{"id":1381,"date":"2019-06-22T13:58:00","date_gmt":"2019-06-22T11:58:00","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=1381"},"modified":"2019-06-22T13:58:00","modified_gmt":"2019-06-22T11:58:00","slug":"vielleicht-duerfen-wir-bleiben","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/vielleicht-duerfen-wir-bleiben\/","title":{"rendered":"Vielleicht d\u00fcrfen wir bleiben"},"content":{"rendered":"<p><strong>Ingeborg Kringeland Hald: Vielleicht d\u00fcrfen wir bleiben, Aus dem Norwegischen von Maike D\u00f6rries, Carlsen Verlag, Hamburg 2015, 108 Seiten, \u20ac9,99, 978-3-551-55597-7<\/strong><\/p>\n<p><em>\\\u201eDann hat das Telefon geklingelt. Und Mama hat geweint. Heute habe ich kein Zuhause mehr und bin mutterseelenallein. Ich h\u00e4tte Lust, ganz laut zu schreien.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Albin ist jetzt elf Jahre alt und lebt mit seiner Familie in einem Asylbewerberheim in Norwegen. Als er sechs war, mussten er, seine Mutter und seine j\u00fcngeren Zwillingsschwestern aus Bosnien fliegen. Soldaten kamen und erschossen den Vater vor den Augen der Kinder. Und nun ist Albin wieder auf der Flucht. Als die Polizei die Familie holen will, ist er einfach abgehauen. Seine Hoffnung, wenn er nicht bei der Mutter ist, dann kann man sie nicht des Landes verweisen. Albin hat in seinem kurzen Leben Dinge gesehen, die sind unbeschreiblich. Alles was in Bosnien geschehen ist, soll der Jungen vergessen. Doch der Rat der Mutter l\u00e4uft ins Leere. Auf seiner Flucht erinnert sich Albin an die brutalen Geschehnisse, die Bilder, die er nicht mehr aus dem Kopf bekommt. Er wei\u00df noch, wie die Familie in einem Fl\u00fcchtlingslager untergekommen ist und alle M\u00e4nner nach ihrem Alter gefragt wurden. Der 15-j\u00e4hrige Orhan, der seine ganze Familie verloren hat, begleitete Albin und seine Familie auf dem langen Weg voller Entbehrungen. Er wurde von den Soldaten gleich mitgenommen. Albin soll sagen, dass er vier Jahre alt ist, aber der Junge will unbedingt \u00e4lter wirken und behauptet er sei zehn. Wie kann er auch ahnen, was mit den moslemischen M\u00e4nnern in Srebenica geschehen ist?<\/p>\n<p>Im Bus spricht Albin auf seiner einsamen Flucht kurz mit der kleinen Lisa und Amanda, die ein Jahr \u00e4lter ist als er. Die M\u00e4dchen treffen ihre Gro\u00dfeltern, um zum Angeln zu fahren. Albin folgt ihnen und kriecht heimlich in den Kofferraum von Opas Auto. Er hofft, der Opa f\u00e4hrt nach Oslo, denn dort k\u00f6nnte er gut untertauchen. Aber weit gefehlt. Sie fahren in die Berge. Albin kann in einer H\u00fctte unterkommen. Er beobachtet die M\u00e4dchen und ihre Gro\u00dfeltern und mopst etwas zu essen. Lisa erwischt ihn und schnell ist klar, dass Albin der gesuchte Junge ist.<\/p>\n<p>Albin vertraut dem Opa und der holt dann doch nur die Polizei. Aber die Familie von Albin wird nicht abgeschoben. Vielleicht d\u00fcrfen sie bleiben.<\/p>\n<p>Ingeborg Kringeland Hald erz\u00e4hlt in wenigen Episoden aber eindringlich von einem traumatisierten Kind, das nichts vergessen kann. Albin spricht in Gedanken mit seinem Papa und wei\u00df, dass er ihn nie wiedersehen wird. Nichts wird so sein, wie es war, wenn die Familie wieder in ihren Heimatort nach Bosnien zur\u00fcckkehren muss, denn fast alle Bewohner wurden get\u00f6tet. Albin hat sich an das Leben in Norwegen gew\u00f6hnt. Er will mit seiner Mutter und den Schwestern im Frieden leben und doch haben sie nur eine geringe Chance.<br \/>\nEs ist fraglich, ob B\u00fccher f\u00fcr das wahre Leben sensibilisieren. Man kann es nur hoffen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Ingeborg Kringeland Hald: Vielleicht d\u00fcrfen wir bleiben, Aus dem Norwegischen von Maike D\u00f6rries, Carlsen Verlag, Hamburg 2015, 108 Seiten, \u20ac9,99, 978-3-551-55597-7 \\\u201eDann hat das Telefon geklingelt. Und Mama hat geweint. 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