{"id":2540,"date":"2019-06-23T08:24:33","date_gmt":"2019-06-23T06:24:33","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=2540"},"modified":"2019-06-23T08:24:33","modified_gmt":"2019-06-23T06:24:33","slug":"toedliche-sonate-ein-fall-fuer-commissario-di-bernardo","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/toedliche-sonate-ein-fall-fuer-commissario-di-bernardo\/","title":{"rendered":"T\u00f6dliche Sonate \u2013 Ein Fall f\u00fcr Commissario Di Bernardo"},"content":{"rendered":"<p><strong>Natasha Korsakova: T\u00f6dliche Sonate \u2013 Ein Fall f\u00fcr Commissario Di Bernardo, Heyne Verlag, M\u00fcnchen 2018, Seiten, \u20ac9,99, 978-3-453-42267-4<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eDi Bernardo hatte keine Ahnung, was die Musikst\u00fccke anbelangte, geschweige denn, was die Abk\u00fcrzung BWV hei\u00dfen mochte. Als er sie zusammen mit der Zahl 60 in den Computer eingab, landete er bei einer Kantate. Derselbe Komponist, ein anderes St\u00fcck.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Als erfahrene Violinsolistin l\u00e4sst Natasha Korsakova ihren ersten Krimi im Musikmilieu spielen. Die  knallharte und angesehene Musikagentin, Cornelia Giordano, die nun in dritter Generation ihr Business in Rom betreibt, wird hinterr\u00fccks und zeitlich wohl durchdacht mit pr\u00e4zisem Messerschnitt ins Jenseits bef\u00f6rdert. Sie konnte kurz vor ihrem Tod den M\u00f6rder noch sehen und im Gesicht der Toten steht noch deren \u00dcberraschung geschrieben. Kein leichter Fall f\u00fcr Commissario Dionosio Di Bernardo, der k\u00fcrzlich aus Kalabrien in Italiens Hauptstadt gezogen ist. Zum einen interessiert er sich nicht sonderlich f\u00fcr klassische Musik und kennt kaum die Gepflogenheiten der Branche, zum anderen k\u00e4mpft er mit seinen Pfunden und braucht doch seine t\u00e4gliche Ration Zucker, um mit diesem komplizierten Fall und dem Druck der Staatsanwaltschaft klarzukommen. Ein Trost ist sein Sohn Alberto, der zu gern beim geschiedenen Papa unterkommt und sich beruflich einfach nicht entscheiden kann, allerdings hat er mit seinen siebzehn Jahren noch Zeit.<\/p>\n<p>Parallel zum aktuellen Fall erz\u00e4hlt die Autorin die Geschichte einer Violine, die vom wohl ber\u00fchmtesten Geigenbauer aus Cremona, Antonio Stradivari, gebaut wurde.<br \/>\nBeim Befragen des Umfeldes der Musikagentin wird klar, diese Frau hat nur f\u00fcr ihre Arbeit gelebt und ihre Familie, die sie in allem unterst\u00fctzt hat. Ihr \u00e4ltester Sohn arbeitet ebenfalls als Musikagent, der j\u00fcngste Sohn Boris ist allerdings das schwarze Schaf in der Familie und sa\u00df wegen Drogenmissbrauchs im Gef\u00e4ngnis. Besonders protegiert wurde die Nichte von Cornelia Giordano, Arabella. Allerdings wird diese kurz nach dem Tod der Tante von einer unbekannten Person \u00fcberfallen und geschlagen. Durch die Kopfverletzung setzt ihr Erinnerungsverm\u00f6gen aus. Dass sie offensichtlich in Gefahr ist, verstehen Di Bernardo und sein Kollege Ispettore Del Pino, die sie jedoch zum Kreis der Verd\u00e4chtigen z\u00e4hlen. Wie schnell man in der Musikwelt ein Chance bekommen kann und eiskalt fallen gelassen wird, erfahren die beiden Polizisten bei ihren Recherchen. Wie wacklig die Musikwelt aufgestellt ist, insbesondere durch die neuen Medien, ist ein Aspekt den die Autorin nicht vergisst auszuf\u00fchren.<br \/>\nAuch aus der Sicht des M\u00f6rders gewinnt der Leser einen Einblick in den Blutrausch, in den der T\u00e4ter sich langsam hineinsteigert. Ein zweiter Mord an einer Prostituierten geschieht und sogar die Polizeipsychologin ger\u00e4t in Gefahr.<\/p>\n<p>Im Zentrum der Geschichte steht jedoch die Violine als kostbares Instrument, die aus dem Hause Stradivari schon mal 30 Millionen Euro kosten kann. Da Arabella eine schlechte Kritik verkraften musste, wollte sie unbedingt ein anderes Instrument f\u00fcr ihre Konzertabende. Als sie im Streit das Haus der Tante verlie\u00df, konnte sie nicht ahnen, dass der M\u00f6rder bereits lauerte.<\/p>\n<p>Ausf\u00fchrlich wird berichtet, wie Instrumentenbauer ihre Kreationen <em>\u201everbessern\u201c<\/em> k\u00f6nnen. Allerdings war Arabella mit allen Ergebnissen nie zufrieden.<br \/>\n<em>\u201eInspiriert wurde ich beim Schreiben auch von meinem geliebten Geigenmodell: eine herrliche J. B. Vuillaume aus dem Jahr 1870, eine pr\u00e4zise Kopie der \u201eMessias\u201c, die zur Privatkollektion meines Lebensgef\u00e4hrten Manrico Padovani und mir geh\u00f6rt<\/em>\u201c, erz\u00e4hlt die Autorin, die in Deutschland lebt.<\/p>\n<p>Der Leser gewinnt nun Einblicke in die Musikwelt, die Werkstatt von Geigenbauern und die erm\u00fcdende Polizeiarbeit, die in diesem Fall nicht so recht vorankommen will. Der sympathische Commissario k\u00e4mpft gegen den Verkehr in Rom, seine Lust am Essen und die nervigen Vorgesetzten. Und er l\u00e4sst sich von der arroganten Art der<em> \u201eK\u00fcnstler\u201c<\/em> gegen\u00fcber der Polizei nicht kleinmachen, dabei gewinnt er der Musik der Violine doch einiges ab.<br \/>\n<em>\u201eEs schien, als w\u00fcrde die Geige singen und sprechen und dabei \u2013 wenn auch nur f\u00fcr wenige Minuten \u2013 das Geheimnis ihres einzigartigen Klanges vor den Zuh\u00f6rern entfalten. Pl\u00f6tzlich schien es Di Bernardo, als spr\u00e4che die Seele selbst durch die Musik: Er h\u00f6rte Leid und Freude, Tr\u00e4ume und Verzweiflung, die sich im endlosen Klangfluss miteinander vermischten.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Immer mehr konzentriert sich Di Bernardi bei seinen Ermittlungen auf den Geigenbauer Maninfior, der offenbar hinter ein Geheimnis gelangt war. Er versuchte an die Geige Arabellas zu gelangen, doch dann liegt er get\u00f6tet in einer Glasvitrine.<\/p>\n<p>Leider zerf\u00e4llt die Geschichte in zu viele Einzelteile, die Geschichte um die fiktive Zwillingsgeige aus dem Hause Stradivari, die Kopien und Geschichten der anderen ber\u00fchmten Geigen, die Blutgier des M\u00f6rders, das Privatleben des Commissarios, die vor Geschichte nur so strotzende Stadt Rom und die ver\u00fcbten Morden. Sicher bleibt der interessierte Leser an der Geschichte dran, denn bis fast zum Schluss ist nicht klar, wer der M\u00f6rder sein k\u00f6nnte. Aber wie immer spielen Gier, Eifersucht und zugleich auch Liebe die entscheidende Rolle in diesem musikalischen Drama.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Natasha Korsakova: T\u00f6dliche Sonate \u2013 Ein Fall f\u00fcr Commissario Di Bernardo, Heyne Verlag, M\u00fcnchen 2018, Seiten, \u20ac9,99, 978-3-453-42267-4 \u201eDi Bernardo hatte keine Ahnung, was die Musikst\u00fccke anbelangte, geschweige denn, was die Abk\u00fcrzung BWV hei\u00dfen mochte. 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