{"id":4020,"date":"2021-09-04T10:13:15","date_gmt":"2021-09-04T08:13:15","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=4020"},"modified":"2021-09-04T10:13:15","modified_gmt":"2021-09-04T08:13:15","slug":"die-andere-tochter","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/die-andere-tochter\/","title":{"rendered":"DIE ANDERE TOCHTER"},"content":{"rendered":"<p><strong>Dinah Marte Golch: Die andere Tochter, List Verlag, Berlin 2021, 448 Seiten, \u20ac22,00, 9783471360101 <\/strong><\/p>\n<p><code><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3471360107\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3471360107&amp;linkCode=as2&amp;tag=wwwkarinhahnr-21&amp;linkId=423dd88d524e4b0a6622ba9015faf8ca\" rel=\"noopener noreferrer\"><img border=\"0\" src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&amp;MarketPlace=DE&amp;ASIN=3471360107&amp;ServiceVersion=20070822&amp;ID=AsinImage&amp;WS=1&amp;Format=_SL250_&amp;tag=wwwkarinhahnr-21\"><\/a><\/code><\/p>\n<p><em>\u201eIch verstehe nun, warum ich dachte, ich m\u00fcsste mich auf Zsazsas Seite schlagen, als alle anfingen, sie schlechtzumachen. Es ging gar nicht um diese Schwester. Es ging um meine.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Toni Petzold ist um die vierzig. Sie lebt in einem H\u00e4uschen in Berlin-Spandau, will keine Kinder, nicht mit ihrem Freund Holger zusammenziehen und r\u00e4umt Wohnungen von Toten im Auftrag der Angeh\u00f6rigen aus.<br \/>\nAlles, was in diesem atemberaubend spannend geschriebenen Roman geschieht, umspannt die Zeit von April bis Oktober 2019. Mal erfahren die LeserInnen die Geschichte aus der Sicht von Toni, mal berichtet ein personaler Erz\u00e4hler, besonders dann, wenn Toni in Frankfurt am Main bei Familie Mertens von einem Gef\u00fchlsbad ins n\u00e4chste steigt.<br \/>\nDie Autorin Dinah Marte Golch erz\u00e4hlt zeitversetzt und hat ihre Handlung geschickt konstruiert. Sie versorgt die LeserInnen mit neuen Informationen, die sie eher verunsichern, als h\u00e4tten sie etwas \u00fcberlesen. Aber das ist nicht der Fall. Eins baut aufs andere auf und so fesselt die Berliner Autorin die LeserInnen und zwingt sie fast, den Roman in einem Zug zu lesen.<\/p>\n<p>Toni ist bei ihrer geliebten Gro\u00dfmutter in Spandau aufgewachsen, bis sie dann mit zw\u00f6lf Jahren wieder bei den leiblichen Eltern, beide sind von Beruf Lehrer, wohnen konnte. Sp\u00e4ter wird sich herausstellen, dass Toni erst ab dem f\u00fcnften Lebensjahr, 1984, auf Weisung des Jugendamtes in die Obhut der Oma, der Mutter des Vaters von Toni, kam. Nur der Vater hat Toni regelm\u00e4\u00dfig besucht.<br \/>\nGleich zu Beginn der Geschichte schleicht sich Toni trotz Polizeisiegel in die Wohnung der Eltern.<br \/>\nDer Vater hat seine Frau Brigitte, die Toni nie Mutter genannt hat, im Oktober 2019 schwer verletzt und sitzt im Gef\u00e4ngnis.<\/p>\n<p>Bei einer Wohnungsentr\u00fcmpelung im April 2019 geschieht ein Ungl\u00fcck und Toni verliert durch den Austritt einer chemischen Substanz ihr Augenlicht. Eine Transplantation gibt Toni ihre Sehkraft zur\u00fcck. Ein Wunder f\u00fcr alle. Um sich erkenntlich zu zeigen, schreibt Toni einen Dankesbrief, der anonym weitergegeben wird. Sie bekommt, was eigentlich laut Gesetz nicht sein darf, einen Antwortbrief von Clara Mertens, der Mutter der Frau, sie nannten sie Zsazsa, durch deren Tod Tonis Augenlicht gerettet wurde. Toni trifft sich mit Clara Mertens, einer schwerreichen Villabesitzerin in Frankfurt am Main und ein unheilvoller Reigen von Ereignissen beginnt. Zwischen Clara und Toni entwickelt sich ein enges Verh\u00e4ltnis, dass Claras bodenst\u00e4ndige Tochter Evelyn mit Argwohn beobachtet. Toni ahnt nicht, dass im Hintergrund ein Privatdetektiv seine F\u00e4den spinnt. Seltsame Halluzinationen und Albtr\u00e4ume von einem brennenden M\u00e4dchen verfolgen Toni in den unm\u00f6glichsten Momenten. Als Toni klar wird, dass Clara vielleicht nur die eigene Tochter, die attraktiv, kreativ und offenbar an einer Borderline &#8211; St\u00f6rung litt, in Tonis Augen sieht, stellen sich Unstimmigkeiten ein, die Evelyn vehement f\u00f6rdert. Evelyn vertuscht vieles, was Clara nicht sehen soll und vor allem nicht Toni, die mit ihrer Art, alles zu hinterfragen, auf Familiengeheimnisse sto\u00dfen k\u00f6nnte, die den Reichtum der Mertens begr\u00fcndet haben.<\/p>\n<p>Mit Hilfe eines Therapeuten ( Fantastisch sind seine Ausf\u00fchrungen \u00fcber kindliche Wahrnehmungen und Eltern-Kind-Bindungen in den ersten zehn Jahren! )  versucht Toni, hinter all ihre Leerstellen in der Kindheit zu gelangen. Ihr Vater, ein friedfertiger Alkoholiker, sagt nicht die ganze Wahrheit, das sp\u00fcrt sie. Er f\u00fchlt sich schuldig, denn er hat dem rigiden und emotionslosen Erziehungsstil seiner Frau nie Grenzen gesetzt.<\/p>\n<p>Wie in einer guten Serie \u00f6ffnen sich immer wieder aufs Neue in Gegenwart und Vergangenheit Ungereimtheiten, hinter die die LeserInnen und nat\u00fcrlich Toni schauen m\u00f6chte.<br \/>\nAm Ende wird sie alles \u00fcber Zsazsa und die andere Tochter, die nicht Zsazsa ist, wissen und sagen:<\/p>\n<p><em>\u201eIch bin nicht mehr Toni. Ich bin jetzt eine andere.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Absolut spannender Roman vom ersten bis zum letzten Satz. Hoffentlich bald verfilmt, w\u00fcrde mich freuen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Dinah Marte Golch: Die andere Tochter, List Verlag, Berlin 2021, 448 Seiten, \u20ac22,00, 9783471360101 \u201eIch verstehe nun, warum ich dachte, ich m\u00fcsste mich auf Zsazsas Seite schlagen, als alle anfingen, sie schlechtzumachen. Es ging gar nicht um diese Schwester. 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