{"id":3287,"date":"2019-12-06T10:37:52","date_gmt":"2019-12-06T09:37:52","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=3287"},"modified":"2019-12-06T10:37:52","modified_gmt":"2019-12-06T09:37:52","slug":"der-fremde-im-haus","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/der-fremde-im-haus\/","title":{"rendered":"Der Fremde im Haus"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ruth Rendell: Der Fremde im Haus, Aus dem Englischen von Karin Dufner, Blanvalet in der Verlagsgruppe Random House, M\u00fcnchen 2019, 302 Seiten, \u20ac14,99, 978-3-7645-0584-4<\/strong><\/p>\n<p><code><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/B07Q5YT6H2\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=B07Q5YT6H2&amp;linkCode=as2&amp;tag=wwwkarinhahnr-21&amp;linkId=bc61d6b1692d866b6c399a18764868fd\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&amp;MarketPlace=DE&amp;ASIN=B07Q5YT6H2&amp;ServiceVersion=20070822&amp;ID=AsinImage&amp;WS=1&amp;Format=_SL250_&amp;tag=wwwkarinhahnr-21\" border=\"0\"><\/a><img loading=\"lazy\" width=\"1\" height=\"1\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" alt=\"\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=wwwkarinhahnr-21&amp;l=am2&amp;o=3&amp;a=B07Q5YT6H2\" border=\"0\"><\/code><\/p>\n<p><em>\u201eDabei wurde ihm klar, was ihn an Dermots Drohungen am meisten ver\u00e4ngstigte. Er f\u00fcrchtete sich nicht vor dem Einkommensverlust, sondern vor der Dem\u00fctigung. Mit dieser Schande konnte er nicht leben.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Carl Martin hat erfolgreich seinen ersten Roman verkauft und sogar das Haus seines Vaters in Falcon Mews geerbt. Als junger Autor wei\u00df er, dass er zu Beginn einer Schriftstellerkarriere kaum vom Schreiben leben kann. So vermietet Carl die erste Etage seines Hauses an einen eher unauff\u00e4lligen ruhigen Mann namens Dermot McKinnon, der einer regelm\u00e4\u00dfigen Arbeit in der Sutherland-Tierklinik nachgeht und sogar jeden Sonntagmorgen die Kirche besucht.<br \/>\nAlles l\u00e4uft bestens. Carl sitzt an seinem zweiten Roman, der ja bekannterma\u00dfen schwieriger zu schreiben ist als der erste. Er hat eine liebenswerte Freundin, Nicola, und die Mieteinnahmen sichern Carls Lebensunterhalt. Allerdings verk\u00fcndet die Autorin Ruth Rendell schon ab der ersten Seite, dass es Carl auf den folgenden Seiten \u00fcberhaupt nicht gut gehen wird. Eigentlich wollte Carl schon l\u00e4ngst die Schr\u00e4nke von seinem Vater ausr\u00e4umen. Dessen Leidenschaft bestand im Sammeln von Medikamenten aller Art. Als Carl sich nun mit einer Bekannten, Stacey Warren, einer Schauspielerin mit argen Gewichtsproblemen, trifft, verkauft er ihr, ohne auf die Nebenwirkungen zu sehen, 50 Tabletten von Dinitrophenol. Bei der Einnahme geschieht ein Ungl\u00fcck und Stacey stirbt an Herzversagen.<br \/>\nEine Katastrophe. Gefunden hat die angebliche <em>\u201eFreundin\u201c <\/em>die neugierige Lizzie Milsom, die gern in anderen Wohnungen herumstromert. Eigenartigerweise deponieren Leute ihre Zweitschl\u00fcssel in Verstecken unmittelbar in der N\u00e4he ihrer Wohnungst\u00fcren.<\/p>\n<p>Durch die Popularit\u00e4t der Serienschauspielerin schreibt die Presse \u00fcber Staceys Tod. Der unscheinbare Untermieter von Carl wei\u00df von den Medikamentenvorr\u00e4ten, z\u00e4hlt eins und eins zusammen und erpresst seinen Vermieter. Von Stunde an zahlt er keine Miete mehr und Carl, unf\u00e4hig zu arbeiten und voller Schuldgef\u00fchle, beugt sich dem Willen des unsympathischen Untermieters. Der treibt sein Spiel mit Carl nun immer weiter. Mit seiner Freundin Sybil sitzt er im Garten, den er nur auf dem Weg durch Carls K\u00fcche betreten kann. Carl vermutet, dass Dermot nun bald das G\u00e4stezimmer f\u00fcr sich in Anspruch nehmen wird.<br \/>\nObwohl Nicola zu Carl gezogen ist, kann sie ihn nicht dazu bewegen, sich gegen Dermot durchzusetzen. Zu gro\u00df ist Carls Angst vor einer schlechten Presse.<br \/>\nLizzie quartiert sich in der ger\u00e4umigen Wohnung der toten <em>\u201eFreundin\u201c<\/em> ein. Sie tr\u00e4gt ihre Kleider und \u00fcberredet sogar den Erben der Wohnung, der nach nach Asien reist, dass sie weiterhin die Wohnung h\u00fctet. Weiterhin erz\u00e4hlt Ruth Rendell von Lizzies Vater, Tom Milsom, der seine Tochter und all ihre L\u00fcgen durchschaut. Er ist jetzt Pension\u00e4r und um die Tage nicht mit seiner Frau verbringen zu m\u00fcssen, f\u00e4hrt Tom kostenfrei durch Londons Stra\u00dfen Bus. Von hier aus sieht er so einiges, bringt aber auch sich selbst in Gefahr.<\/p>\n<p>Inzwischen leidet Carl unter Dermots falschem L\u00e4cheln und seiner permanenten Anwesenheit. L\u00e4ngst l\u00e4uft er nicht mehr leise die Treppe hinauf und er l\u00e4dt sogar fremde Personen in den Garten ein. Carl braucht die Mieteinnahmen, denn sein Vorschuss auf den zweiten Roman ist langsam aufgebraucht. Es kommt, wie es kommen muss. Carl entschlie\u00dft sich bewusst oder auch im Effekt zum \u00c4u\u00dfersten. Nach Dermots Tod regelt sich allerdings gar nichts, denn seine Freundin Sybil zieht nun in Dermots Wohnung ein und behauptet, dass sie mietfrei bei Carl leben d\u00fcrfe.<\/p>\n<p>In Ruth Rendells Thriller kreist die Geschichte um Distanz und N\u00e4he und ums leidige Thema Wohnen. Verf\u00fcgen die einen \u00fcber angemessenen und bezahlbaren Wohnraum, so steht den anderen nur wenig zu. Holt man sich einen Untermieter ins Haus, dann ist nicht garantiert, dass dieser, so wie Dermot, nicht doch in den privaten R\u00e4umen nach Geheimnissen schn\u00fcffelt oder an T\u00fcren lauscht. Seltsam altmodisch liest sich diese beunruhigende und sprachlich einfache Geschichte, der 2015 verstorbenen Autorin. Der Verlauf der Handlung, sowie das Ende sind durchaus vorhersehbar und trotzdem folgt man diesem kammerspielartig aufgebauten Roman mit Vergn\u00fcgen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ruth Rendell: Der Fremde im Haus, Aus dem Englischen von Karin Dufner, Blanvalet in der Verlagsgruppe Random House, M\u00fcnchen 2019, 302 Seiten, \u20ac14,99, 978-3-7645-0584-4 \u201eDabei wurde ihm klar, was ihn an Dermots Drohungen am meisten ver\u00e4ngstigte. 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