{"id":267,"date":"2019-06-20T13:50:03","date_gmt":"2019-06-20T11:50:03","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=267"},"modified":"2019-06-20T13:50:03","modified_gmt":"2019-06-20T11:50:03","slug":"todesspur","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/todesspur\/","title":{"rendered":"Todesspur"},"content":{"rendered":"<p><strong>Susanne Mischke: Todesspur, Kartoniert, Piper Verlag, M\u00fcnchen 2011, 325 Seiten, \u20ac12,95, 978-3-49227-226-1 <\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eF\u00fcr Luis war Olaf immer so was wie ein gro\u00dfer Bruder.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Der 16-j\u00e4hrige Olaf D\u00fcring liegt erschlagen im miesesten Viertel von Hannover, Vahrenwald, einer Migrantengegend. Der Junge stammt aus der wohlhabenden Villengegend Waldhausen. Sonderlich beliebt scheint er nicht unter den Mitsch\u00fclern und sogenannten Freunden aus der Band gewesen zu sein. Seine Lehrerin lobt ihn jedoch als ehrgeizigen Sch\u00fcler, immerhin hat er eine Klasse \u00fcbersprungen. Auch der stille Nachbarsjunge Luis, mit dem Olaf aufgewachsen ist, kann wenig \u00fcber ihn sagen. Ruben, sein \u00e4lterer Stiefbruder, ist da schon auskunftsfreudiger. Er wurde als er zwei Jahre alt war von seinen Eltern adoptiert. Zwei Jahre sp\u00e4ter kam dann Olaf und der angenommene Junge aus einem Waisenhaus in Rum\u00e4nien war, trotz scheinbarem gerechten Verhalten der Eltern, nicht mehr so richtig erw\u00fcnscht. Nur die Gro\u00dfeltern mochten den ersten Sohn. Auch die Gro\u00dfmutter findet kritische Worte \u00fcber ihren toten Enkel und der Trainer der Rugbymannschaft nimmt kein Blatt \u00fcber Olafs hinterfotziges Benehmen. Der Musiktruppe, in der Olaf Mitglied war, kam beim Planen einer Abi-Fete ausgerechnet in Vahrenwald einer Gruppe junger Migranten, die ziemlich bedrohlich wirkten, in die Quere. Ein Motiv f\u00fcr den Mord? Hasste Ruben seinen Bruder so sehr, dass er ihn im Affekt erschlagen hat?<br \/>\nDie Kriminalisten um Bruno V\u00f6lxen, der am liebsten bei seinen Schafen weilt, tappt lang im Dunkeln, ehe sich eine Spur abzeichnet. Doch da liegt bereits ein alter ehemaliger Zuh\u00e4lter vor der Kirche erschossen auf dem Boden. Seine Freundin Stella, die ab und zu noch anschafft, aber eigentlich eher sich zulaufen l\u00e4sst, hat auf ihrem n\u00e4chtlichen Heimweg am vermeintlichen Tatort ein Auto bemerkt.<br \/>\nEin lukratives Gesch\u00e4ft witternd, versucht der Zuh\u00e4lter aus der Autonummer Kapital zu schlagen. Ein Fehler. Stella jedoch hofft weiterhin auf eine finanzielle Absicherung, jetzt wo ihr Freund tot ist. Konzentriert sich die Polizei auf die jugendlichen Gewaltt\u00e4ter, die von der Musiktruppe Schutzgeld erpressen wollte, so ahnt der Leser, dass diese Straftat keinen Anlass f\u00fcr einen Mord bietet.<\/p>\n<p>Susanne Mischke r\u00fcckt die 15-, 16-j\u00e4hrigen ausl\u00e4ndischen in Deutschland geborenen Kriminellen in den Focus, die mit viel zu zahmen Strafen ungehindert immer weitermachen, schlagen, erpressen, betr\u00fcgen, brandschatzen, stehlen und sich kaum von der Justiz einsch\u00fcchtern lassen. Es wird hin- und herdebattiert was helfen k\u00f6nnte und letztendlich ist klar, dass, wenn jemand Schuld tr\u00e4gt, es doch die Eltern sind, die ihren Kindern kein Rechtsbewusstsein anerzogen haben. In den Familien ist der Vater derjenige, der bestimmt, was rechtens ist.<\/p>\n<p>\u00dcbertragen auf den Fall scheint das aber auch in deutschen Familien mit ihren wohlstandsverwahrlosten Kindern nicht anders zu sein, nur sind hier die Verh\u00e4ltnisse v\u00f6llig andere. Kann es sein, dass Eltern einfach nicht bemerken, unter welchem psychischen und physischen Druck das eigene Kind steht, wie es jahrelang erpresst und gedem\u00fctigt wird?<\/p>\n<p>Susanne Mischkes Krimi wirft viele gesellschaftliche und moralische Fragen auf, auf die es keine endg\u00fcltigen Antworten gibt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Susanne Mischke: Todesspur, Kartoniert, Piper Verlag, M\u00fcnchen 2011, 325 Seiten, \u20ac12,95, 978-3-49227-226-1 \u201eF\u00fcr Luis war Olaf immer so was wie ein gro\u00dfer Bruder.\u201c Der 16-j\u00e4hrige Olaf D\u00fcring liegt erschlagen im miesesten Viertel von Hannover, Vahrenwald, einer Migrantengegend. 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