{"id":3418,"date":"2020-05-17T14:42:07","date_gmt":"2020-05-17T12:42:07","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=3418"},"modified":"2020-05-17T15:23:04","modified_gmt":"2020-05-17T13:23:04","slug":"soko-heidefieber","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/soko-heidefieber\/","title":{"rendered":"SOKO HEIDEFIEBER"},"content":{"rendered":"<p><strong>Gerhard Henschel: Soko Heidefieber \u2013 Ein \u00dcberregionalkrimi, Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2020, 284 Seiten, \u20ac18,00, 978-3-455-00833-3<\/strong><br \/>\n<code><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/345500833X\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=345500833X&amp;linkCode=as2&amp;tag=wwwkarinhahnr-21&amp;linkId=989ab90af3159736a2b0d53c3510cf69\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&amp;MarketPlace=DE&amp;ASIN=345500833X&amp;ServiceVersion=20070822&amp;ID=AsinImage&amp;WS=1&amp;Format=_SL250_&amp;tag=wwwkarinhahnr-21\" border=\"0\"><\/a><img loading=\"lazy\" width=\"1\" height=\"1\" style=\"border: none !important; margin: 0px !important;\" alt=\"\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=wwwkarinhahnr-21&amp;l=am2&amp;o=3&amp;a=345500833X\" border=\"0\"><\/code><\/p>\n<p><em>\u201eEndlich wieder daheim! Und sch\u00f6n weit weg von all den Luschen, die im Bundeskriminalamt ihre seelischen Deformationen auslebten&#8230;\u201c<\/em><\/p>\n<p>Wer Regionalkrimis \u00fcber alles liebt, sollte diesen Roman nicht zur Hand nehmen.<br \/>\nWen allerdings die Omnipr\u00e4senz der Regionalkrimis in Buchhandlungen oder in gef\u00fchlt hunderten Verlagsvorschauen in jedem Fr\u00fchjahr oder Herbst, ob nun auf Papier, als E-Book, Audiobook oder im Fernsehen nicht nerven, kommt bei dieser kuriosen, bluttriefenden Geschichte voll auf seine Kosten.<\/p>\n<p>Alles beginnt mit einer Lesung in Bad Bevesen aus dem neuesten Werk von Armin Breddeloh, dessen Kriminalromane <em>\u201eHeideblut\u201c, \u201eHeidejagd\u201c oder \u201eHeidefieber\u201c <\/em>sich verkaufen wie geschnitten Brot, wie so gern von Verlagen behauptet wird. Ob diese Krimis ja eher durch Masse als Qualit\u00e4t auffallen, gut geschrieben sind oder sich durch eine Stilbl\u00fcte nach der anderen und grausam konstruierter Mordmethoden hervortun, egal. Hauptsache, die Leute glauben, dass dies gute Unterhaltung ist und kaufen die B\u00fccher. Das mag Literaturkritiker \u00e4rgern oder diejenigen, die auch gern solche B\u00fccher schreiben und doch keinen Verlag f\u00fcr ihre Machwerke finden. Hinzu kommt, dass viele beschauliche wie friedliche Orte oder Regionen, in denen alle m\u00f6glichen Mafiaclans aus Europa oder S\u00fcdamerika, Auftragskiller, Kettens\u00e4gen-M\u00f6rder oder Flammenwerfer zum Zuge kommen, enorm an Attraktivit\u00e4t gewinnen. Jede Lokalpresse hat endlich wieder ein dankenswertes Thema. Allerdings m\u00fcssen alle Regionalkrimi &#8211; Schreiber der zweiten Reihe seit dieser Lesung von Armin Breddeloh um ihr Leben bangen, denn ein Serient\u00e4ter, aus welchen Gr\u00fcnden auch immer, r\u00e4cht sich. Er w\u00e4hlt ganz gezielt Krimiautoren aus und t\u00f6tet sie genauso, wie sie in ihrer Fantasie ihre Opfer vom Leben zum Tod bef\u00f6rdert haben. Bei Armin Breddeloh schneidet der T\u00e4ter dem armen Autor die Kehle durch, entfernt die Augen und ersetzt diese durch Glasaugen. Andere Autoren werden mit eisigen Feuerzangen zu Tode gequ\u00e4lt und in M\u00fcnster in einem K\u00e4fing an einer Turmspitze aufgeh\u00e4ngt, aus Helikopter gesto\u00dfen, von W\u00f6lfen auf einer Hallig zerfleischt oder ein Autorenkopf landet in einem gro\u00dfen Glas. Je gruseliger die T\u00f6tungsmethoden je aufwendiger die Vorbereitung eines offenbar lesefreudigen wie intelligenten M\u00f6rders, der nicht eine Spur hinterl\u00e4sst.<\/p>\n<p>Hauptkommissar Gerold Gerold und Oberkommissarin Ute Fischer \u00fcbernehmen den Fall und finden sich geringe Zeit sp\u00e4ter im BKA in einer 80-k\u00f6pfigen Sonderkommission wieder, da sich der T\u00e4ter in allen m\u00f6glichen Regionen Deutschlands austobt. Die SOKO Heidefieber ist gegr\u00fcndet. Leider erleben die beiden Kommissare, die sich unsterblich ineinander verlieben, eine Reihe von unf\u00e4higen Kollegen bei der Arbeit. Nicht nur Krimiautoren, die sich auf eine bestimmte Region und deren kriminelles Potential eingeschossen haben, strotzen nur so vor Eitelkeiten und Selbstverliebtheit, auch die intriganten Ermittler sind zerfressen von Ehrgeiz und Dummheit. Nat\u00fcrlich m\u00fcssen auch die Kommissare sich durch irgendeine Macke von anderen unterscheiden. Hauptkommissar Gerold Gerold versucht sich an lyrischen Versen mit mehr oder weniger Trefferquote bei den Reimen. Oberkommissarin Fischer \u00fcbernimmt die wirkliche Detektivarbeit und scheut nicht davor zur\u00fcck, auch mal mit dem Einsatz ihres attraktiven K\u00f6rpers voranzukommen. Sie jedenfalls geht dem richtigen Hinweis von einem ehemaligen Autonomen aus Berlin nach und w\u00fchlt sich durch Akten, was nicht sonderlich spannend ist, zumal die Herren Ermittler sich lieber in sinnlose Actionszenen werfen und Steuergelder verbrennen. Nat\u00fcrlich berichten Presse und Fernsehen \u00fcber die blutige Spur des T\u00e4ters und in den sozialen Medien h\u00e4ufen sich die Hassmails gegen die Polizei und die sogenannten Experten.<br \/>\nSo wagt es Autor Frank Schulz, den es ja auch wirklich im realen Leben gibt, von <em>\u201eangewandter Literaturkritik\u201c<\/em> zu sprechen und schon ist die Meute ihm auf den Fersen. Als er sich in den Griechenland-Urlaub verabschiedet, bl\u00fchen ihm<em> \u201eunvergessliche Tage\u201c.<\/em> Auch wenn sein alter Verleger Gerd Haffmans (zweiter Klarname) den verschwundenen Schulz suchen soll, wird dieser durch Wichtigeres abgelenkt.<br \/>\nEin besonderes eifriger um sein Leben f\u00fcrchtender eitler Kotzbrocken namens Waldemar K\u00f6nig taucht immer wieder auf. Er initiiert sogar eine Videokonferenz mit Stephen King, der sich so gar nicht f\u00fcr die Lage der deutschen gef\u00e4hrdeten Krimiautoren interessiert.<\/p>\n<p>Wie in vielen Krimis wird auch bei Gerhard Henschel gen\u00fcsslich gespeist und je nach Region mit den wunderbarsten Ortsnamen in den herrlichsten Dialekten, die ab und zu kaum zu verstehen sind, gesprochen.<\/p>\n<p>An vielen Stellen kann der Leser herzlich lachen, besonders dann wenn Kommissare <em>\u201estrullen\u201c <\/em>gehen oder andere seltsame Dinge veranstalten.<\/p>\n<p>Sicher haben Polizeibeamte noch nie so viel gelesen wie bei diesem Fall. In kursiver Schrift erscheinen die passenden Passagen mit ausf\u00fchrlichen blutigen Details zu den Mordf\u00e4llen.<\/p>\n<p>Hier konnte sich Gerhard Henschel so richtig austoben und auf witzige Weise die Schw\u00e4chen des Genres parodieren.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Gerhard Henschel: Soko Heidefieber \u2013 Ein \u00dcberregionalkrimi, Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 2020, 284 Seiten, \u20ac18,00, 978-3-455-00833-3 \u201eEndlich wieder daheim! 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