{"id":3431,"date":"2020-05-17T16:06:41","date_gmt":"2020-05-17T14:06:41","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=3431"},"modified":"2020-05-17T16:06:41","modified_gmt":"2020-05-17T14:06:41","slug":"shalom-berlin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/shalom-berlin\/","title":{"rendered":"SHALOM BERLIN"},"content":{"rendered":"<p><strong>Michael Wallner: Shalom Berlin, Piper Verlag, Berlin 2020, 287 Seiten, \u20ac12,90, 978-3492-06191-9<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eEin Grab war gesch\u00e4ndet worden, ein Onlineartikel hatte Wirkung gezeigt. Man kreuzigte einen Hund, \u00fcberfiel einen Fahnder, trotzdem hatten sie so gut wie nichts in der Hand.\u201c <\/em><br \/>\n<code><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3492061915\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3492061915&amp;linkCode=as2&amp;tag=wwwkarinhahnr-21&amp;linkId=84dcab389b6f0b42747037116499f8d8\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&amp;MarketPlace=DE&amp;ASIN=3492061915&amp;ServiceVersion=20070822&amp;ID=AsinImage&amp;WS=1&amp;Format=_SL250_&amp;tag=wwwkarinhahnr-21\" border=\"0\"><\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1\" height=\"1\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" alt=\"\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=wwwkarinhahnr-21&amp;l=am2&amp;o=3&amp;a=3492061915\" border=\"0\"><\/code><\/p>\n<p>Bei der Zunahme an antisemitischen \u00f6ffentlichen Angriffen in Berlin, aber auch Drohungen im Netz liegt es nahe, auch hier einen Ermittler einzuschalten. Es ist ein eigenartiger Fall, der Alain Liebermann, Mitglied des Mobilen Einsatzkommandos Staatsschutz und Spezialist f\u00fcr Terrorbek\u00e4mpfung, im ersten Band von Michael Wallner besch\u00e4ftigt.<\/p>\n<p>Warum investieren wahrscheinlich mehrere T\u00e4ter so einen Aufwand, um einer jungen Frau extrem wehzutun, die nicht mal J\u00fcdin ist. Hanna Golden war zwar kurzzeitig mit einem Juden verheiratet, hat aber als freie Journalistin einfach nur ein Thema gesucht, \u00fcber das sie schreiben wollte. Die mit heftigster Gewalt zerschlagenen Grabsteine auf dem J\u00fcdischen Friedhof bildeten den Ausgangspunkt f\u00fcr die Kreuzigung ihres armen Hundes Ramona, der keiner Seele etwas tun w\u00fcrde.<br \/>\nVon Unbekannten wird Hanna nun mit dem Tod bedroht. Hinzu kommt, dass ihr egozentrischer Freund, angeblicher K\u00fcnstler und von einflussreicher Mutter finanziell ausgehaltener Sch\u00f6nling, sie im Krankenhaus vergewaltigt. Als Hanna an einen versteckten Ort gebracht wird, sp\u00fcrt sie auch dort ein T\u00e4ter auf. Jetzt klingeln alle Alarmglocken bei Liebermann, denn er wei\u00df nun, dass h\u00f6chste Stellen involviert sein m\u00fcssen. Denn wer sollte ansonsten an solche Informationen gelangen. Au\u00dferdem wird auch Liebermann angegriffen und entstellt. Der T\u00e4ter kannte sich ausnehmend gut in seiner Wohnung aus.<br \/>\nAlain Liebermann schaltet seine Informantin ein und erkennt, dass im Vordergrund dieser vielen Aktionen nicht der \u00fcbliche Antisemitismus von dumpfen Rechtsradikalen steht.<\/p>\n<p>Sicher ist es schwierig, der Klischeefalle gerade beim Thema j\u00fcdisches Leben in Berlin zu entgehen. Liebermann lebt in Pankow und nat\u00fcrlich nicht im Hipster und Juppie-Bezirk Prenzlauer Berg, den er aus welchen Gr\u00fcnden auch immer hasst. Er hat eine gro\u00dfe Familie, eine 95 Jahre alte Gro\u00dfmutter, die in einer riesigen Wohnung am Kudamm residiert und als Ratgeberin des Nachts ihren Enkel empf\u00e4ngt und er trauert um seine geliebte Frau Lea, die vor einem Jahr gestorben ist.<br \/>\nVerlockend ist auch die Tatsache, dass so ganz nebenbei immer wieder Informationen \u00fcber die aktuelle Situation der Juden, aber auch ihrer wechselvollen Geschichte in Berlin in die Handlung einflie\u00dfen.<\/p>\n<p><em>\u201eDas Haupttor war nachts geschlossen, die Mauer schwer \u00fcberwindbar, da sie zur Sch\u00f6nhauser Allee hin lag, wo auch nachts Passanten und Autos unterwegs waren. Mit seiner Ostseite grenzte der Friedhof allerdings an den Judengang, eine schmale Schneise zwischen der Friedhofsmauer und den Wohnh\u00e4usern der Kollwitzstra\u00dfe. (\u2026 )<br \/>\nDer Grund, weshalb dieser Pfad angelegt werden musste, war bezeichnend. K\u00f6nig Friedrich Wilhelm III. hatte auf seinen Fahrten zum Lustschloss Sch\u00f6nhausen keinem Leichenzug begegnen wollen, darum hatte die j\u00fcdischen Toten zum Hintereingang ausweichen m\u00fcssen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Wie \u00fcblich in ersten B\u00e4nden bleiben offene Enden, auf die der Leser gespannt bleiben soll. So fragt er sich vielleicht, ob Liebermann wirklich, trotz so innig dargestellter Trauer, sich einer neuen Frau, die ausgerechnet auch noch mit Nachnamen G\u00f6ring hei\u00dfen muss, zuwenden wird und was von diesem Ermittler, der eindeutig spontan sein kann, den richtigen Instinkt, aber auch Menschenkenntnis und Durchsetzungskraft besitzt, noch zu erwarten ist.<\/p>\n<p>Dieser erste Plot, auch wenn die Stadt Berlin mit seinen Originalschaupl\u00e4tzen nat\u00fcrlich eine der Hauptdarstellerinnen ist, wirkt leider allzu konstruiert, zu k\u00fcnstlich, was die Motivlage anbelangt, als das er wirklich \u00fcberzeugen k\u00f6nnte.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Michael Wallner: Shalom Berlin, Piper Verlag, Berlin 2020, 287 Seiten, \u20ac12,90, 978-3492-06191-9 \u201eEin Grab war gesch\u00e4ndet worden, ein Onlineartikel hatte Wirkung gezeigt. 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