{"id":3397,"date":"2020-04-15T13:17:10","date_gmt":"2020-04-15T11:17:10","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=3397"},"modified":"2020-06-01T10:35:49","modified_gmt":"2020-06-01T08:35:49","slug":"vorleben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/vorleben\/","title":{"rendered":"VORLEBEN"},"content":{"rendered":"<p><strong>Georg M. Oswald: Vorleben, Piper Verlag, M\u00fcnchen 2020, 215 Seiten, \u20ac22,00, 978-3-492-05567-3<\/strong><\/p>\n<p><code><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3492055672\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3492055672&amp;linkCode=as2&amp;tag=wwwkarinhahnr-21&amp;linkId=0e132fa9000fcd53712d1fcde1301020\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&amp;MarketPlace=DE&amp;ASIN=3492055672&amp;ServiceVersion=20070822&amp;ID=AsinImage&amp;WS=1&amp;Format=_SL250_&amp;tag=wwwkarinhahnr-21\" border=\"0\"><\/a><img loading=\"lazy\" width=\"1\" height=\"1\" style=\"border: none !important; margin: 0px !important;\" alt=\"\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=wwwkarinhahnr-21&amp;l=am2&amp;o=3&amp;a=3492055672\" border=\"0\"><\/code><\/p>\n<p><em>\u201eKonnte jemand, der sich ihr gegen\u00fcber so arglos und vertraut verhielt wie er, in irgendeine grauenvolle Angelegenheit verwickelt sein? Selbstverst\u00e4ndlich konnte er.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Schnell verlieben sich die beiden und noch schneller zieht sie in seine riesige Wohnung, die im gut betuchten M\u00fcnchner Glockenbachviertel liegt. Daniel, der Cellist mit exzellentem Ruf, \u00f6ffnet sein Herz und alle T\u00fcren seines ausgenommen luxuri\u00f6sen Apartments f\u00fcr Sophia, der Journalistin aus Berlin-Kreuzberg. Sophia konnte fr\u00fch einen guten Start als Reporterin hinlegen und so ihrem kleinb\u00fcrgerlichen Milieu entfliehen. Doch mit der Krise der Medien und vor allem auch im Printjournalismus hangelt sie sich von einem Auftrag zum n\u00e4chsten mehr schlecht als recht.<br \/>\nDoch das Honorar f\u00fcr den Text des Veranstaltungsheftes, dass sie f\u00fcr das Staatliche Sinfonieorchester schreiben soll, ist mehr als gro\u00dfz\u00fcgig. Sophia bekommt dank Daniel den Auftrag und f\u00fchlt sich unsicher, da sie weder musikalisch vorgebildet ist, noch eine Konzertg\u00e4ngerin. Geplagt von Minderwertigkeitsgef\u00fchlen, im Grunde nicht die herausragende Eigenschaft von Journalisten heutzutage, reist Sophia nun mit dem Orchester von Konzert zu Konzert. Ihr Text erscheint, aber niemand bricht in Lobeshymnen aus, au\u00dfer Daniel. Als Liebender ist er nicht mehr objektiv, denkt Sophia.<\/p>\n<p>Zeitversetzt erz\u00e4hlt Georg M. Oswald von Sophias verzweifelten Versuchen, sich ihrem<em> \u201eProjekt\u201c<\/em>, wie Daniel es nennt, zu n\u00e4hern. Ein Roman soll es werden. Sophia wohnt nun bereits ein halbes Jahr bei Daniel und hat alle Zeit der Welt und doch sp\u00fcrt sie im gediegenen Ambiente von Daniels Wohnung den Druck und die Erwartungshaltung ihres neuen Partners. Nach au\u00dfen hin scheint es so zu sein, dass ein 48-j\u00e4hriger Erfolgsmensch sich eine zehn Jahre j\u00fcngere Frau Nobody gesucht hat und sie mit seinem Luxus \u00fcberh\u00e4uft. Sophia sp\u00fcrt das Ungleichgewicht, denn er hat alles, was sie gern h\u00e4tte: berufliche Anerkennung und Talent, eine sch\u00f6ne Wohnung und ein finanzielles Polster.<\/p>\n<p>In R\u00fcckblenden schreibt Sophia \u00fcber die bisher verbrachte Zeit mit Daniel, einem Mann, der Tagebuch schreibt und mit Freunden ein kleines Pastaessen ausrichtet, bei dem nur ber\u00fchmte M\u00fcnchner vorbeischauen und sie als neue Freundin des weltbekannten Cellisten mit Umarmungen begr\u00fc\u00dfen. Nicht eine Sekunde kann die blonde, so attraktive Sophia das Gef\u00fchl von sich weisen, dass sie als Hochstaplerin in das Reich eines ber\u00fchmten Mannes eingedrungen ist. Ihr Scheitern scheint vorprogrammiert angesichts seines gener\u00f6sen Verhaltens und Vertrauens in ihre F\u00e4higkeiten. Alles k\u00f6nnte so wunderbar sein, w\u00e4re da nicht die Eifersucht auf sein Vorleben, die Einsamkeit w\u00e4hrend seiner Konzertreisen und der Wermutstropfen, dass Daniel seit drei Jahren geschieden ist und seine elfj\u00e4hrige Tochter Marie kaum sieht. Sophia hatte in ihrem Vorleben bereits die Erfahrung gemacht, dass das Leben mit einem Partner, der Kinder hat, \u00e4u\u00dferst schwierig sein kann.<\/p>\n<p>Als Daniel wieder mal auf Konzertreise geht, wagt sich Sophia in sein Zimmer und schaut sich ein Fotoalbum an. Hier entdeckt sie ein Polaroid mit dem Bild einer Frau, das sie in einem Sachbuch \u00fcber das Glockenbachviertel wiedererkennen wird. Nadja Perlmann wurde 1989 get\u00f6tet und ihre Leiche zerst\u00fcckelt in M\u00fcnchen verteilt. In einem Schlie\u00dffach fand die Polizei ihren abgetrennten Kopf. Sophia beginnt nun, im Internet zu recherchieren und nach und nach rollt sie diesen Fall der jungen, ungehemmt und frei lebenden Frau auf.<\/p>\n<p>Wie gut kenne ich meinen Partner, der bereits auf ein langes Vorleben zur\u00fcckschaut? Was erz\u00e4hle ich von mir, was will meine neue Liebe \u00fcber Ex-Partner h\u00f6ren?<br \/>\nDiese Gedanken schwingen mit, wenn Sophia, die am Ende auf tragische Weise alles richtig macht und nach und nach ein Geheimnis l\u00fcftet, das letztendlich alles zerst\u00f6ren wird.<\/p>\n<p>Georg M. Oswald, von Hause aus Anwalt in M\u00fcnchen, hat einen Pageturner geschrieben, der den Leser intelligent gefangen nimmt und erst beim letzten Satz wieder frei l\u00e4sst.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Georg M. Oswald: Vorleben, Piper Verlag, M\u00fcnchen 2020, 215 Seiten, \u20ac22,00, 978-3-492-05567-3 \u201eKonnte jemand, der sich ihr gegen\u00fcber so arglos und vertraut verhielt wie er, in irgendeine grauenvolle Angelegenheit verwickelt sein? Selbstverst\u00e4ndlich konnte er.\u201c Schnell verlieben sich die beiden und&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/vorleben\/\">Weiterlesen &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2,6],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3397"}],"collection":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3397"}],"version-history":[{"count":4,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3397\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3481,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3397\/revisions\/3481"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3397"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3397"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3397"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}