{"id":3421,"date":"2020-05-17T14:49:01","date_gmt":"2020-05-17T12:49:01","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=3421"},"modified":"2020-05-17T15:23:50","modified_gmt":"2020-05-17T13:23:50","slug":"dear-oxbridge","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/dear-oxbridge\/","title":{"rendered":"DEAR OXBRIDGE"},"content":{"rendered":"<p><strong>Nele Pollatschek: Dear Oxbridge, Liebesbrief an England, Galiani Berlin Verlag, Berlin 2020, 240 Seiten, \u20ac16,00, 978-3-86971-203-1<\/strong><br \/>\n<code><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B07ZXQR136\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B07ZXQR136&amp;linkCode=as2&amp;tag=wwwkarinhahnr-21&amp;linkId=77d15aa4f7f6e408edcade100c060e72\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&amp;MarketPlace=DE&amp;ASIN=B07ZXQR136&amp;ServiceVersion=20070822&amp;ID=AsinImage&amp;WS=1&amp;Format=_SL250_&amp;tag=wwwkarinhahnr-21\" border=\"0\"><\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1\" height=\"1\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" alt=\"\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=wwwkarinhahnr-21&amp;l=am2&amp;o=3&amp;a=B07ZXQR136\" border=\"0\"><\/code><\/p>\n<p><em>\u201eDas Ideal des Oxbridge \u2013 Studiums, speziell des geisteswissenschaftlichen, ist dann auch nicht korrektes wissenschaftliches Arbeiten und nicht mal Kenntnis des eigenen Faches, sondern die F\u00e4higkeit, \u00fcber fast jedes Thema gewinnbringend reden zu k\u00f6nnen. Das macht die Oxbridge &#8211; Absolventen fast fachunabh\u00e4ngig so erfolgreich. Wer in Oxbridge studiert, der lernt nicht prim\u00e4r die Methoden des Faches, sondern wie man in k\u00fcrzester Zeit gro\u00dfe Mengen an Daten so bearbeitet, dass man sich eloquent und innovativ \u00fcber sie \u00e4u\u00dfern kann.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Offen stehen f\u00fcr die Absolventen dann Berufe, wie Journalisten, Politiker oder F\u00fchrungspositionen, in denen man schnell Entscheidungen treffen muss. Allerdings hei\u00dft das, wie die Autorin ausf\u00fchrt, dass man durchaus auch viel Wissen mitbringen muss. Wenn sie ihre Studientage in Cambridge und Oxford beschreibt, dann sch\u00fcttelt wahrscheinlich jeder deutsche Student im ersten Semester den Kopf oder bekommt innerlich Panik, da er einfach viel zu wenig liest und schreibt.<\/p>\n<p>Als am Morgen des 23. Juni 2016 das Brexit-Votum der britischen W\u00e4hler bekannt gegeben wurde, war f\u00fcr Nele Pollatschek die Erleichterung gro\u00df. Das Pfund rutschte in ein Tief, und die Doktorandin konnte in einem Rutsch ihre durch mehrere Jahre Studium angeh\u00e4uften Schulden begleichen. Mit dieser tragikomischen Pointe beginnt das neue Buch der Anglistin Nele Pollatschek.<\/p>\n<p>Im lockeren Ton beschreibt Nele Pollatschek, die jetzt im Hessischen Rundfunk ihre eigene H\u00f6rstrecke mit <em>\u201ePollatscheks Kanon\u201c<\/em> hat, von ihrer Sehnsucht bereits als Teenager nach englischen Eliteuniversit\u00e4ten und dem Wunsch, Schriftstellerin zu werden. Alle ihre literarischen Idole haben mit den ber\u00fchmten Universit\u00e4ten zu tun und somit dr\u00e4ngt es auch die Autorin an diese Orte. Dass dieser Weg ein nicht gerade leichter ist, beschreibt sie ausf\u00fchrlich. Aber Beharrlichkeit, gro\u00dfer Ehrgeiz und vor allem Leistungsf\u00e4higkeit bringen sie ans Ziel. Am\u00fcsant berichtet sie dann von ihren ersten Erfahrungen mit dem Campusleben und den zugigen Fenstern in allen so romantisch anmutenden englischen H\u00e4usern.<br \/>\nWie elit\u00e4r dann jedoch die Studenten aus sogenanntem guten Hause, die zuk\u00fcnftig die Politikerstellen einnehmen werden, sind, \u00fcberrascht kaum. Dass bei der Wahl gegen David Cameron und f\u00fcr den Brexit gerade die Eliten getroffen werden sollten, ist auch nichts Neues. Gen\u00fcsslich beschreibt die Autorin, wie ihre Mitstudenten, einmal privilegiert, immer privilegiert, sich zu den Konservativen zuz\u00e4hlen und ihre Gesellschaftsklasse als die bessere ansehen. Arme Menschen haben, ihrer Meinung nach, keine Unterst\u00fctzung verdient, da sie sich nicht genug M\u00fche gegeben haben. Selber schuld, wenn sie ihre Kinder nicht an Eliteunis schicken. Dann m\u00fcssen sie halt mehr arbeiten. Wie aus einer anderen Welt lesen sich diese Beschreibungen und erkl\u00e4ren doch Boris Johnsons, ebenfalls Absolvent von Oxbridge, politische Vorstellungen.<\/p>\n<p><em>\u201eDer Politikertyp, der aus Oxbridge kommt, der vorher nat\u00fcrlich schon in Eton war, also Menschen wie David Cameron und Boris Johnson, das ist jemand, der immer schon alle Privilegien hatte, der immer schon etwas Besseres war, und der gleichzeitig gar nicht wei\u00df, dass er sich das nicht erarbeitet hat, sondern dass das einfach ein Privileg ist, dass das einfach von Geburt an da ist. Und weil die vermehrt denken: Boah, das habe ich mir alles erarbeitet, das verdiene ich, kommt daraus eine Gnadenlosigkeit, also der Gedanke, dass diejenigen, die das nicht haben, was man selber hat, es auch nicht verdienen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>In einer Mischung aus eigenen, auch sehr sympathischen wie wohltuenden Erfahrungen an den Unis, die Autorin mag die Briten, und allgemeinen \u00c4u\u00dferungen zum Leben im britischen K\u00f6nigreich lesen sich die<em> \u201eLiebesbriefe an England\u201c<\/em> fl\u00fcssig und f\u00fcr angehende Studenten \u00e4u\u00dferst lehrreich. Nat\u00fcrlich kann jeder profitieren, der vielleicht auch seine F\u00fchler in Richtung Oxbridge ausstrecken will.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Nele Pollatschek: Dear Oxbridge, Liebesbrief an England, Galiani Berlin Verlag, Berlin 2020, 240 Seiten, \u20ac16,00, 978-3-86971-203-1 \u201eDas Ideal des Oxbridge \u2013 Studiums, speziell des geisteswissenschaftlichen, ist dann auch nicht korrektes wissenschaftliches Arbeiten und nicht mal Kenntnis des eigenen Faches, sondern&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/dear-oxbridge\/\">Weiterlesen &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-3421","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-sachbuch"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3421","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3421"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3421\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3423,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3421\/revisions\/3423"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3421"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3421"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3421"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}