{"id":3381,"date":"2020-04-15T12:44:41","date_gmt":"2020-04-15T10:44:41","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=3381"},"modified":"2020-04-15T12:44:41","modified_gmt":"2020-04-15T10:44:41","slug":"sieben-luegen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/sieben-luegen\/","title":{"rendered":"SIEBEN L\u00dcGEN"},"content":{"rendered":"<p><strong>Elizabeth Kay: Sieben L\u00fcgen, Aus dem Englischen von Rainer Schumacher, Verlag Bastei L\u00fcbbe, K\u00f6ln 2020, 383 Seiten, \u20ac15,00, 978-3-7857-2669-3<\/strong><br \/>\n<code><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3785726694\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3785726694&amp;linkCode=as2&amp;tag=wwwkarinhahnr-21&amp;linkId=a871cc10c4eb24e411ed7425a229de51\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&amp;MarketPlace=DE&amp;ASIN=3785726694&amp;ServiceVersion=20070822&amp;ID=AsinImage&amp;WS=1&amp;Format=_SL250_&amp;tag=wwwkarinhahnr-21\" border=\"0\" \/><\/a><img loading=\"lazy\" style=\"border: none !important; margin: 0px !important;\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=wwwkarinhahnr-21&amp;l=am2&amp;o=3&amp;a=3785726694\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" \/><\/code><\/p>\n<p><em>\u201eAll diese Dinge teilte sie nun mit ihm: Bett, Koffer, Geheimnisse. Ich dachte viel an sie in diesen vierzehn Tagen, und jedes Mal zog sich mir die Brust zusammen. Ich hatte das Gef\u00fchl, unsere Wurzeln l\u00f6sten sich auf, und das war schockierend f\u00fcr mich, denn ich hatte es nie f\u00fcr m\u00f6glich gehalten.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Sie kennen sich beide seit gut achtzehn Jahren, seit ihrer Schulzeit. Die Ich-Erz\u00e4hlerin Jane f\u00fchlt sich nur mit der rothaarigen und attraktiven Lichtgestalt Marnie vollkommen. Sie haben sich nach der Schule kurzzeitig f\u00fcr drei Jahre getrennt, um an unterschiedlichen Universit\u00e4ten zu studieren. Doch kein Tag verging, an dem sie sich nicht Nachrichten geschickt haben. Dann wieder nach London zur\u00fcckgekehrt, sind sie zusammengezogen.<\/p>\n<p>Jane erz\u00e4hlt einer imagin\u00e4ren Person von ihren sieben L\u00fcgen. Wer das ist, wird sich zum Ende hin herausstellen. F\u00fcr Jane, die sich selbst immer in den Schatten stellt, sich ungeliebt f\u00fchlt und nicht selbstbewusst ist, lief eigentlich alles bestens, denn sie lernte die Liebe ihres Lebens kennen, den Kameramann Jonathan. Auch wenn Janes Mutter von der fr\u00fchen Hochzeit abgeraten hatte, heirateten die beiden. Janes Bindung an die Mutter war nie sonderlich eng, denn eigentlich liebte die Mutter die j\u00fcngste Tochter Emma, die als Fr\u00fchchen auf die Welt kam, viel mehr. Jetzt besucht Jane die an Demenz erkrankte Mutter als einzige im Altersheim.<br \/>\nDoch die Ehe mit Jonathan dauert nur kurz und endet tragisch. Ein betrunkener Autofahrer \u00fcberf\u00e4hrt den jungen Mann.<br \/>\nMarnie ist f\u00fcr Jane da, aber in Gedanken ist sie eher bei ihrer neuen Liebe Charles. Mit ihm will sie unbedingt zusammenziehen.<br \/>\nJane hasst Charles vom ersten Moment an. Sie h\u00e4lt ihn f\u00fcr einen \u00fcberlebensgro\u00df aufgebl\u00e4hten Angeber, einen schlechten Menschen, der ihrem Jonathan nie h\u00e4tte das Wasser reichen k\u00f6nnen. F\u00fcr Jane ist Charles nicht gut genug f\u00fcr Marnie.<br \/>\nBeim Lesen erf\u00e4hrt man nur die Ansichten von Jane, man fragt sich als Leser, ob man ihrer Geschichte, ihrer Wahrheit, trauen kann?<\/p>\n<p><em>\u201eImmerhin ist das hier meine Wahrheit, und das ist nicht dasselbe wie die Wahrheit.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Wie eng sind Frauenfreundschaften, wenn Schule, Studium und erste Berufserfahrungen vorbei sind? Warum hebt Jane Marnie immer auf ein Podest? Warum grenzt sich Marnie eindeutig klar von Janes unendlicher Zuneigung ab?<br \/>\nBeide sozusagen elternlos, weder Janes Mutter k\u00fcmmert sich um die Tochter, noch Marnies Eltern zeigen Interesse, sp\u00fcren den engen Zusammenhalt, der allerdings auch Risse bekommen kann.<br \/>\nSagt man wirklich einer Freundin direkt, was man denkt, gerade wenn es um einen potenziellen Partner geht?<br \/>\nAls Marnie benebelt von ihren Gl\u00fccksgef\u00fchlen Jane nach ihrer Meinung \u00fcber Charles fragt, entschl\u00fcpft ihr die erste L\u00fcge. Bei der gro\u00dfartigen Hochzeit von Marnie und Charles geschieht in einem unbeobachteten Moment etwas Ungew\u00f6hnliches. Charles ber\u00fchrt Jane auf unsittliche Weise.<br \/>\nIst das wirklich geschehen, hat sie sich das unter Alkoholeinfluss eingebildet? Traut sie ihm sowieso nur alles Schlechte zu? Glaubt sie wirklich, dass sich Marnie nach ihrer Offenbarung an ihre Seite stellen wird?<br \/>\nDie Vorstellung, dass Marnie und Jane ein unzertrennliches Team sind, brennt sich in Janes Gedanken ein. Die Erfahrung, dass die Symbiose sich aufl\u00f6sen k\u00f6nnte, l\u00f6st in ihr ungeheure Aggressionen aus. Als Jane nach einer Auseinandersetzung mit Marnie in ihre Wohnung geht, sie hat einen Schl\u00fcssel, liegt Charles verletzt auf dem Boden. Jane k\u00f6nnte nun die Polizei rufen. Aber die Sehnsucht nach der alten Vertrautheit mit ihrer Freundin Marnie verleitet sie zu einer Tat, die mehr als grausam ist. Und sie wird vor weiteren L\u00fcgen nicht zur\u00fcckschrecken. Nicht die Polizei wird sich auf Janes F\u00e4hrte machen, sondern eine unsympathische Bloggerin, die mit ihren L\u00fcgen wiederum an die \u00d6ffentlichkeit geht und sensationsl\u00fcstern Leben zertr\u00fcmmert.<\/p>\n<p>Elizabeth Kay hat mit ihrem Deb\u00fct einen Pageturner vorgelegt, der bis zur letzten Seite auch ohne raffiniertes Versteckspiel den Leser in Atem h\u00e4lt. Eifersucht kollidiert mit L\u00fcgen, Schuld mit Unschuld und Alleinsein mit Zweisamkeit.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Elizabeth Kay: Sieben L\u00fcgen, Aus dem Englischen von Rainer Schumacher, Verlag Bastei L\u00fcbbe, K\u00f6ln 2020, 383 Seiten, \u20ac15,00, 978-3-7857-2669-3 \u201eAll diese Dinge teilte sie nun mit ihm: Bett, Koffer, Geheimnisse. 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