{"id":3972,"date":"2021-08-29T12:41:02","date_gmt":"2021-08-29T10:41:02","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=3972"},"modified":"2021-08-29T12:41:02","modified_gmt":"2021-08-29T10:41:02","slug":"bretonische-idylle","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/bretonische-idylle\/","title":{"rendered":"BRETONISCHE IDYLLE"},"content":{"rendered":"<p><strong>Jean-Luc Bannalec: Bretonische Idylle, Kommissar Dupins zehnter Fall, Verlag Kiepenheuer &amp; Witsch, K\u00f6ln 2021, 318 Seiten, \u20ac16,00, 978-3-462-05402-6<\/strong><em><\/em><\/p>\n<p><em><code><a target=\"_blank\" href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3462054023\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3462054023&amp;linkCode=as2&amp;tag=wwwkarinhahnr-21&amp;linkId=472f7f62a4c3ed4ad6b74d4cdcb1c1c6\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" border=\"0\" src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&amp;MarketPlace=DE&amp;ASIN=3462054023&amp;ServiceVersion=20070822&amp;ID=AsinImage&amp;WS=1&amp;Format=_SL250_&amp;tag=wwwkarinhahnr-21\"><\/a><\/code><\/p>\n<p><\/em><em>\u201eDoch! Er hatte sich richtig erinnert. Uhrzeiten. Es ging um Uhrzeiten. Und um einen nassen Rasen. Von dem nat\u00fcrlich nichts in seinem Notizheft stand. Aber er erinnere sich auch so.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Vielleicht schon ab dem letzten Dupin Fall bin ich mir nicht sicher, ob ich diese B\u00fccher einfach nur liebe und lese, weil ich die Bretagne im Urlaub erlebt habe und eine wunderbare Erinnerung daran geblieben ist. Um ehrlich zu sein, auch bei Donna Leon und ihrem Commissario Brunetti ergeht es mir \u00e4hnlich. Unvergesslich, traumhaft sch\u00f6nes Venedig im Herbst und Menschenmassen im Sommer. Man schiebt sich durch die Touristenmenge noch vor Corona und flieht in die seitlichen Gassen, um ein bisschen das Flair der einzigartigen Stadt zu genie\u00dfen. Leider sind die Verfilmungen der Venedig \u2013 B\u00fccher besser als die der Dupin &#8211; F\u00e4lle. Aber gut, es geht ja hier um den Kriminalfall in Buchform.<br \/>\nEine Hitzewelle ist im August in der Bretagne angekommen. Aber das h\u00e4lt die Mitarbeiter von Georges Dupin nicht davon ab, sein zehnj\u00e4hriges Jubil\u00e4um vorzubereiten. Sicher w\u00fcrde er sich gern vor dieser Festivit\u00e4t dr\u00fccken und wie es der Zufall so will, winkt auch schon ein neuer Fall.<br \/>\nIn einer Boje im Hafen von Do\u00eblan hat sich eine m\u00e4nnliche Leiche verfangen. W\u00e4re sie in den Str\u00f6mungskanal gelangt, h\u00e4tte man zwar diese bestimmte Person vermisst, aber vielen w\u00e4re auch klar, dass das Meer den Menschen wie so viele andere geholt hat. Bei dem Toten handelt es sich um Patric Provost, einen Mann um die sechzig, der eindeutig erw\u00fcrgt wurde. Er wohnt nicht auf dem Festland, sondern auf der wohl sch\u00f6nsten Insel, der Belle-\u00cele. Hier hat Monet gemalt, K\u00fcnstler, wie Matisse oder Rodin haben die Insel besucht und sogar Sarah Bernhardt hat eine Zeit lang auf der Insel gelebt.<br \/>\nAuch Provost ist auf der Insel ein bekannter Mann, denn ihm geh\u00f6rt nicht nur die gr\u00f6\u00dfte Schafzucht, sondern auch Immobilien und Land. Besonders geachtet wurde der Tote allerdings nicht, denn er war \u00e4u\u00dferst geizig, allem Neuen gegen\u00fcber skeptisch und mit allen Leuten zerstritten.<br \/>\nAuch wenn die Ermittlungen auf der Insel Belle-\u00cele, die man per F\u00e4hre von Quiberon aus erreichen kann, im Gange sind, liefert Mitarbeiter und leidenschaftlicher Bretone Riwal wieder alle wissenswerten Hintergrundinformationen. Er hat sogar das Gl\u00fcck, dort \u00fcber ein ger\u00e4umiges Haus mit Blick aufs Meer zu verf\u00fcgen. Nicht \u00fcberm\u00e4\u00dfig, aber doch immer wieder flie\u00dfen Schilderungen \u00fcber die Magie der Insel, ihre Farbenpracht, die Felsenlandschaft, aber auch die wundersamen Flechten in den Text ein.<\/p>\n<p><em>\u201eEins war Dupin auf der Stelle klar: Es war perfekt. Absolut perfekt. Das hier war sein Platz. Ar baradoz, das Paradies. Einfach zu merken, auch auf Bretonisch. Besser ging es nicht. Das waren die Orte, die er liebte. Ungezwungen, urw\u00fcchsig, bodenst\u00e4ndig.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Was Dupin allerdings von den Menschen halten sollte, ist ihm eine ganze Zeit nicht so ganz klar. Mit dem Tod des tyrannischen Ekels ergeben sich f\u00fcr einige Leute, die mit ihm im Streit lagen, so einige Vorteile. Allerdings scheint jemand den reichen Provost, um eine Million erpresst zu haben.<br \/>\nSein Hund wurde als Warnung bereits get\u00f6tet. Doch wo ist die Hundeleiche?<br \/>\nLaut Testament geht alles Geld des Toten in eine Projekt der r\u00fchrigen B\u00fcrgermeisterin Megret, die ein millionenschweres Umweltprojekt initiiert hat. Provost war angeblich davon fasziniert, weil es dazu beitrug, die Insel energietechnisch vom Festland unabh\u00e4ngig zu machen.<br \/>\nDoch dann \u00fcberschlagen sich die Ereignisse. Kapit\u00e4n Albert Zinc wird entf\u00fchrt, wieder folgt eine Geldforderung und die Ex-Frau von Provost, die beiden sich schon \u00fcber zwanzig Jahre geschieden, wird get\u00f6tet.<br \/>\nDie enorme Hitze im August scheint Dupins graue Zellen nicht gerade zu aktivieren, denn er dreht sich im Kreis und findet einfach kein Motiv, geschweige denn den M\u00f6rder.<br \/>\nWie immer lernt man als Leser eine Reihe von mehr oder weniger sympathischen, wie eigenwilligen Menschen kennen, die wohl oder \u00fcbel mit dem Fall in Verbindung gebracht werden m\u00fcssen.<br \/>\nJ\u00f6rg Bong, alias Jean \u2013 Luc Bannalc, wei\u00df genau, wo es so richtig interessant und zugleich landschaftlich einmalig sch\u00f6n und pittoresk ist. Dieser neue Roman ist eine wunderbare, abgesehen von dem Fall, Reise \u00fcber Quiberon nach Belle-\u00cele und zugleich eine Entsch\u00e4digung f\u00fcrs brave Zuhause bleiben.<br \/>\nUnd nach der Party zum zehnj\u00e4hrigen Jubil\u00e4um, kann der elfte Fall folgen!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jean-Luc Bannalec: Bretonische Idylle, Kommissar Dupins zehnter Fall, Verlag Kiepenheuer &amp; Witsch, K\u00f6ln 2021, 318 Seiten, \u20ac16,00, 978-3-462-05402-6 \u201eDoch! Er hatte sich richtig erinnert. Uhrzeiten. Es ging um Uhrzeiten. Und um einen nassen Rasen. 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