{"id":2552,"date":"2019-06-23T08:22:05","date_gmt":"2019-06-23T06:22:05","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=2552"},"modified":"2019-06-23T08:22:05","modified_gmt":"2019-06-23T06:22:05","slug":"das-haus-der-malerin","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/das-haus-der-malerin\/","title":{"rendered":"Das Haus der Malerin"},"content":{"rendered":"<p><strong>Judith Lennox: Das Haus der Malerin, Aus dem Englischen von Mechthild Ciletti, Pendo Verlag in der Piper Verlag GmbH, M\u00fcnchen 2018, 477 Seiten, \u20ac20,00, 978-3-86612-405-9<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eRose f\u00fchlte sich tief anger\u00fchrt bei der Betrachtung der Gem\u00e4lde. Sie hatte das Gef\u00fchl, zum ersten Mal die wahre Sadie Lawless zu sehen.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Erst nach dem Tod der Mutter Edith erf\u00e4hrt Rose von der Existenz ihrer Gro\u00dftante Sadie Lawless, die einst ihrer Mutter ein Haus mit dem Namen <em>\u201eThe Egg\u201c<\/em> vererbt hatte. Rose wei\u00df nicht, dass Edith, die zehn Jahre \u00e4ltere Schwester immer auf Sadie, die j\u00fcngere, begabtere, eloquentere eifers\u00fcchtig war. Ediths Eltern, besonders der Vater hat Sadie mehr geliebt als sie und nach dem Unfalltod der Eltern vermacht er auch seiner Lieblingstochter seine zwei von ihm als Architekten gebauten H\u00e4user, das gro\u00dfe Haus <em>\u201eGull\\&#8217;s Wing\u201c<\/em> und das kleinere <em>\u201eThe Egg\u201c<\/em> in Sussex. \\r\\n\\r\\nJudith Lennox erz\u00e4hlt nun auf zwei Zeitebenen, den 1930er Jahren und den 1970er Jahren, die Geschichten der beiden Frauen Rose und Sadie.<\/p>\n<p>Jetzt erbt Rose das Haus <em>\u201eThe Egg\u201c<\/em> und beginnt langsam mit den Recherchen \u00fcber ihre Tante, die als Malerin eine Karriere begonnen hatte. Als Rose ihre einstige Galerie entdeckt und sogar zwei Bilder von ihr, erf\u00e4hrt sie, dass Sadie zu ihren zweiten gro\u00dfen Ausstellungser\u00f6ffnung nicht erschienen ist. Rose hofft, dass sie im geerbten Haus, dass durch die klaren wie modernen Linien auff\u00e4llt, mit ihrer Familie, sie ist mit Robert verheiratet und hat zwei kleine M\u00e4dchen, die Sommer verbringen kann. Zwar langweilt sie sich als Hausfrau mit Physikstudium, aber die gut situierte Familie von Robert erwartet schon, dass sie ganz traditionell ihrem Mann den R\u00fccken freih\u00e4lt. Als dieser jedoch zugeben muss, dass er ein Verh\u00e4ltnis zu einer Edelprostituierten hat, die die Namen ihrer Freier an die Presse verkauft hat, zerbricht die Ehe.<br \/>\nRose entschlie\u00dft sich, immerhin hatte Robert sein Luftfahrtunternehmen auf ihren Namen eingetragen, die Firma zu \u00fcbernehmen. An welche Grenzen sie als Frau sto\u00dfen wird, wenn sie die Chefin wird, ist ihr zu Beginn noch nicht ganz klar.<\/p>\n<p>Auch Sadie strebt als alleinstehende Frau, nach einer gewissen Form der Unabh\u00e4ngigkeit. Allerdings hat sie ihr Verlobter kurz vor der Hochzeit verlassen und nach einem Nervenzusammenbruch zieht sie nach Sussex. Inzwischen hatte sie das gr\u00f6\u00dfere Haus, auch aus finanziellen Erw\u00e4gungen, verkaufen m\u00fcssen. Edith ist dar\u00fcber extrem ver\u00e4rgert. Im Haus <em>\u201eGull\\&#8217;s Wing\u201c <\/em>lebt nun das Londoner K\u00fcnstlerpaar Diana und Tom Chiverton. Er ist der gefeierte Poet und sie die Muse, die ihn \u00fcber alles liebt.<\/p>\n<p>Als Rose zum ersten Mal das kleine Haus aufsucht, erf\u00e4hrt sie, dass im gro\u00dfen Haus Diana Chiverton noch lebt, aber verbittert alle Besuche ablehnt.<\/p>\n<p>Sadie wird nun als K\u00fcnstlerin in den erlauchten Kreis der gehobenen Gesellschaft geladen und schnell wieder von der G\u00e4steliste gestrichen, als Diana klar wird, dass ihr lieber Tom ein Verh\u00e4ltnis mit der sch\u00f6nen und aufregenden Nachbarin begonnen hat. Dabei ist Sadie ziemlich schnell von Toms Liebesbekundungen genervt, zumal er sich als Sch\u00fcrzenj\u00e4ger und Blender enttarnt.\\r\\nWie der Kreis sich am Ende schlie\u00dfen wird, wenn Rose endlich die Gelegenheit hat mit Diana zu reden, ist nicht schwer zu erraten.<\/p>\n<p>In epischer Breite und sehr konventionell erz\u00e4hlt Judith Lennox von den Emanzipationsbestrebungen zweier Frauen in unterschiedlichen Zeiten. Kann Sadie weder ihren Frieden mit ihrer Schwester noch ihrer Umwelt finden, die ihre Anwesenheit als Bedrohung und nicht als Bereicherung ansehen, so setzt sich Rose mit Hilfe ihres Vaters und ihres Mitarbeiters Dan, in den sie sich auch noch verliebt, durch.<\/p>\n<p>Leider kann man bei diesem Roman nicht von Unterhaltungsliteratur im besten Sinne sprechen, denn zu vorhersehbar sind die Handlungsstr\u00e4nge, zu \u00fcberlastet mit Klischees die fiktiven Frauen- wie M\u00e4nnerfiguren. Alle sind von Anfang an rudiment\u00e4re Sprachpuppen, die von einem einzigen Gef\u00fchl beseelt sind, mal ist es nur Groll, dann wieder nur Liebe. Und so sind die handelnden Personen eher oberfl\u00e4chlich im Umriss erkennbar und nicht in der Charaktertiefe. Die sicher ausschlie\u00dflich weiblichen Konsumenten dieses Buches, allein das Cover sagt alles, werden sich m\u00f6glicherweise von der Atmosph\u00e4re gefangen nehmen lassen, von den Naturbeschreibungen und den englischen H\u00e4usern, in denen ein Gro\u00dfteil der Geschichte spielt.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Judith Lennox: Das Haus der Malerin, Aus dem Englischen von Mechthild Ciletti, Pendo Verlag in der Piper Verlag GmbH, M\u00fcnchen 2018, 477 Seiten, \u20ac20,00, 978-3-86612-405-9 \u201eRose f\u00fchlte sich tief anger\u00fchrt bei der Betrachtung der Gem\u00e4lde. 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