{"id":173,"date":"2019-06-22T11:29:52","date_gmt":"2019-06-22T09:29:52","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=173"},"modified":"2019-06-22T11:29:52","modified_gmt":"2019-06-22T09:29:52","slug":"rimbaud-und-die-dinge-des-herzens","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/rimbaud-und-die-dinge-des-herzens\/","title":{"rendered":"Rimbaud und die Dinge des Herzens"},"content":{"rendered":"<p><strong>Samuel Benchetrit: Rimbaud und die Dinge des Herzens, \u00fcbersetzt von Olaf Matthias Roth, Aufbau Verlag, Berlin 2011, 256 Seiten, \u20ac16,95, 978-3-351-03312-5<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eEs kommt doch nicht darauf an, dass man ganz viele B\u00fccher besitzt, sondern dass man sie liest!\u201c<\/em><\/p>\n<p>Der franz\u00f6sische Autor, Schauspieler, Drehbuchautor und Regisseur Samuel Benchetrit kehrt in seinem ersten Roman in die eigene Kindheit in der Pariser Vorstadt zur\u00fcck. Der zehnj\u00e4hrige Ich-Erz\u00e4hler Charles Traor\u00e9, den alle Charly nennen, ist ein frecher Kerl. Er schreibt gern Aufs\u00e4tze und obwohl die leicht verkommenen Wohnt\u00fcrme nach Schriftstellern und ber\u00fchmten K\u00fcnstlern benannt sich, ist ihm jeder Name fremd. Wer ist dieser Rimbaud? Charly klaut einfach in der Bibliothek ein Buch von dem Dichter und am Ende der Geschichte wird es ihn tr\u00f6sten und vielleicht auch seinen k\u00fcnftigen Weg bestimmen.<br \/>\nSamuel Benchetrits Erz\u00e4hlung umfasst einen Tag im Leben des Jungen. Am Morgen wird seine Mutter von der Polizei mitgenommen. Urspr\u00fcnglich stammt sie aus Mali. Der Vater hat die Familie verlassen und behauptet in einem Brief, den Charly auswendig kennt, dass er in Mali Arbeit finden will und Geld schickt. Das ist die letzte Nachricht von ihm. Die Mutter vermutet, dass er wahrscheinlich l\u00e4ngst wieder in Frankreich ist. Aber Charlys Mutter ist eine starke Frau. Sie k\u00fcmmert sich um das alte Ehepaar Roland und bringt so die Familie durch. Henry, Charlys \u00e4lterer Bruder, ist drogens\u00fcchtig. Warum, niemand kann es erkl\u00e4ren. Ist er depressiv, \u00fcbersensibel? Charly jedenfalls beobachtet, wie die Mutter, die er \u00fcber alles liebt, abgef\u00fchrt wird. Auf der Suche nach seinem Bruder erinnert sich Charly an vieles in seinem bisherigen Leben. Manchmal klingt er wie ein weiser alter Mann, ohne altklug zu sein, aber dann auch wieder wie ein kleiner Junge, der immer ma\u00dflos \u00fcbertreiben muss. Charly kann immer sagen, wie sp\u00e4t es ist und er ist ein neugieriger Mensch, der sich \u00fcber alles Gedanken macht.<br \/>\nCharlys Odyssee durch seinen Wohnbezirk zeichnet ein Bild von der Pariser Vorstadt, in der neben den heruntergekommenen Wohnt\u00fcrmen und den gef\u00e4hrlichen Ecken auch Einfamilienh\u00e4user stehen. Hier wohnen die Kinder, die vielleicht wie Streber wirken, aber ebenso einsam sind wie ihre Mitsch\u00fcler. Beim Bruder angekommen, ahnt dieser, dass die Mutter wahrscheinlich in Abschiebehaft sitzt, denn ihr Aufenthaltsstatus ist nicht gekl\u00e4rt. Der Vater hatte alle Papiere mitgenommen und die Mutter wollte die Dinge viel zu sp\u00e4t auf dem Amt kl\u00e4ren.<br \/>\nSamuel Benchetrit l\u00e4sst sein Ende offen. Seine literarische Hauptfigur agiert \u00e4u\u00dferst lebendig und \u00fcberzeugend. Charly kann man als Leser nicht vergessen, denn f\u00fcr ihn werden die Worte und die Literatur genauso hilfreich sein, wie sie es f\u00fcr Samuel Benchetrit in seiner Kindheit waren. Das haben die beiden gemeinsam.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Samuel Benchetrit: Rimbaud und die Dinge des Herzens, \u00fcbersetzt von Olaf Matthias Roth, Aufbau Verlag, Berlin 2011, 256 Seiten, \u20ac16,95, 978-3-351-03312-5 \u201eEs kommt doch nicht darauf an, dass man ganz viele B\u00fccher besitzt, sondern dass man sie liest!\u201c Der franz\u00f6sische&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/rimbaud-und-die-dinge-des-herzens\/\">Weiterlesen &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[2],"tags":[],"class_list":["post-173","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-belletristik"],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/173","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=173"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/173\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":320,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/173\/revisions\/320"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=173"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=173"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=173"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}