{"id":4015,"date":"2021-08-29T14:37:47","date_gmt":"2021-08-29T12:37:47","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=4015"},"modified":"2021-08-29T14:37:47","modified_gmt":"2021-08-29T12:37:47","slug":"reise-nach-maine","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/reise-nach-maine\/","title":{"rendered":"REISE NACH MAINE"},"content":{"rendered":"<p><strong>Matthias Nawrat: Reise nach Maine, Rowohlt Verlag, Hamburg 2021, 218 Seiten, \u20ac22,00, 978-3-498-00231-2<\/strong><\/p>\n<p><code><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B08NH5CSZD\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B08NH5CSZD&amp;linkCode=as2&amp;tag=wwwkarinhahnr-21&amp;linkId=3b53e58f50fcfea1f85b158b145578b1\" rel=\"noopener noreferrer\"><img border=\"0\" src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&amp;MarketPlace=DE&amp;ASIN=B08NH5CSZD&amp;ServiceVersion=20070822&amp;ID=AsinImage&amp;WS=1&amp;Format=_SL250_&amp;tag=wwwkarinhahnr-21\"><\/a><\/code><\/p>\n<p><em><br \/>\n\u201eJetzt, da meine Mutter auch die zweite Woche f\u00fcr sich beanspruchte, meine Allein-Woche, war meine Vorfreude nur noch ein Konstrukt. Ich meinte pl\u00f6tzlich, dass ich sie nur empfand, weil meine Mutter sich das w\u00fcnschte, es von mir erwartete. Ich hatte ihr etwas Gutes tun, ihr zeigen wollen, dass sie mir wichtig war. Aber sie hatte es geschafft, dachte ich, es in eine Pflicht umzuwandeln, ganz wie immer, wenn sie zu ihren Vortr\u00e4gen anhob dar\u00fcber, was Familie bedeutet, dass auch Verpflichtungen damit verbunden waren.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Sommer 2018: Der Ich-Erz\u00e4hler geht mit seiner Mutter, Celina, die Rentnerin ist, auf Reisen. Ihr Ziel: Eine Woche in New York. Eigentlich sollte die Mutter zu einem Freund nach Texas fliegen, aber durch dessen Absage, begleitet die Mutter ihren nun doch etwas ungehaltenen Sohn, der sich ausgetrickst f\u00fchlt, noch f\u00fcr eine Woche nach Maine. Niemand wolle, weder der Ich-Erz\u00e4hler, noch sein Bruder, so die Aussagen der Mutter, mit ihr Zeit verbringen. Die Position der Leidtragenden jedoch wird die Mutter im Laufe der Reise erneut wieder aufnehmen, denn gleich bei der Ankunft in Brooklyn st\u00fcrzt sie. Ihre Verletzungen im Gesicht erregen bei vielen fremden Menschen Aufmerksamkeit.<br \/>\nIn den hei\u00dfen Tagen des Sommers tragen Mutter und Sohn die immer gleichen Scharm\u00fctzel aus, die durch die immer gleichen Verhaltensmuster provoziert werden. Sie behandelt ihn phasenweise fast so, als sei er noch Kind. Sie macht sein Bett, sie putzt, sie gibt Ratschl\u00e4ge. So fordert sie den Einundvierzigj\u00e4hrigen zu einem geregelten Leben mit Frau, Kindern und einem \u201erichtigen\u201c Beruf auf. Er entwindet sich wie immer ihrer \u00fcbergriffigen Art und ihren Ratschl\u00e4gen. Auf  der Reise treffen Mutter und Sohn unterschiedlichste Menschen, die sich den Fremden auf seltsam vertrauliche Weise offenbaren und von Scheidungen, Geldproblemen, Alkoholismus in der Familie und weiteren pers\u00f6nlichen Dingen erz\u00e4hlen.<\/p>\n<p>Matthias Nawrat w\u00e4hlt in seinem gut lesbaren, autofiktional anmutenden Roman, denn unverkennbar ist der Autor identisch mit dem Erz\u00e4hler in der Geschichte, der aus Osteuropa mit der Familie einst nach Deutschland kam, eine Reise, um \u00fcber Zwischenmenschliches zu schreiben. Interessant sind aber auch seine Stadt- wie Naturbeobachtungen, seine Beschreibung von Sinneseindr\u00fccken und Ger\u00fcchen in Manhattan und sp\u00e4ter an den K\u00fcsten von Maine. Immer wieder kehren in den Gedanken des Autors Ausf\u00fchrungen zu seinem eigenen Beruf, auch seine Zweifel, und dem Schreiben selbst.<\/p>\n<p>In der ruhigen Art auf alles, was die Mutter, die eigentlich im Zentrum der Reise steht, veranstaltet, zu reagieren, liegt die St\u00e4rke der Geschichte. Mag es auch zu Meinungsverschiedenheiten kommen, so genie\u00dft doch jeder die gemeinsamen Tage. Zu einer Ann\u00e4herung zwischen Mutter und Sohn werden die Tage auf fremden Terrain nicht f\u00fchren und doch bleibt eine gemeinsame Erinnerung und das ist vielleicht das Wichtigste.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Matthias Nawrat: Reise nach Maine, Rowohlt Verlag, Hamburg 2021, 218 Seiten, \u20ac22,00, 978-3-498-00231-2 \u201eJetzt, da meine Mutter auch die zweite Woche f\u00fcr sich beanspruchte, meine Allein-Woche, war meine Vorfreude nur noch ein Konstrukt. 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