{"id":3755,"date":"2021-04-24T16:39:14","date_gmt":"2021-04-24T14:39:14","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=3755"},"modified":"2021-04-24T16:39:14","modified_gmt":"2021-04-24T14:39:14","slug":"bluetengrab","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/bluetengrab\/","title":{"rendered":"BL\u00dcTENGRAB"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ada Fink: Bl\u00fctengrab, Wunderlich Verlag ver\u00f6ffentlicht im Rowohlt Verlag, Hamburg 2021, 446 Seiten, \u20ac16,00, 978-3-8052-0059-2<\/strong><\/p>\n<p><code><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3805200595\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3805200595&amp;linkCode=as2&amp;tag=wwwkarinhahnr-21&amp;linkId=3958dd2a2564375e0718d24b41ae75d8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&amp;MarketPlace=DE&amp;ASIN=3805200595&amp;ServiceVersion=20070822&amp;ID=AsinImage&amp;WS=1&amp;Format=_SL250_&amp;tag=wwwkarinhahnr-21\" border=\"0\" \/><\/a><\/code><\/p>\n<p><em>\u201eIm B\u00fcro kann sie nicht mehr an sich halten und tritt als Erstes ihren Schreibtischstuhl um. Der Druck ist zu gro\u00df. Ein totes M\u00e4dchen, ein anderes in Lebensgefahr, einen Mann in Notwehr erschossen, ihr Bruder vielleicht mit den T\u00e4tern verstrickt und diese dumpfe Ahnung, dass Christas und ihre gemeinsame Geschichte ein Element des Falls ausmacht.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Mai 1993: Kriminaloberkommissarin Ulrike Bandow arbeitet als Ermittlerin in einem wirklich kleinen Ort in der N\u00e4he von Schwerin. Viele Einwohner haben nach dem Mauerfall und dem grassierenden Arbeitsstellenabbau ihre Heimat verlassen. Ulrikes Mutter jedoch hat in Windeseile ihre Kinder und das Haus gleich nach der Wende verlassen. Jetzt arbeitet sie in irgendeinem Hotel in Berlin. Um den minderj\u00e4hrigen Sohn musste sich Ulrike k\u00fcmmern, doch Marc ist nun achtzehn Jahre alt und nicht gerade ein Sonnenschein. Ulrikes Mutter ist Polin und hat ihrer Tochter ihre Muttersprache beigebracht, ein Vorteil f\u00fcr den neuen Fall.<br \/>\nGebettet auf wei\u00dfen Blumen mit grausigen Ritzmalen im K\u00f6rper, gequ\u00e4lt, vergewaltigt und misshandelt findet die dreizehnj\u00e4hrige Ingrid eine Tote im Dohlenwald. Das Opfer ist noch ein Kind. Sein Lebensende muss unvorstellbar grausam gewesen sein.<br \/>\nIngrid ist das Kind einer Familie aus G\u00f6ttingen, die sich einen Hof in Wussnitz gekauft hat, um hier ihren r\u00fcckw\u00e4rtsgewandten Vorstellungen zu fr\u00f6nen. Sie kennen sich mit der germanischen Mythologie bestens aus und auch Ingrid, die Angst hat, dass ihre Mitsch\u00fcler, sie wieder Nazikind nennen, wei\u00df um die Bedeutung der Runen, die am K\u00f6rper der Toten zu sehen sind.<br \/>\nAda Fink \u00f6ffnet in diesem Thriller mehrere Handlungsebenen und l\u00e4sst mal aus der Sicht von Ulrike Bandow und dann wieder aus der Perspektive ihres neuen Kollegen aus Kiel, Ingo Larssen,<br \/>\nberichten. Jeder tr\u00e4gt ein P\u00e4ckchen aus der Vergangenheit mit sich herum.<br \/>\nUlrike f\u00fchlt sich schuldig, weil sie ihrer Freundin Christa als beide ebenfalls dreizehn waren, nicht geglaubt und geholfen hat. Au\u00dferdem hatte ihr Vater, der ebenfalls bei der Polizei arbeitete, ihre Aussage forciert. Als Ulrike jedoch am Hals des toten Kindes eine Silberkette mit einem Marienk\u00e4fer sieht, erinnert sie sich an Christa, die ebenfalls in einem Kinderheim leben musste und diese Kette trug.<br \/>\nDoch wie h\u00e4ngen diese Geschichten zusammen?<br \/>\nIngo Larssen mit seinen gut f\u00fcnfzig Jahren ist ein erfahrener Ermittler. Doch die ostdeutschen Polizeikollegen empfinden ihn, viele sprechen aus Erfahrung, eher als jemanden, der in den Osten kommt, weil er seine stagnierende Karriere wieder in Schwung bringen will oder einfach denkt, er wisse sowieso alles besser. So viele Erfahrungen hatten die ehemaligen DDR-Leute schon gemacht, um einsch\u00e4tzen zu k\u00f6nnen, was der <em>\u201eWessi\u201c<\/em> f\u00fcr ein Typ ist. Larssen hat sich aus einem ganz bestimmten Grund in den Osten versetzen lassen, er sucht seine Tochter Yvonne, ein ehemaliges RAF-Mitglied.<br \/>\nEine erste Spur ergibt sich, als die Polizei im LKW des bekannten Rechtsradikalen Frank Reinelt ( Christa ist seine Frau.) Fingerabdr\u00fccke vom Mordopfer finden. Das M\u00e4dchen stammt aus einem Kinderheim im polnischen Swinem\u00fcnde. Und noch ein M\u00e4dchen ist verschwunden, ebenfalls aus einem Kinderheim in Stettin.<br \/>\nMit unheimlicher Besessenheit leitet Ulrike den Fall, Larssen ist dagegen v\u00f6llig entspannt. Er meint auch, und er wird Recht behalten, dass dieser speziellen Art der T\u00f6tung bereits ein \u00e4hnlicher Fall vorausgegangen sein muss. Reinelt hatte nur seinen Wagen zur Verf\u00fcgung gestellt, die Auftraggeber sind die Br\u00fcder Kegel, die sich in einer ehemaligen LPG verschanzt haben. Ulrike wird einen der Br\u00fcder erschie\u00dfen, der andere wird der Polizei stecken, dass sie bald ihre Ermittlungen einstellen werden, denn dieser Fall von P\u00e4dophilie geht allerh\u00f6chste Kreise an. Und kaum gesagt, ruft auch schon der Staatsanwalt an, und versucht, die Ermittlungen zu behindern.<br \/>\nAber nicht mit Ulrike Bandow und Ingo Larssen.<br \/>\nGut gebaute, temporeiche und mit einem umfangreichen Personal ausgestattete Handlung, die aber auch in ihrer Perversit\u00e4t, was den Fall angeht, unertr\u00e4glich ist. Die Geschichte will weismachen, wozu die Staatssicherheit zu DDR-Zeiten f\u00e4hig war und wie Vergangenes im Gegenw\u00e4rtigen sich wiederholt. Ada Finks Ermittler raufen sich jedenfalls zu einem Team zusammen und sind als Figuren \u00e4u\u00dferst \u00fcberzeugend. Ohne Handy, Internet und E-Mail- Austausch wirkt der Krimi nicht retro, er kann vieles aufarbeiten, was in der Zeit der \u00dcbernahme des Beitrittsgebietes DDR so alles schief gelaufen ist und bis heute nachwirkt. Und auch Bandow und Larssen k\u00f6nnen vieles f\u00fcr sich herausfinden, was sie bisher nicht wussten.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ada Fink: Bl\u00fctengrab, Wunderlich Verlag ver\u00f6ffentlicht im Rowohlt Verlag, Hamburg 2021, 446 Seiten, \u20ac16,00, 978-3-8052-0059-2 \u201eIm B\u00fcro kann sie nicht mehr an sich halten und tritt als Erstes ihren Schreibtischstuhl um. Der Druck ist zu gro\u00df. 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