{"id":2133,"date":"2019-06-23T08:00:09","date_gmt":"2019-06-23T06:00:09","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=2133"},"modified":"2019-06-23T08:00:09","modified_gmt":"2019-06-23T06:00:09","slug":"was-alles-war","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/was-alles-war\/","title":{"rendered":"Was alles war"},"content":{"rendered":"<p><strong>Annette Mingels: Was alles war, Albrecht Knaus Verlag, M\u00fcnchen 2017, 287 Seiten, \u20ac16,99, 978-3-8135-0755-3<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eWas ich an ihr nicht mag \u2013 das wird mir pl\u00f6tzlich hier, auf dem Pazifischen Ozean, tausende Meilen von ihr entfernt, bewusst -, ist das, was ich an mir selbst auch nicht mag. Eitelkeit, ein Hang zur Angeberei, hinter dem sich Unsicherheit verbirgt, die Suche nach Bewunderung und Best\u00e4tigung, die auf charmanteste Art alle anderen zu Statisten degradiert. Eigenschaften, die mir vertraut sind und die bei Viola in Reinform vorkommen, vielleicht weil sie keine Bindung zul\u00e4sst und damit auch kein Korrektiv.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Viola, die biologische Mutter von Susa, sucht den Kontakt zu ihrer Tochter, da ist sie bereits 60 Jahre alt. Susa wurde adoptiert und hat ein ausgezeichnetes Verh\u00e4ltnis zu ihren Eltern. Zu dieser Zeit lernt Susa, sie ist Meeresbiologin, auch Henryk und seine beiden M\u00e4dchen Rena und Paula kennen, aber sie wird ihrer Mutter davon nichts erz\u00e4hlen. Recht vage bleibt beider Verbindung, denn Susa st\u00f6rt sich an Violas selbstverliebter Art, ihrem Freiheitsdrang, der sie nicht daran hinderte, vier Kinder in die Welt zu setzen, um die sie sich nicht wirklich k\u00fcmmern konnte. Beim ihrem Treffen erz\u00e4hlt die Mutter der Tochter auch von ihrem biologischen Vater, der angeblich ein Amerikaner war. Was von ihm blieb, war ein Brief an Viola, den sie nie ernst genommen hat. Als sie selbst dann in den USA war, hat sie auch nie den Kontakt zu Beyamin gesucht. Wissen sollte man, dass auch die Autorin Annette Mingels einst adoptiert wurde und in diesem, ihrem f\u00fcnften Roman, f\u00fcr den sie sich viel Zeit genommen hat, um die Themen wie Mutterliebe, aber auch Wahlverwandtschaft und neue Familienkonstellationen kreist.<\/p>\n<p>Im Vordergrund der Handlung jedoch stehen Susa und Henryk, ein Paar, dass sich findet und eine Familie gr\u00fcndet. Henryk hadert mit seiner beruflichen Karriere als Universit\u00e4tsdozent f\u00fcr deutsche Dichtung. Susa muss erleben, wie ihr Vater, den sie zutiefst geliebt hat, stirbt. \\r\\nEs ist das Leben, das in diesem Roman mit all seinen H\u00f6hen und Tiefen vorbeizieht und doch trifft Susa, auch durch die E-Mails von Viola, Kontakt zu ihren Halbgeschwistern. Susa wird schwanger und bekommt Leve, ihren Sohn, der erneut vieles in ihr aufw\u00fchlt. Da Henryk immer noch an seiner akademischen Karriere herumbastelt, gibt sie Leve fr\u00fch in die Kinderkrippe und sp\u00fcrt doch, dass sie sich innerlich zerrissen f\u00fchlt. Wie kann sie eine gute Mutter sein, wenn sie nichts auf die Reihe bekommt. Sie kann in ihrem Job nicht gut sein, sie hat wenig Geduld mit den Kindern und sie f\u00fchlt eine Leere, die sie gemeinsam mit Henryk versucht zu f\u00fcllen.<\/p>\n<p>In dieser Pause in ihrem Leben, die ja eigentlich nicht m\u00f6glich ist, sucht sie nach ihrem biologischen Vater, um zu erkennen, dass vielleicht das Finden gar nicht so wichtig ist.<\/p>\n<p>Annette Mingels hat einen fein durchdachten, sprachlich gut komponierten Roman geschrieben, in dessen Verlauf sie unterschiedliche Handlungsstr\u00e4nge verbindet und genau beobachtet, wie moderne Familien heute an ihre Grenzen sto\u00dfen. Was bedeutet, Verantwortung zu \u00fcbernehmen, was bedeutet wirkliches Gl\u00fcck und wie wichtig sind die sogenannten Blutsverwandten? Fragen, die nie aufdringlich und doch pr\u00e4sent in<em> \u201eWas alles war\u201c<\/em> anklingen und nachklingen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Annette Mingels: Was alles war, Albrecht Knaus Verlag, M\u00fcnchen 2017, 287 Seiten, \u20ac16,99, 978-3-8135-0755-3 \u201eWas ich an ihr nicht mag \u2013 das wird mir pl\u00f6tzlich hier, auf dem Pazifischen Ozean, tausende Meilen von ihr entfernt, bewusst -, ist das, was&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/was-alles-war\/\">Weiterlesen &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-2133","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-belletristik"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2133","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2133"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2133\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2266,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2133\/revisions\/2266"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2133"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2133"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2133"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}