ihre ganz speziellen Geheimnisse, ob es Bea, Eddie oder Jane ist.<br \/>\nJane r\u00fcckt jedenfalls in den Kreis der wohlhabenden Frauen im Viertel auf und wird als Eddies k\u00fcnftige Frau an allen m\u00f6glichen Wohlt\u00e4tigkeitsinitiativen beteiligt.<br \/>\nParallel erinnert sich Bea an ihre Freundin Blanche und die erste Begegnung mit Eddie. Blanche warnt Bea vor Eddie, denn sie glaubt, er sei nur auf ihre Firma und die Millionen aus.<br \/>\nAls sie dann jedoch in ihrer Ehe mit Tripp nicht gl\u00fccklich wird, wirft sie ein Auge auf ihren Nachbarn Eddie.<br \/>\nJane, aber auch Eddie, auch er wird aus seinem Blickwinkel erz\u00e4hlen, sprechen die Lesenden direkt an und werben um Sympathien. Zugegeben, keine der Figuren ist wirklich angenehm, jede sieht nur ihren Vorteil in den eingegangenen Beziehungen. Oder liebt Eddie doch Bea mehr als sich beide eingestehen wollen? Jane hat sich jedenfalls der unterlassenen Hilfeleistung strafbar gemacht, denn sie hat ihren Pflegevater in Ph\u00f6nix, der sie wie Dreck behandelt hat, bei einem Herzinfakt einfach sterben lassen. Nebenher wird auch noch Jane vom schmierigen John, der ahnt, dass in Ph\u00f6nix irgendetwas passiert sein muss, erpresst, der sie als willkommene Einnahmequelle ansieht. Allerdings ahnt er nicht, dass der gewaltbereite Eddie auch Jane beobachtet und jeden ihrer Schritte kennt. Als Jane dann Ger\u00e4usche in der Villa h\u00f6rt und Eddie sie nicht mehr ablenken kann, nimmt die Trag\u00f6die ihren Lauf.<\/p>\n<p>Warum die Figuren, z.B. Jane und Eddie sich aufeinander einlassen, bleibt innerhalb der Handlung v\u00f6llig unklar. Auch die Mordgeschichte ist vage. Dass die Frauen kl\u00fcger sind als die M\u00e4nner will diese Geschichte suggerieren, aber sie \u00fcberzeugt nicht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Rachel Hawkins: Die Verschwundene, Aus dem Amerikanischen von Elvira Willems, Heyne Verlag, M\u00fcnchen 2021, 414 Seiten, \u20ac13,00, 978-3-453-42415-9 \u201eIch habe keinen Grund mehr, Angst zu haben, ermahne ich mich. 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