{"id":2742,"date":"2019-06-23T09:19:15","date_gmt":"2019-06-23T07:19:15","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=2742"},"modified":"2019-06-23T09:19:15","modified_gmt":"2019-06-23T07:19:15","slug":"welch-schoene-tiere-wir-sind","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/welch-schoene-tiere-wir-sind\/","title":{"rendered":"Welch sch\u00f6ne Tiere wir sind"},"content":{"rendered":"<p><strong>Lawrence Osborne: Welch sch\u00f6ne Tiere wir sind, Aus dem Englischen von Stephan Kleiner, Piper Verlag, M\u00fcnchen 2019, 335 Seiten, \u20ac22,00, 978-3-492-05926-8<\/strong><\/p>\n<p><a href=\"https:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3492059260\/ref=as_li_tl?ie=UTF8&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3492059260&amp;linkCode=as2&amp;tag=wwwkarinhahnr-21&amp;linkId=162f98f0c5f997c77df0e4431ab92875\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\"><img decoding=\"async\" src=\"\/\/ws-eu.amazon-adsystem.com\/widgets\/q?_encoding=UTF8&amp;MarketPlace=DE&amp;ASIN=3492059260&amp;ServiceVersion=20070822&amp;ID=AsinImage&amp;WS=1&amp;Format=_SL250_&amp;tag=wwwkarinhahnr-21\" border=\"0\"><\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"1\" height=\"1\" style=\"border:none !important; margin:0px !important;\" alt=\"\" src=\"\/\/ir-de.amazon-adsystem.com\/e\/ir?t=wwwkarinhahnr-21&amp;l=am2&amp;o=3&amp;a=3492059260\" border=\"0\"><\/p>\n<p><em>\u201eEr blieb also f\u00fcr sich, z\u00e4hlte die Minuten und versuchte zu vergessen, was gerade passiert war, zehn oder f\u00fcnfzehn Sekunden der Gewalt, die er nicht vorausgeahnt hatte und die so unerwartet \u00fcber ihn gekommen waren, dass er danach nur hatte die T\u00fcr schlie\u00dfen und davonrennen k\u00f6nnen.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Die Sonne flirrt auf der griechischen Insel Hydra und die Hitze treibt die Urlauber in die Tavernen oder an den Strand. Auch die New Yorker Familie Haldane ergeht es nicht anders. Sam Haldane lernt so Naomi Codrington kennen. Die junge Engl\u00e4nderin aus London kennt diese Insel seit Kindertagen, denn ihre Eltern hatten schon zu g\u00fcnstigen Zeiten die Villa auf den H\u00fcgeln gekauft.<br \/>\nGelangweilt, sorglos und immer mit genug Geld f\u00fcr Drogen und Drinks ausgestattet, verbringen die  Frauen, beide Anfang zwanzig, ihre Tage gemeinsam. Die ziemlich einsame Naomi erz\u00e4hlt von den Konflikten mit ihrem Vater, einem steinreichen Kunsth\u00e4ndler und ihrer Stiefmutter Phaine, die sie nicht ausstehen kann, da sie ein Snob ist. Nicht nur einmal und im Scherz erw\u00e4hnt Naomi, dass sie sich den Tod der Eltern ausmalt. Als unf\u00e4hige Anw\u00e4ltin hat sie fristlos entlassen ihren Job verloren und nun wollte sie beim Vater ihre Wunden lecken, aber dieser \u00fcberh\u00e4uft sie nur mit Vorw\u00fcrfen. Nur Carissa, das langj\u00e4hrige unterw\u00fcrfige Hausm\u00e4dchen, umsorgt Naomi mit ihren Aufmerksamkeiten. Wie seltsam das Verh\u00e4ltnis zwischen Vater und Tochter zu sein scheint, wird deutlich, als Jimmie Codrington seinen langj\u00e4hrigen Freund und Privatdetektiv Naomis Konten pr\u00fcfen l\u00e4sst.<\/p>\n<p>Als Naomi und Sam, beide nicht gerade sympathisch und irgendwie undurchsichtig, einen gestrandeten jungen Syrer namens Faoud, offenbar einen Gefl\u00fcchteten aus der T\u00fcrkei, entdecken, regt sich Naomis nicht ganz selbstloses Helfersyndrom. Sam betrachtet Naomis Unterst\u00fctzung f\u00fcr den Fremden mit einer geh\u00f6rigen Portion Misstrauen.<br \/>\nWie in einem Patricia Highsmith Roman braut sich nun etwas Unerwartetes zusammen. Naomi glaubt, in Faoud einen vertrauensw\u00fcrdigen ebenb\u00fcrtigen Mann gefunden zu haben. Er spricht ein ausgezeichnetes Englisch und seine Familie scheint wohlhabend gewesen zu sein. Sie f\u00fchlt sich als Retterin und auf einmal machtvoll und  lebendig.<br \/>\nImmer wieder wechselt der englische Autor Lawrence Osborne als personaler Erz\u00e4hler die Blickwinkel. Mal betrachtet man die Geschehnisse aus der Sicht von Naomi, deren innere Abh\u00e4ngigkeit von den Eltern und ihrer Zuwendung ersch\u00fcttert, mal ist es Sam, dann wieder Faoud oder Carissa.<br \/>\nNaomi plant nun ohne Sam das weitere Vorgehen. Wie kann sie Faoud aufs Festland bringen? K\u00f6nnte sie ihm einfach Geld zustecken und verschwinden? Faoud ist kein einfacher Mann, das versteht Sam sofort.<br \/>\n<em><br \/>\n\u201eAls er sie ansah, lagen keine F\u00fcgsamkeit und kein Zweifel in seinem Blick. Er schien zu wissen, was er betrachtete, und es war kein nachsichtiges Wissen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Naomis perfider Plan schreckt Faoud zuerst zur\u00fcck, immerhin erwartet sie von ihm, dass er die Villa ihres Vaters ausraubt. Ihre Motive dabei bleiben im Ungewissen, zumal sie dem neuen Freund ank\u00fcndigt, dass der Vater bestens versichert sei. Carissa wird eingeweiht, damit sie Faoud in die Villa l\u00e4sst, w\u00e4hrend der Vater und die Stiefmutter selig schlafen.<br \/>\nAber alles kommt v\u00f6llig anders und aus dem Einbruch wird ein Doppelmord. Naomi, Sam, Carissa und Faoud sind darin verstrickt und werden an den Folgen der brutalen Tat partizipieren oder untergehen.<\/p>\n<p>Psychologisch genau und absolut spannend f\u00fchrt Lawrence Osborne den Leser \u00fcber eine beliebte, nicht allzu gro\u00dfe Insel, die f\u00fcr Griechen l\u00e4ngst nicht mehr bezahlbar ist. Atmosph\u00e4risch dicht und sprachlich herausragend verfolgt man diese Geschichte \u00fcber Rache und Schuld, \u00fcber Schicksal und Untergang.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Lawrence Osborne: Welch sch\u00f6ne Tiere wir sind, Aus dem Englischen von Stephan Kleiner, Piper Verlag, M\u00fcnchen 2019, 335 Seiten, \u20ac22,00, 978-3-492-05926-8 \u201eEr blieb also f\u00fcr sich, z\u00e4hlte die Minuten und versuchte zu vergessen, was gerade passiert war, zehn oder f\u00fcnfzehn&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/welch-schoene-tiere-wir-sind\/\">Weiterlesen &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[6],"tags":[],"class_list":["post-2742","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-krimi"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2742","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2742"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2742\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2925,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2742\/revisions\/2925"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2742"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2742"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2742"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}