{"id":3635,"date":"2020-11-09T10:00:21","date_gmt":"2020-11-09T09:00:21","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=3635"},"modified":"2020-11-09T10:00:21","modified_gmt":"2020-11-09T09:00:21","slug":"schwarzrock","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/schwarzrock\/","title":{"rendered":"SCHWARZROCK"},"content":{"rendered":"<p><strong>Brian Moore: Schwarzrock, Aus dem Englischen von Otto Bayer, Diogenes Verlag, Z\u00fcrich 2020, 286 Seiten, \u20ac24,00, 978-3-257-017145-0<\/strong><br \/>\n<code><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B08HSVS64N\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B08HSVS64N&amp;linkCode=as2&amp;tag=wwwkarinhahnr-21&amp;linkId=d368e0620bafee9976d1a1f873356441\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&amp;MarketPlace=DE&amp;ASIN=B08HSVS64N&amp;ServiceVersion=20070822&amp;ID=AsinImage&amp;WS=1&amp;Format=_SL250_&amp;tag=wwwkarinhahnr-21\" border=\"0\" \/><\/a><img loading=\"lazy\" style=\"border: none !important; margin: 0px !important;\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=wwwkarinhahnr-21&amp;l=am2&amp;o=3&amp;a=B08HSVS64N\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" \/><\/code><\/p>\n<p><em>\u201e War es denn so ein Wunder, dass die Wilden ihr h\u00f6chstes Gl\u00fcck im Essen sahen, sie, die fern von Gottes Angesicht in diesem rauen, unbarmherzigen Land leben mussten und wie die wilden Tiere darauf angewiesen waren, Beute zu fangen? W\u00fcrde es je m\u00f6glich sein, diese Menschen zu bekehren?\u201c <\/em><\/p>\n<p>Ins sogenannten Neufrankreich reist der neunzehnj\u00e4hrige, franz\u00f6sische Priester P\u00e8re Laforgue nachdem er die Sprache der<em> \u201eWilden\u201c <\/em>gelernt hat und sich \u00fcber ihre Lebensformen in den B\u00fcchern zweier Pater belesen hat. Allerdings wird vor Ort klar, dass das Verst\u00e4ndnis der sogenannten<em> \u201eSchwarzr\u00f6cke\u201c<\/em> f\u00fcr die<em> \u201eWilden\u201c<\/em> von beiden Seiten absolut nicht gegeben ist.<br \/>\nIn der Mission Qu\u00e9bec sind der Anblick und die Verhaltensweisen der Wilden, ihre Distanzlosigkeit, ihre Ausd\u00fcnstungen, ihre sexuelle Z\u00fcgellosigkeit, ihre gierige Art und Weise alles Fleisch halbroh mit Haaren zu verschlingen und vieles mehr, f\u00fcr ihn unertr\u00e4glich. Die Kinder der Wilden werden nicht erzogen, sie bekommen zwar ab einem bestimmten Alter Aufgaben zugeteilt, handeln aber auch gegen\u00fcber dem Pater respektlos und egoistisch. Sie rei\u00dfen sich die Haare aus und verachten die behaarten Menschen in ihrer Umgebung. Schnell vergisst der Mann Gottes, dass es ein Tabu ist, einen Wilden nach seinem Namen zu fragen. Man wird ihn verh\u00f6hnen und verlachen. Betrachtet der junge Jesuitenpater, die Wilden, ob Huronen, Irokesen oder Algonkin, mit Mitleid, so bezeichnen die Wilden ihn als Ungeheuer oder Schwarzrock. In ihrer f\u00fcr den Leser vulg\u00e4ren Sprache verachten sie die Kolonisten, die den Pelzhandel betreiben, aber auch die Missionare, die f\u00fcr sie seltsame Rituale aus\u00fcben und deren Wahrheit der Lehren sie nicht im geringsten interessieren.<br \/>\nDie Wilden glauben an die Beseeltheit der Natur und ein Leben nach dem Tod, aber dar\u00fcber sprechen sie nicht mit den Priestern. Von ihnen erwarten sie Geschenke, Waffen vor allem und Tabak.<br \/>\nLaforgue wird mit Daniel, einem ebenfalls jungen Mann und mit 26 Ureinwohnern in ein unbekanntes Gebiet in den Norden reisen. Die beiden Pater dort sind in Schwierigkeiten und der junge Laforgue soll die Stelle eines Missionars einnehmen.<\/p>\n<p>Jeweils aus der Sicht des Jesuitenpaters Laforgue und dem der Anf\u00fchrer der Algonkin erz\u00e4hlt Brian Moore von einer abenteuerlichen Reise, bei der Menschen gefoltert und auf grausige Weise umkommen werden. Die Neue Welt ist f\u00fcr <em>\u201eNormannenk\u00f6ttel\u201c,<\/em> wie die Wilden die Menschen aus der Alten Welt nennen, zum Teil unbegreiflich. Die Wilden lassen sich von ihren Tr\u00e4umen leiten, glauben an Zauberer und D\u00e4monen und handeln nicht so, wie die Wei\u00dfen es erwarten. Als Laforgue krank wird, ist klar, dass ihm niemand helfen wird. Die Wilden belasten sich nicht mit Kranken. Auch wenn die Anf\u00fchrer der Algonkin versprochen haben, den Pater und Daniel \u00fcber die gro\u00dfen Schnellen ins Land der Huronen zu bringen, lassen sie den Pater am Winterbeginn einfach allein. Sein Gott wird ihm schon helfen. Auch Daniel l\u00e4sst Laforgue im Stich und folgt seiner Liebe, der Tochter des Jagdh\u00e4uptlings Chomina. Er w\u00fcrde seine Tochter ihm nie geben, aber Daniel ist total verliebt. Chomina, seine Familie und Daniel kehren zum Pater zur\u00fcck, um ihm in der Fremde doch beizustehen. Zu sehr f\u00fcrchten die Wilden den Zorn des Gr\u00fcnders der franz\u00f6sischen Kolonie, Champlains.<br \/>\nZu diesem Zeitpunkt haben bereits die Irokesen das Kanu und die wertvollen Sachen des Priesters entdeckt. Sie nehmen nun alle gefangen und eine Tortur der Gewalt beginnt.<br \/>\nDie moralisch \u00fcberlegenen Priester ahnen vielleicht, was die Ureinwohner \u00fcber sie denken, und glauben doch diese Menschen durch die Taufe, den <em>\u201eWasserzauber\u201c<\/em> zu bekehren.<\/p>\n<p>Brian Moores Sprache ist fantastisch, denn sie zieht den Leser mitten hinein in eine Zeit, in der die Natur noch intakt ist und der Mensch diese achtet und nicht besch\u00e4digen will. Laforgues Erfahrungen mit den Ureinwohnern f\u00fchrt zu einem Umdenken, dass er nie f\u00fcr m\u00f6glich gehalten h\u00e4tte.<\/p>\n<p>Nach der Romanvorlage, Brian Moore verfasste auch das Drehbuch, wurde 1991 unter der Regie von Bruce Beresford mit gro\u00dfem Aufwand der Film <em>\u201eBlake Rob\u201c<\/em> gedreht.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Brian Moore: Schwarzrock, Aus dem Englischen von Otto Bayer, Diogenes Verlag, Z\u00fcrich 2020, 286 Seiten, \u20ac24,00, 978-3-257-017145-0 \u201e War es denn so ein Wunder, dass die Wilden ihr h\u00f6chstes Gl\u00fcck im Essen sahen, sie, die fern von Gottes Angesicht in&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/schwarzrock\/\">Weiterlesen &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3635"}],"collection":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3635"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3635\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3637,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3635\/revisions\/3637"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3635"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3635"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3635"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}