{"id":2219,"date":"2019-06-23T04:20:53","date_gmt":"2019-06-23T02:20:53","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=2219"},"modified":"2019-06-23T04:20:53","modified_gmt":"2019-06-23T02:20:53","slug":"bretonisches-leuchten-kommissar-dupins-sechster-fall","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/bretonisches-leuchten-kommissar-dupins-sechster-fall\/","title":{"rendered":"Bretonisches Leuchten \u2013 Kommissar Dupins sechster Fall"},"content":{"rendered":"<p><strong>Jean-Luc Bannalec: Bretonisches Leuchten \u2013 Kommissar Dupins sechster Fall, Kiepenheuer &amp; Witsch Verlag, K\u00f6ln 2017, 312 Seiten, \u20ac14,99, 978-3-462-05056-1<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201e Er hatte einfach Pech gehabt. Und Dupin Ferien.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Georges Dupin und seine Freundin Claire, die nun mittlerweile auch in der Bretagne heimisch wird und als Kardiologin am Krankenhaus unentbehrlich scheint, verbringen gemeinsame Ferien, ebenfalls in der Bretagne, in Tr\u00e9gastel, bekannt f\u00fcr seine rosa Felsen. Vierzehn lange wunderbare Tage am Meer, lang schlafen und ausspannen, f\u00fcr Dupin, den Fr\u00fchaufsteher, ein Tortur. Das Highlight des Tages sind die exzellenten Gerichte der Hotelk\u00fcche. Empfohlen wurde das Hotel nat\u00fcrlich von Dupins Assistentin Nolwenn, die der Chef nun vor Langerweile st\u00e4ndig anruft. Allerdings geschehen auch in vertr\u00e4umten Urlaubsorten so einige dubiose Dinge bis hin zum Mord. Dupin jedoch kann sich nicht einmischen, denn diese Gegend geh\u00f6rt nun mal nicht zu seinem Kommissariat. Aber er kann einfach gar nicht anders, zumal der Ermittler vor Ort angeblich unf\u00e4hig ist. Nach und nach werden ihm zum einen vom Hoteleigner, aber auch der Besitzerin des Kiosks, in dem Dupin seine Zeitungen kauft, Informationen zugetragen. Da wurde im Eifel-Haus eingebrochen, ( Immer wieder streut der Autor interessante Infos einem Reisef\u00fchrer gleich \u00fcber den \u201esch\u00f6nsten Ort Frankreichs\u201c und die Bretagne allgemein ein und erz\u00e4hlt von Dupin, der sich am liebsten die Selbsttestfragen in der Rubrik \u201eBist du ein Bretone?\u201c durchliest.  Als aus Paris zugereister arbeitet er wirklich hart an seiner Bretonisierung. ) und eine Skulptur wird aus einer Kirche entwendet. M\u00f6glicherweise harmlose F\u00e4lle. Auf eine Abgeordnete wird nach einem Aufstand der Bauern ein Anschlag ver\u00fcbt. Ein Mordanschlag oder doch nur eine Drohung, schon interessanter. Ein Gast aus dem Hotel verschwindet nach einem erneuten Streit mit dem um Jahre \u00e4lteren Gatten, viel interessanter. Und dann pl\u00f6tzlich \u2013 eine Tote. Dupin kann einfach nicht den ganzen Tag auf einem Handtuch sitzen und den Fall seinem unf\u00e4higen Kollegen \u00fcberlassen. Hinzu kommt, dass die Zutr\u00e4ger wichtigster Informationen im Ort \u00fcber beste Kontakte zur hiesigen Polizei verf\u00fcgen. So ist der Fris\u00f6r der Onkel von In\u00e9s, der Gendarmin. Hotelbesitzer, Kioskbetreiberin und Fris\u00f6r sind ebenfalls eine eingeschworene Gemeinschaft, alle gingen einst in dieselbe Klasse. Konspirativ f\u00fcttern sie nun den Ermittler, der ja offiziell im Urlaub ist, mit Fakten, die er eigentlich gar nicht wissen darf.<br \/>\nUnd so r\u00fccken nach und nach Personen in den Mittelpunkt der immer ausufernden Handlung, die m\u00f6glicherweise mit den Morden, es folgen noch mehr, zu tun haben k\u00f6nnten. Dupin macht sich so seine Notizen, wird nat\u00fcrlich von seinem polizeilichen Gegenspieler enttarnt und bedroht und muss auch noch entdecken, dass auch seine Freundin Claire sich auf ihrem Handtuch am Meer nicht nur ausruht. Aber Dupin bleibt der gewiefte Taktiker, l\u00e4sst sich nichts anmerken und streckt seine F\u00fchler sogar nach Paris aus.<br \/>\nAm Abend finden sich die harmlosen Urlauber zu gutem Wein und wunderbarem Essen. Dupin ist l\u00e4ngst nicht mehr so m\u00fcrrisch und Claire freundet sich mit den kleinen Fluchten ihres Lebenspartners an.<\/p>\n<p>Und so kl\u00e4rt der fremde Commissaire im Urlaubsort nicht nur einen raffiniert eingef\u00e4delten Mord und gleich noch einen Mord dazu auf, sondern auch eine Urkundenf\u00e4lschung, einen Betrug, eine Erpressung und einen harmlosen Diebstahl. Stolze Leistung, f\u00fcr die er nicht mal die Lorbeeren einheimst.<\/p>\n<p>Erstaunlich leicht lesen sich die F\u00e4lle des Georges Dupin, vielleicht auch weil es gerade in diesem Roman so menschelt. Da nimmt die Gendarmin ein Telefonat am fr\u00fchen Nachmittag entgegen, weil bei einer hochbetagten Frau wiedermal eingebrochen wurde. Aber sie wei\u00df, dass das nicht der Fall ist. Sie besucht die einsame Frau, verbringt Zeit mit ihr und isst auch noch zu Abend. Und wie ber\u00fchrend \u2013 nicht nur sie, auch der angeblich so unf\u00e4hige Kollege geht auf dieses Spiel der alten Dame ein. Besonders komisch sind die Passagen, in denen Dupin mit wichtigen Details vertraut gemacht wird und jeder rund um das Hotel immer wei\u00df, wie der Tagesplan des Ermittlers, der ja nun wirklich Ferien macht, aussieht. Hinzu kommen die Schilderungen von Land, Leuten und Geschichte des Landstriches, in dem Dupin sich erholt und gleichzeitig arbeitet.<\/p>\n<p>Gel\u00fcftet wurde nun, auch wenn es nie richtig best\u00e4tigt wurde, wer wirklich hinter dem Autor Jean-Luc Bannalec steckt. Gemunkelt wurde schon immer, es sei jemand aus der Verlagsbranche. Es ist J\u00f6rg Bong, der Programmgesch\u00e4ftsf\u00fchrer des S. Fischer Verlags in Frankfurt am Main.<\/p>\n<p>Der n\u00e4chste Krimi mit Georges Dupin l\u00e4sst hoffentlich nicht so lang auf sich warten. Als Strand- oder Ferienlekt\u00fcre ist dieser 6. Band f\u00fcr Krimifans ein Muss!<br \/>\n(<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Jean-Luc Bannalec: Bretonisches Leuchten \u2013 Kommissar Dupins sechster Fall, Kiepenheuer &amp; Witsch Verlag, K\u00f6ln 2017, 312 Seiten, \u20ac14,99, 978-3-462-05056-1 \u201e Er hatte einfach Pech gehabt. 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