{"id":3890,"date":"2021-05-30T08:11:56","date_gmt":"2021-05-30T06:11:56","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=3890"},"modified":"2021-05-30T08:11:56","modified_gmt":"2021-05-30T06:11:56","slug":"unter-dem-ahorn-der-achte-fall-fuer-gamache","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/unter-dem-ahorn-der-achte-fall-fuer-gamache\/","title":{"rendered":"UNTER DEM AHORN &#8211; DER ACHTE FALL F\u00dcR GAMACHE"},"content":{"rendered":"<p><strong>Louise Penny: Unter dem Ahorn \u2013 Der achte Fall f\u00fcr Gamache, Aus dem kanadischen Englisch von Sepp Leeb, Kampa Verlag, Z\u00fcrich 2021, 556 Seiten, \u20ac18,90, 978-3-311-12029-2<\/strong><\/p>\n<p><code><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3311120299\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3311120299&amp;linkCode=as2&amp;tag=wwwkarinhahnr-21&amp;linkId=e5fb7cb2b980dc5fff1fabd5fb4a4971\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&amp;MarketPlace=DE&amp;ASIN=3311120299&amp;ServiceVersion=20070822&amp;ID=AsinImage&amp;WS=1&amp;Format=_SL250_&amp;tag=wwwkarinhahnr-21\" border=\"0\" \/><\/a><\/code><\/p>\n<p><em>\u201eEin alttestamentarischer Tod.<br \/>\nDurch Steinigung. Auge um Auge.<br \/>\nVielleicht hatte der M\u00f6rder geglaubt, das Richtige zu tun. Wenn schon nicht in den Augen der Menschen, so doch in den Augen Gottes.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Sie haben sich weit entfernt von der zivilen Welt, die vierundzwanzig M\u00f6nche im Kloster Saint-Gilbert-Entre-les-Loups. In ihren schwarzen Kutten und den wei\u00dfen Kapuzen gehen sie zum Gebet, arbeiten und sind hoch musikalisch. Seit 400 Jahren verschwinden die armen M\u00f6nche hinter ihren Mauern und kaum jemand hat sie zu Gesicht bekommen. Doch als die Gilbertiner eine CD mit gregorianischen Chor\u00e4len ver\u00f6ffentlichten, mit der guten Absicht mit dem Geld ihre maroden Lebensverh\u00e4ltnisse etwas zu verbessern, \u00fcberh\u00e4uften sie die K\u00e4ufer mit Geld und die Fans und Presse st\u00fcrzte sich auf die M\u00e4nner Gottes. Diesen unerw\u00fcnschten Ruhm konnte der Abt Dom Philippe mit Konsequenz zur\u00fcckdr\u00e4ngen. Doch nun wurde in den Mauern des Klosters der Prior und Chorleiter Bruder Mathieu unter einem herbstlichen Ahorn ermordet und schwer wird es werden, diese Tatsache vor der \u00d6ffentlichkeit geheim zu halten. Nur ein M\u00f6nch aus dem Kloster kann der M\u00f6rder sein, das wissen die der Kirche kaum zugewandten Ermittler Armand Gamache und Jean-Guy Beauvoir. Beide quartieren sich im Kloster ein und beginnen mit ihrer Arbeit. Erschlagen wurde Bruder Mathieu im Garten des Abtes, der im Gegensatz zu allen anderen R\u00e4umen sehr privat ist. Dom Philippe und Bruder Mathieu waren einst allerbeste Freunde, wissen die M\u00f6nche, die vom Schweigegel\u00fcbde befreit sich, zu erz\u00e4hlen. Doch seit einiger Zeit herrschte zwischen den M\u00e4nnern nur Streit, denn Mathieu wollte zu gern eine zweite CD ver\u00f6ffentlichen, da die Fundamente des Klosters br\u00f6ckeln. Doch nicht nur die Fundamente sind instabil, die kleine M\u00e4nnergemeinschaft ist in sich zerstritten. Die einen stehen auf der Seite des tonangebenden Abts, die anderen waren auf der Seite des Priors. Fraglich ist auch, warum der Tote ein Pergament mit Neumen, alten Noten, in H\u00e4nden hielt. Die geniale Gemeinschaft der Gilbertiner, die sich durch die gezielte Rekrutierung von wunderbaren Stimmen, aber auch handwerklichen und geistigen F\u00e4higkeiten zusammensetzt, scheint durch den Mord zu zerbrechen.<br \/>\nAls dann auch noch der Chief Superintendent Sylvain Francoeur, der Intimfeind Gamaches, mit dem Obduktionsbericht und den Ergebnissen der Spurensicherung aufkreuzt, schl\u00e4gt auch die Stimmung bei den Polizisten in Aggression um. Angeblich will Francoeur nur helfen, aber Gamache wei\u00df, dass das eine L\u00fcge ist. Aus den Unterlagen der Pathologie wei\u00df Gamache allerdings nun, dass der Mord eindeutig geplant war und die Tatwaffe kein Stein, sondern eine Eisenstange, sp\u00e4ter wird sich herausstellen ein T\u00fcrklopfer war.<br \/>\nLouise Penny reichert ihren Whodunit &#8211; Krimi mit vielen historischen Fakten aus dem Werdegang der Gilbertiner, einem Orden, der urspr\u00fcnglich aus England stammt und sich dann nach der Reformation \u00fcber Frankreich klammheimlich in der Neuen Welt ansiedelte. Nat\u00fcrlich dreht sich alles um den g\u00f6ttlichen Gesang der M\u00f6nche, deren Schweigen und zutiefst menschliche Abgr\u00fcnde.<br \/>\nAuch Gamache und Beauvoir werden sich durch die Manipulationen Francoeurs in der Enge der kl\u00f6sterlichen Behausung \u00fcberwerfen. Dabei wollte doch Jean-Guy seinem Chef endlich gestehen, dass auch er ein Geheimnis h\u00fctet. Seit gut drei Monaten ist er mit Gamaches Tochter Annie zusammen und es sieht nach mehr aus als nur einer kurzen Aff\u00e4re.<\/p>\n<p>Wie oft sto\u00dfen auch hinter Klostermauern altbekannte Konflikte aufeinander. So geht es unter anderem um neue Ideen der j\u00fcngeren Generation, die auf starres Festhalten an alten Werten der \u00e4lteren Generation trifft. Es geht um Konkurrenzdenken, Hierarchien, Geldgier und Angst.<br \/>\nWie immer konstruiert Louise Penny aus all diesen Komponenten einen absolut spannenden, dialogreichen Plot, der nicht nur gut unterh\u00e4lt, sondern auch offen ist f\u00fcr spirituelle Gedanken.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Louise Penny: Unter dem Ahorn \u2013 Der achte Fall f\u00fcr Gamache, Aus dem kanadischen Englisch von Sepp Leeb, Kampa Verlag, Z\u00fcrich 2021, 556 Seiten, \u20ac18,90, 978-3-311-12029-2 \u201eEin alttestamentarischer Tod. Durch Steinigung. Auge um Auge. 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