{"id":3303,"date":"2020-01-22T08:51:58","date_gmt":"2020-01-22T07:51:58","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=3303"},"modified":"2020-01-22T08:51:58","modified_gmt":"2020-01-22T07:51:58","slug":"upstate","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/upstate\/","title":{"rendered":"UPSTATE"},"content":{"rendered":"<p><strong>James Wood: Upstate, Aus dem Englischen von Tanja Handels, Rowohlt Verlag, Hamburg 2019, 299 Seiten, \u20ac22,00, 978-3-498-07406-7<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B07RVHN1FB\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B07RVHN1FB&amp;linkCode=as2&amp;tag=wwwkarinhahnr-21&amp;linkId=0b42feed44f515ab1df0d454656b3b7c\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&amp;MarketPlace=DE&amp;ASIN=B07RVHN1FB&amp;ServiceVersion=20070822&amp;ID=AsinImage&amp;WS=1&amp;Format=_SL250_&amp;tag=wwwkarinhahnr-21\" border=\"0\" \/><\/a><img loading=\"lazy\" style=\"border: none !important; margin: 0px !important;\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=wwwkarinhahnr-21&amp;l=am2&amp;o=3&amp;a=B07RVHN1FB\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" border=\"0\" \/><code><\/code><code><code><\/code><\/code><\/p>\n<p><em>\u201eEr sah seinen beiden hochintelligenten, erwachsenen T\u00f6chtern dabei zu, wie sie einander n\u00e4herkamen und sich wieder abstie\u00dfen, wie Magnete mit wechselnden Polen: Helen scheinbar selbstsicherer, schlagfertiger, mit ihren leicht spitzen Z\u00e4hnen, elegant und attraktiv, aber auch irgendwie bitter, als w\u00e4re sie eine notwendige Arznei, die Vanessa unbedingt einnehmen musste; Vanessa stiller, weicher, mit ihrem langen dunklen Haar und dem leicht verkniffenen Blick, dabei aber genau, pr\u00e4zise in jedem einzelnen Wort und Gedanken \u2026.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Helen und Vanessa sind die T\u00f6chter des 68-j\u00e4hrigen Alan Querry, einem einst erfolgreichen Bauunternehmers aus Northumberland, der jetzt finanziell in eine wahre Schieflage geraten ist. Eigentlich m\u00fcsste er seiner alten Mutter sagen, dass sie nicht mehr im teuren Altenheim leben kann und zu ihm ziehen muss. Aber seine junge, dynamische neue Frau w\u00fcrde damit kaum klarkommen, zumal sie auch zu den T\u00f6chter von Alan ein schlechtes Verh\u00e4ltnis hat. Alans erste bereits verstorbene Frau, hatte sich von ihm getrennt, da waren die T\u00f6chter gerade mal Teenager. Ins Erwachsenenleben hatte der Vater die T\u00f6chter gef\u00fchrt. Helen ist eine erfolgreiche Managerin in einem Musikunternehmen und Vanessa Philosophieprofessorin in den USA, in Saratoga Springs im Bundesstaat New York, Upstate.\u00a0<code><code><\/code><\/code><\/p>\n<p>Als Vanessas Freund Josh eine Mail an Helen schickt, wird klar, dass Van wieder unter einem depressiven Schub leidet. Hat sich Van wirklich eine Treppe hinabgest\u00fcrzt oder war es ein Unfall? Alan sorgt sich und beschlie\u00dft zum ersten Mal seine \u00e4ltere Tochter, die nun bereits 40 Jahre alt ist, in den USA zu besuchen. Fr\u00fcher hatte die Tochter den Vater in England in den Ferien aufgesucht. Helen, um die er sich fast nie so gro\u00dfe Sorgen gemacht hat, begleitet ihn, da sie sowieso beruflich in New York ist. Eine Woche hat die j\u00fcngere Tochter Zeit, denn sie m\u00f6chte zur\u00fcck zu ihren kleinen S\u00f6hnen und ihrem Mann, der nicht gerade sehr h\u00e4uslich ist.<\/p>\n<p><code><code><\/code><\/code><\/p>\n<p>James Wood, der selbst als Literaturkritiker gearbeitet hat, schaut in seinen Figuren tief in die Seelen. Er wechselt die Perspektiven und erz\u00e4hlt mal aus Alans Blickrichtung, dann erf\u00e4hrt der Leser, was Helen denkt und dann wiederum wie es Vanessa wirklich geht. Alan erinnert sich zus\u00e4tzlich an vieles aus der Kindheit der M\u00e4dchen, er reflektiert \u00fcber seine Eltern, seine Frau und seine pers\u00f6nliche desastr\u00f6se Lage momentan.<br \/>\nAlan beobachtet den neuen Freund und offenbar die gro\u00dfe Liebe seiner Tochter Vanessa eher mit Skepsis. Josh ist sieben Jahre \u00e4lter, arbeitet frei als Wirtschaftsjournalist und scheint im Haus kaum Spuren zu hinterlassen. Vanessa scheint sehr an ihm zu h\u00e4ngen und m\u00f6chte gern mit Josh nach England zur\u00fcckkehren. Doch dieser scheint ganz andere Pl\u00e4ne zu verfolgen, wie Helen feinf\u00fchlig erkannt hat. Als Helen dem Vater offenbart, dass sie nicht l\u00e4nger reisen und bei ihrem aktuellen Arbeitgeber nicht bleiben will, beginnt die n\u00e4chste Sorge. Helen will sich selbstst\u00e4ndig machen, da die Musikbranche im Umbruch begriffen ist. Die Handlung spielt im Jahr 2007, Barack Obama wird als Pr\u00e4sidentenkandidat aufgestellt, alle sind hoffnungsfroh und wei\u00df doch jeder, welche Krise demn\u00e4chst zuschlagen wird. Helen rechnet nicht direkt mit der finanziellen Hilfe des Vaters. Als dieser ihr seine wahre Lage offenbart, zeigt sich, dass Helen zugunsten Vanessas immer zur\u00fcckstecken musste.<br \/>\nAber auch in Vanessas Leben bahnt sich eine Ver\u00e4nderung an. Josh scheint nicht der stabile Partner zu sein, den sie br\u00e4uchte. Alan ahnt das.<code><code><\/code><\/code><\/p>\n<p>Nicht viel passiert in diesem Roman und doch blickt der Leser wie in einem Kammerspiel genau ins Innenleben der trotzdem immer noch wohlsituierten dysfunktionalen Kleinfamilie. Ohne zu psychologisieren, umkreist James Wood alle Probleme: Abstiegs\u00e4ngste, Gesundheitsprobleme und Trennungen. Warum neigt die eine Tochter zu Depressionen, die vielleicht durch die fr\u00fche Scheidung der Eltern verursacht wurde, warum ist die andere so kraftvoll, impulsiv und lebenspraktisch?<br \/>\nEin kluger Roman!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>James Wood: Upstate, Aus dem Englischen von Tanja Handels, Rowohlt Verlag, Hamburg 2019, 299 Seiten, \u20ac22,00, 978-3-498-07406-7 \u201eEr sah seinen beiden hochintelligenten, erwachsenen T\u00f6chtern dabei zu, wie sie einander n\u00e4herkamen und sich wieder abstie\u00dfen, wie Magnete mit wechselnden Polen: Helen&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/upstate\/\">Weiterlesen &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"closed","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[2],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3303"}],"collection":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=3303"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3303\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":3305,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/3303\/revisions\/3305"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=3303"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=3303"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=3303"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}