{"id":2464,"date":"2019-06-23T08:39:30","date_gmt":"2019-06-23T06:39:30","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=2464"},"modified":"2019-06-23T08:39:30","modified_gmt":"2019-06-23T06:39:30","slug":"ein-anderes-brooklyn","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/ein-anderes-brooklyn\/","title":{"rendered":"Ein anderes Brooklyn"},"content":{"rendered":"<p><strong>Jacqueline Woodson: Ein anderes Brooklyn, Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit, Piper Verlag, 160 Seiten, \u20ac17,99, 978-3-492-05865-0<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eHeute wei\u00df ich, dass nicht der Augenblick tragisch ist. Es ist die Erinnerung.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Die amerikanische Autorin Jacqueline Woodson hat in diesem Jahr den Astrid Lindgren Memorial Award erhalten.<\/p>\n<p>In der Jurybegr\u00fcndung hei\u00dft es:<em> \u201eIn Jacqueline Woodsons B\u00fcchern k\u00e4mpfen starke junge Erwachsene um einen Platz im Leben, an dem sie Wurzeln schlagen k\u00f6nnen. In einer Sprache so leicht wie Luft erz\u00e4hlt sie Geschichten von unfassbarem Reichtum und gro\u00dfer Tiefe.\\&#8220; <\/em><\/p>\n<p>Haupts\u00e4chlich schreibt Jacqueline Woodson, deren Werke, immerhin hat sie 30 Titel ver\u00f6ffentlicht, bei uns kaum bekannt, Jugendb\u00fccher, aber auch f\u00fcr Kinder und Erwachsene.<br \/>\nKonzentriert und nicht chronologisch erinnert sich im Erwachsenenroman<em> \u201eEin anderes Brooklyn\u201c<\/em> die Ich-Erz\u00e4hlerin August an ihre Kindheit in Brooklyn in den 1970er Jahren. Heute arbeitet die 35-J\u00e4hrige als Anthropologin und so durchziehen den Text auch Todesrituale aus verschiedenen Regionen der Welt. Mit dem Tod des Vater beginnt der Roman, denn August kehrt in die Wohnung des Vaters nach New York zur\u00fcck. Der Einstieg in den Gedankenstrom der Erz\u00e4hlerin ist nicht einfach, denn vieles geht durcheinander und es entsteht erst langsam ein Bild von einer Kindheit. August mit der dunklen Hautfarbe stammt aus Tennessee, hier hat sie mit den Eltern und dem j\u00fcngeren Bruder in einer zwar heruntergekommenen Gegend gewohnt, aber sie hatten ein Haus, einen gro\u00dfen Garten und einen See in der unmittelbaren N\u00e4he. Die Mutter wird nicht nach Brooklyn ziehen, obwohl die Geschwister immer wieder auf ihre Ankunft hoffen. Nachdem Onkel Clyde in den Vietnamkrieg gezogen ist, konnte die Mutter den Tod des Bruders nicht verkraften.<\/p>\n<p>Seltsam verhalten sich die Nachbarn der Kinder, \u00e4rmlich ist das Leben in Brooklyn, aus der die Wei\u00dfen so nach und nach wegziehen.<\/p>\n<p>August berichtet von den freundlichen Mahnungen des Bruders, der demn\u00e4chst Vater wird. Sie solle doch endlich auch eine Familie gr\u00fcnden, Kinder bekommen. Sie trifft eine ihrer damaligen Freundinnen, Sylvia und so ploppen wieder neue Erinnerungsbilder auf. Immer wieder hat August als Kind die drei Freundinnen Sylvia, Angela und Gigi beobachtet. Unbedingt wollte sie zu ihnen geh\u00f6ren und schafft es auch. Die drei nehmen sie auf, denn die Traurigkeit des M\u00e4dchens August hat sie irgendwie anger\u00fchrt.<\/p>\n<p>Die M\u00e4dchen sp\u00fcren die Kraft ihrer kleinen Gemeinschaft, die jedoch im Teenageralter zerbrechen wird. Latent ist immer die Gefahr f\u00fcr die jungen Frau da, in die F\u00e4nge der M\u00e4nner zu geraten, was auch geschehen wird. Schnell m\u00fcssen sie erwachsen werden. Nur zwei schaffen es, sich aus dem Viertel zu befreien.<\/p>\n<p>Man braucht Zeit, um sich in die Sprache und die Gedankenwelt der Autorin einzulesen, aber dann ist es wie ein Sog, wenn man pl\u00f6tzlich ganz nah mit August in Brooklyn verweilt und Anteil an allem nimmt, was ihr und den Freundinnen widerf\u00e4hrt.<\/p>\n<p>Neugierig macht diese Autorin und w\u00fcnschenswert w\u00e4re eine Neuauflage ihrer Jugendb\u00fccher.og\/?p=5487&#8242;, 0, &#8218;post&#8216;, &#8220;, 0),<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jacqueline Woodson: Ein anderes Brooklyn, Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit, Piper Verlag, 160 Seiten, \u20ac17,99, 978-3-492-05865-0 \u201eHeute wei\u00df ich, dass nicht der Augenblick tragisch ist. 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