{"id":275,"date":"2019-06-20T13:44:04","date_gmt":"2019-06-20T11:44:04","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=275"},"modified":"2019-06-20T13:44:04","modified_gmt":"2019-06-20T11:44:04","slug":"flavia-de-luce-halunken-tod-teufel","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/flavia-de-luce-halunken-tod-teufel\/","title":{"rendered":"Flavia de Luce \u2013 Halunken, Tod &#038; Teufel"},"content":{"rendered":"<p><strong>Alan Bradley: Flavia de Luce \u2013 Halunken, Tod &amp; Teufel, Aus dem Englischen von Katharina Orga\u00df und Gerald Jung, Penhaligon Verlag, M\u00fcnchen 2011, 352 Seiten, \u20ac19,99, 978-3-7645-3026-6<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201e Ich hatte keine Angst vor Leichen. Im Gegenteil, aufgrund meiner beschr\u00e4nkten Erfahrungen wage ich zu behaupten, dass ihr Anblick mich geradezu aufleben l\u00e4sst. Ein Toter ist viel interessanter als ein Lebender, denn die meisten Leichen haben sogar die spannenderen Geschichten zu erz\u00e4hlen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Der Kanadier Alan Bradley l\u00e4sst seine 11-j\u00e4hrige Amateurdetektivin Flavia de Luce im Mutterland des Krimis England ermitteln. Nachdem Flavia ihren ersten Toten in einem Gurkenbeet entdeckt hat, spielt der dritte Band erneut im kleinen Ort Bishop&#8217;s Lacey nur wenige Zeit sp\u00e4ter. Eine gro\u00dfe Detektivin des Kriminalromans Miss Marple steht hier Pate f\u00fcr die kleine Ermittlerin Flavia. Sich langweilend und ohne Freunde h\u00e4ngt die Ich-Erz\u00e4hlerin mit ihren morbiden Gedanken am liebsten in ihrem Labor ab. Sie widmet sich ihren Rachepl\u00e4nen gegen die fiesen \u00e4lteren Schwestern Ophelia und Duffy, ihrer Vorliebe f\u00fcr einfallsreiche Giftmischer und chemische Experimente.<\/p>\n<p>Der 73-j\u00e4hrige Autor l\u00e4sst seine altmodisch wirkende Handlung im idealisierten Traumland England zu einer Zeit spielen, in der er wie Flavia 11 Jahre alt war. In allen geplanten B\u00e4nden flie\u00dft unwiederbringlich Nostalgisches ein, wie eine reisende alte Wahrsagerin auf dem Jahrmarkt, \u00fcberlieferter Aberglauben und verbotene Religionen oder im ersten Roman die Aufregung um eine wertvolle Briefmarke, aber auch intelligente Anspielungen auf politische Themen, Literatur und naturwissenschaftliche Experimente. Dabei ist Bradleys lakonische Erz\u00e4hlweise sehr modern. Das liegt vor allem an dem widerspr\u00fcchlichen, unerschrockenen Charakter seiner Hauptfigur. Selbstbewusst spottet Flavia gelehrt und altklug, folgt unerfahren der richtigen Intuition und plappert dann wieder kindlich drauflos. Voller Vertrauen in seine neugierige Protagonistin entwickelt Alan Bradley neben allem trockenen Humor eine ber\u00fchrende Geschichte \u00fcber die Wahrsagerin Fenella, die brutal mit ihrer Kristallkugel niedergeschlagen wurde, ein totes Baby und den seltsamen Fund eines Wilderers, der auf dem Anwesen der de Luce an einer Poseidon-Brunnenfigur aufgeh\u00e4ngt, nat\u00fcrlich von Flavia, entdeckt wurde.<\/p>\n<p>Geschickt pr\u00e4sentiert sich Flavia als unauff\u00e4lliges, naives Kind, dass sich vor Milchhaut f\u00fcrchtet, aber sehr geschickt die polizeiliche Arbeit unterl\u00e4uft und die Verd\u00e4chtigen gezielt ausfragt. Nichts entgeht ihren ausnehmend guten Ohren. Doch Inspektor Hewitt ahnt, dass Flavia wieder im Mordfall recherchiert und m\u00f6chte gleich von vornherein ihren Ermittlerdrang beenden. Doch zu sp\u00e4t, Flavia ist schon mitten im Fall und weit erfolgreicher bei ihren Recherchen als die Polizei.<\/p>\n<p>Wie bei alle ber\u00fchmten Detektive fehlt es auch bei Alan Bradleys Hobby-Ermittlerin nicht an pers\u00f6nlichen Macken. So nennt Flavia ihr Fahrrad liebevoll Gladys und redet gern mit ihm, r\u00fchmt sich insgeheim f\u00fcr ihre Intelligenz und m\u00f6chte doch eigentlich ein besserer Mensch werden, der die Schw\u00e4chen der teils schrulligen Dorfbewohner nicht immer schamlos ausnutzt. Intelligente Krimilekt\u00fcre f\u00fcr aufmerksame M\u00e4dchen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alan Bradley: Flavia de Luce \u2013 Halunken, Tod &amp; Teufel, Aus dem Englischen von Katharina Orga\u00df und Gerald Jung, Penhaligon Verlag, M\u00fcnchen 2011, 352 Seiten, \u20ac19,99, 978-3-7645-3026-6 \u201e Ich hatte keine Angst vor Leichen. 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