{"id":1766,"date":"2019-06-22T17:11:49","date_gmt":"2019-06-22T15:11:49","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=1766"},"modified":"2019-06-22T17:11:49","modified_gmt":"2019-06-22T15:11:49","slug":"die-ballade-von-der-gebrochenen-nase","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/die-ballade-von-der-gebrochenen-nase\/","title":{"rendered":"Die Ballade von der gebrochenen Nase"},"content":{"rendered":"<p><strong>Arne Svingen: Die Ballade von der gebrochenen Nase, Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs, Boje Verlag, K\u00f6ln 2015, 187 Seiten, \u20ac12,99, 978-3-414-82431-8<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eManchmal frage ich mich, wie es wohl w\u00e4re, ein eigenes Zimmer zu haben. Ich w\u00fcrde mit Muhammed Ali und Bryn Terfel an die Wand h\u00e4ngen. Ich h\u00e4tte einen kleinen Schreibtisch und eine Leselampe \u00fcber dem Bett. Und ein Schl\u00fcssel f\u00fcr die Zimmert\u00fcr w\u00e4re auch gut.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Der dreizehnj\u00e4hrige Bart, benannt nach Simpson-Junior, erz\u00e4hlt seine eigene Geschichte. Immer wieder kann es passieren, dass Barts Mutter die Rechnungen nicht bezahlt. Dann l\u00fcgt ihr Sohn f\u00fcr sie, denn er liebt sie.<br \/>\nGenauso l\u00fcgen die extrem fettleibige Mutter und ihr Sohn, f\u00fcr den nicht immer Essen im Haus ist, die Oma an und behaupten die Mutter h\u00e4tte einen Job bei einer Telefonfirma. Dabei geht die Mutter von Bart nur vor die T\u00fcr, um sich in der n\u00e4chsten Kneipe volllaufen zu lassen. Dann kehrt sie heim und \u00fcbersch\u00fcttet ihren Sohn mit Liebesbekundungen. Bart nimmt das alles hin, denn er hat im Grunde nur sie. Er w\u00fcnscht sich eine andere Wohnung, ein Handy, ein eigenes Zimmer, ein anderes Haus, aber keine andere Mutter. Um Spritzen und anderen Dreck in den Fluren zu beseitigen, ruft Bart sogar zu seinem S\u00e4uberungstag auf und einige Leute aus dem Haus folgen sogar seiner Idee.<\/p>\n<p>Auf Wunsch der Mutter geht Bart zum Boxen, allerdings schafft er es nicht, zur\u00fcckzuschlagen. Bart schottet sich vor seinen Schulkameraden ab, es wird sowieso nur \u00fcber Unwichtiges gesprochen. Aber dann setzt sich Ada neben ihn und pl\u00f6tzlich ver\u00e4ndert sich Barts Leben. Sie h\u00f6rt die Musik, die Bart mag und ist fasziniert. Bart liebt Opernmusik und er singt auch gern im Bad, dem einzigen Ort, in dem er mal allein sein kann, denn Bart lebt mit seiner Mutter in einem v\u00f6llig zugem\u00fcllten Zimmer. Bart brennt f\u00fcr Ada eine CD mit seinem Gesang und ahnt bereits, dass das ein Fehler war. Ada kann einfach nicht dem Mund halten und erz\u00e4hlt immer alles ihrer Freund Lise. Der Klassenlehrer h\u00f6rt Barts CD und bittet ihn beim Sommerfest aufzutreten. Bart kann nicht vor Publikum singen. Au\u00dferdem wird auch in diesem Jahr die Mutter nicht anwesend sein.<br \/>\nUnd dann ist da noch die Sache mit Barts Vater, einem gewissen John Jones, den Bart sucht.<br \/>\nSo richtig kompliziert wird es, als die attraktive Ada vor Barts T\u00fcr in der Sozialwohnungssiedlung steht und sieht wie Bart lebt. Er bittet sie inst\u00e4ndig, niemandem von seinen Wohnverh\u00e4ltnissen und schon gar nicht von seiner Mutter zu erz\u00e4hlen. Aber Ada ist dazu nicht in der Lage, sie berichtet alles br\u00fchwarm Lise und dann wei\u00df es die ganze Klasse.<br \/>\nNun ist Bart bei den Jungen unten durch und als zwei bei ihm vor der T\u00fcr stehen, um die fette Mutter zu betrachten, schl\u00e4gt Bart endlich zu. Allerdings sind die anderen st\u00e4rker und brechen Bart die Nase.<\/p>\n<p>Barts Geschichte ist ein einziges Auf und Ab. Aber Bart kann Ada irgendwie verzeihen und dann treffen beide sogar den besten Bassbariton der Welt, den Waliser Bryn Terfel.<\/p>\n<p>Ein bisschen m\u00e4rchenhaft und dann wieder radikal realistisch, so wirkt Barts Geschichte vom Norweger Arne Svingen. Barts Vorliebe f\u00fcr die dramatische Opernmusik, seine Hilfslosigkeit beim Boxen, die Sorge um die Mutter, die immer wieder vieles verspricht und nichts h\u00e4lt, machen ihn als Hauptfigur besonders sympathisch.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Arne Svingen: Die Ballade von der gebrochenen Nase, Aus dem Norwegischen von Gabriele Haefs, Boje Verlag, K\u00f6ln 2015, 187 Seiten, \u20ac12,99, 978-3-414-82431-8 \u201eManchmal frage ich mich, wie es wohl w\u00e4re, ein eigenes Zimmer zu haben. 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