{"id":211,"date":"2019-06-21T19:45:29","date_gmt":"2019-06-21T17:45:29","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=211"},"modified":"2019-06-21T19:45:29","modified_gmt":"2019-06-21T17:45:29","slug":"nachtgefieder","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/nachtgefieder\/","title":{"rendered":"Nachtgefieder"},"content":{"rendered":"<p><strong>Felicitas Mayall: Nachtgefieder, Laura Gottbergs siebter Fall, Kindler Verlag, 416 Seiten, \u20ac19,95, 978-3-463-40586-5<\/strong><\/p>\n<p>Es ist nicht einfach, wenn der 17-j\u00e4hrige Sohn mal einfach so beschlie\u00dft, demn\u00e4chst beim Vater zu wohnen. Diese Nachricht ihres Sohnes Luca muss die geschiedene M\u00fcnchener Kriminalhauptkommissarin Laura Gottberg erstmal verkraften, zumal Tochter Sofia auch gleich auf die Idee kommt mitzuziehen. Aber das ist wahrscheinlich eher eine Trotzreaktion als wirkliche Absicht. Noch in Gedanken versunken, begibt sich Laura Gottberg ins Pr\u00e4sidium zum n\u00e4chtlichen Bereitschaftsdienst als eine fast vermummte weibliche Person unbedingt mit einem Polizisten reden will, der die italienische Sprache beherrscht.<br \/>\nKein Problem f\u00fcr die Halbitalienerin Laura. Allerdings erz\u00e4hlt Donatella Cipriani aus Mailand, die Frau eines einflu\u00dfreichen Bauunternehmers, der die politische Karriereleiter hinaufsteigen will, eine leicht verwirrte Liebesgeschichte, die Laura eher misstrauisch macht als dass sie sie r\u00fchren k\u00f6nnte. Die Aff\u00e4re mit dem britischen Gentleman Benjamin Sutton, sein Name f\u00e4llt erst sp\u00e4ter, kommt die Italienerin teuer zu stehen, denn sie wird erpresst und die Forderungen der Kriminellen nehmen von \u00dcbergabe zu \u00dcbergabe zu. Jetzt hat das Paar sich entschlossen sich zu trennen. Noch ein letztes Mal wollen sie sich zu einem gemeinsamen Fr\u00fchst\u00fcck sehen. Laura Gottberg, obwohl es gar nicht ihr Bereich ist, stimmt zu, dass sie das Schlie\u00dffach, dass die Erpresser ausgesucht haben, bewachen wird. Zum gemeinsamen letzten Beisammensein der Liebenden jedoch wird es nicht kommen, denn Sutton liegt bereits ermordet in seinem teuren Hotelzimmer. Da sich Donatella Cipriani bei allen Vorsichtsma\u00dfnahmen nie erkl\u00e4ren kann, wie die Erpresser sie aufgesp\u00fcrt haben, vermutet Laura sehr schnell, dass Sutton selbst der Erpresser ist.<br \/>\nGeschickt scheint er die Frauen mit Liebesgedichten, u.a von Petronius, zu umgarnen.<br \/>\nDie Anfang 40-j\u00e4hrige Donatella Cipriani schmeichelte die Aufmerksamkeit des englischen Mannes, den sie in Siena kennenlernte. Dass er sie nur um des schn\u00f6den Mammons Willen umwarb, ahnt die frustrierte, aber nicht lebensfremde verw\u00f6hnte Frau als sie zur Polizei geht.<br \/>\nAuch Angelo Guerrini, Commissario in Siena, liebt Gedichte und gute Literatur.<br \/>\nHunderte Kilometer entfernt sp\u00fcrt er eine m\u00e4nnliche Leiche in der N\u00e4he von Siena auf. Ein Bauer hat sie in seinem Feld gefunden. Im Mund des Toten stecken mehrere Geldscheine. Ein Mafiamord, so lautet die schnelle Vermutung. Oder steht der Mord im Zusammenhang mit den Wucherern, die den italienischen Bauern, die Bank vergibt keine Kredite mehr, Geld zu unversch\u00e4mten Zinsen leihen? Noch ahnen weder Angelo noch Laura, dass ihre beiden F\u00e4lle, in einem engen Zusammenhang stehen.<br \/>\nGeschickt verkn\u00fcpft Felicitas Mayall zwei scheinbar v\u00f6llig gegens\u00e4tzliche Kriminalf\u00e4lle mit ihren beiden Ermittlern, die zum einen ein Liebespaar sind und zum anderen, ohne es zu ahnen, am gleichen Faden ziehen. Ist der englische Gentleman auf eine sehr subtile Weise get\u00f6tet worden, so ist der Mord in Italien brutal und schockierend geschehen. Nicht sonderlich gro\u00df ist das Personal, dass die Autorin ben\u00f6tigt, um unterhaltend zu schreiben und Spannung aufzubauen. Dabei l\u00e4sst sie nie das private Umfeld mit all den allt\u00e4glichen Problemen ihrer Figuren aus dem Auge.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Felicitas Mayall: Nachtgefieder, Laura Gottbergs siebter Fall, Kindler Verlag, 416 Seiten, \u20ac19,95, 978-3-463-40586-5 Es ist nicht einfach, wenn der 17-j\u00e4hrige Sohn mal einfach so beschlie\u00dft, demn\u00e4chst beim Vater zu wohnen. 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