{"id":1698,"date":"2019-06-22T17:23:53","date_gmt":"2019-06-22T15:23:53","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=1698"},"modified":"2019-06-22T17:23:53","modified_gmt":"2019-06-22T15:23:53","slug":"marconipark","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/marconipark\/","title":{"rendered":"Marconipark"},"content":{"rendered":"<p><strong>\u00c5ke Edwardson: Marconipark, Aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch, Ullstein Verlag, Berlin 2015, 400 Seiten, \u20ac19,99, 9783550080289 <\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eWas wei\u00df sie, das niemand erfahren darf?, dachte er. Etwas, von dem sie nicht wissen will, dass sie es wei\u00df?\u201c<\/em><\/p>\n<p>Kriminalkommissar Erik Winter, mittlerweile dreiundf\u00fcnfzig Jahre alt, plagt sich immer noch mit seinem Tinnitus, hat in G\u00f6teborg seine Liebe zum Whisky und zu den Texten von Michael Bolton entdeckt. Zwar r\u00fcmpfen alle die Nase, wenn er davon erz\u00e4hlt, aber Winter l\u00e4sst sich nie so schnell von seiner Meinung abbringen. Er telefoniert immer wieder mit seine Frau Amanda, die mit den Kindern auf Marbella lebt.<br \/>\nDer Fr\u00fchling k\u00fcndigt sich an, und Erik Winter hat den n\u00e4chsten Fall zu l\u00f6sen. Im Marconipark wurde eine m\u00e4nnliche, entbl\u00f6\u00dfte Leiche mit einer Plastikt\u00fcte \u00fcber dem Kopf gefunden. In gleicher Weise werden noch weitere M\u00e4nner und eine Frau hingerichtet. Alle Opfer wurden in Sichtweite ihrer eigenen Wohnung ermordet. Alle sind um die vierzig und beruflich etabliert. Entweder haben sie allein gelebt oder waren geschieden. Alle Verh\u00f6re mit den Angeh\u00f6rigen der Toten verlaufen unbefriedigend. Nicht immer wird getrauert, aber viel geschwiegen, das sp\u00fcren Winter und sein Kollege Bertil Ringmar.<\/p>\n<p><em>\u201eManchmal gab es gar nichts, nur Dunkelheit und Abgrund. Manchmal sah er ein kaltes Licht, manchmal ewige W\u00e4rme. Die gab es hier nicht, nicht in dieser K\u00fcche, bei ihr. Die Intuition war stark. Sie war die Wahrheit.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Kurz und pointiert sind die Gespr\u00e4che, die Ringmar und Winter f\u00fchren und schnell ahnen die Ermittler, hier ver\u00fcbt jemand Rache, Wut hat sich angestaut nach einer gewissen Zeit und ein Puzzle f\u00fcr die Polizei, denn jede Leiche ist mit einem schwarzgemalten Buchstaben versehen, der unbedingt gefunden werden soll.<br \/>\n<em>\u201e&#8217;Robert Hall ein R, Jonatan Bers\u00e9r ein O, Matilda Cors ein I und jetzt Johan Schwarz ein A.&#8217;\u201c<\/em><\/p>\n<p>Winter setzt die Buchstaben zusammen in allen m\u00f6glichen Varianten und erkennt, das Morden ist noch nicht vorbei, wenn Marconipark das Schl\u00fcsselwort ist. Hier muss es geschehen sein, vor gut zwanzig Jahren. Es dauert bis Querverbindungen zwischen den Toten hergestellt werden. Lange schaut sich Winter alte Familienaufnahmen der Toten an und er wird f\u00fcndig.<br \/>\nWinter muss aber nicht nur dem bereits m\u00fcde gewordenen M\u00f6rder eine Ende setzen, er schl\u00e4gt sich mit seinen Tr\u00e4umen herum, flieht kurz nach Marbella und umgeht die Entscheidung, wenn es um seinen k\u00fcnftigen Wohnort geht.<\/p>\n<p>\u00c5ke Edwardson hat keinen wahnsinnig spannenden Krimi \u00fcber einen Serienm\u00f6rder geschrieben, denn relativ schnell ist kundigen Lesern klar, welche perfide Tat ger\u00e4cht wird. Doch was passiert mit empathielosen Menschen, die an Minderj\u00e4hrigen schuldig geworden sind? Das fragt sich auch Winter, der nie abgestumpft wirkt und immer noch vollen Einsatz zeigt, auch wenn er daf\u00fcr ein Fahrrad klauen und durch die halbe Stadt rasen muss.<\/p>\n<p>Schnell wird auch die gequ\u00e4lte Sicht des T\u00e4ters offenbar, mit dem Ermittler Winter durchaus sympathisiert. Es sind die Blicke in die schwedische Gesellschaft, das Aufsp\u00fcren der Psyche und Dunkelheit im Leben der Schweden, das \u00d6ffnen der T\u00fcren der wohlsituierten Landsleute, die jeden sprachlich anspruchsvollen Krimi von \u00c5ke Edwardson so lesbar machen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00c5ke Edwardson: Marconipark, Aus dem Schwedischen von Angelika Kutsch, Ullstein Verlag, Berlin 2015, 400 Seiten, \u20ac19,99, 9783550080289 \u201eWas wei\u00df sie, das niemand erfahren darf?, dachte er. 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