{"id":1248,"date":"2019-06-22T15:38:06","date_gmt":"2019-06-22T13:38:06","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=1248"},"modified":"2019-06-22T15:38:06","modified_gmt":"2019-06-22T13:38:06","slug":"der-yark","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/der-yark\/","title":{"rendered":"Der Yark"},"content":{"rendered":"<p><strong>Bertrand Santini, Laurent Gapaillard: Der Yark, Aus dem Franz\u00f6sischen von Edmund Jacoby, Verlagshaus Jacoby &amp; Stuart, Berlin 2014, 80 Seiten, \u20ac12,95, 978-3-942787-36-9\\r\\n<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eGeschw\u00e4tzig, gefr\u00e4\u00dfig, launisch, \u00e4ngstlich, nichtsnutzig und faul wie sie sind, kann man aus Kindern zwar ein gutes Gulasch bereiten, aber sonst sind sie zu nichts n\u00fctze.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Keine Frage, der Yark h\u00e4tte nicht den Fehler begehen sollen und sich mit seinem gut riechenden Essen anfreunden und es auch noch sympathisch finden. Dabei durchlebt das grausige Monster mit dem empfindlichen Magen doch gerade eine absolute Lebenskrise. Wie kann es sein, dass er nicht mehr ein einziges Kind findet, das brav, freundlich und wohlerzogen ist? Schnell ist sie vorbei die goldene Phase, in der M\u00e4dchen und Jungen noch niedlich, unbedarft und formbar sind.<br \/>\n<em>\u201e Der alternde Engel beginnt Fragen zu stellen, eigene Vorstellungen zu entwickeln und \u00fcber seinen Tagesablauf zu verhandeln. Er ist launisch, immer hungrig und nicht sehr sauber, und seine Vorliebe f\u00fcr laute Musik und Markenkleidung ist \u00e4rgerlich und teuer.\u201c<\/em><br \/>\nIn seiner Not trickst das geh\u00f6rnte Ungeheuer sogar den Weihnachtsmann aus, um an die Liste mit den Namen der braven, vitaminreichen Kinder zu gelangen. Mit dieser Speisekarte, die ihn rund um die Welt f\u00fchren k\u00f6nnte, unterl\u00e4uft dem Yark jedoch ein Fehler nach dem anderen. Und nachdem er den abscheulichen Bruder des kleinen Lewis verspeist hat, rebelliert sein ganzer K\u00f6rper, denn nichts schl\u00e4gt dem Yark mehr auf den Magen als Frechheit, Ungezogenheit und Renitenz. An Vergiftung erkrankt pflegt die sanfte Madeleine den Yark, der ihr keine Angst einfl\u00f6\u00dft. Er, hin- und hergerissen zwischen Appetit und Zuneigung, kann sich nicht entscheiden, was er nun tun soll. Er flieht zur Seelenreinigung in die Kunst und kann am Ende, egal welche Richtung er einschl\u00e4gt, immer nur abgetrennte Kinderk\u00f6pfe sehen. Um Madeleine nicht mit Haut und Haar zu fressen, aus Liebe sozusagen, verl\u00e4sst der Yark das Kind und begibt sich todesmutig in die H\u00e4nde der wilden Kinder im Wald.<br \/>\nSatirisch wie gen\u00fcsslich ziehen Autor und Illustrator \u00fcber die unberechenbaren Kinder und all die Anstrengungen her, die sie ihren Eltern zumuten. Leicht \u00e4ngstlichen Seelen k\u00f6nnte auch das Grausen beim Anblick der Illustrationen voller aufgerissener Monsterm\u00e4uler \u00fcberkommen. Die Beschreibungen der Kindermahlzeiten stehen dem in nichts nach.<br \/>\n<em>\u201eAls echter Gourmet schl\u00fcrft er auch gern ihr Gehirn, das anscheinend wie Marshmallows schmeckt.\u201c<\/em><br \/>\nMit viel Spa\u00df an der klaren, wie fantasievollen Sprache des Grauens und dem realen Alltagshorror, den pubertierende Kinder verursachen k\u00f6nnen, spielt Bertrand Santini mit m\u00e4rchenhaften Elementen nebst Erl\u00f6sung. Das M\u00e4dchen sieht in dem Biest sich selbst und so bleibt es und auch seine Artgenossen irgendwann sp\u00e4ter unantastbar.<\/p>\n<p><em>\u201eDoch Madeleine ist es egal, ob eine Mahlzeit des Yarks lieb oder b\u00f6se ist. Was ihr nicht gef\u00e4llt, ist, dass es n\u00f6tig sein soll, ein Lebewesen zu t\u00f6ten, um leben zu k\u00f6nnen.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Ob der Vielfra\u00df nun Vegetarier wird, kann nicht verraten werden. Aber nach und nach und vor allem durch die Freundschaft zwischen dem riesigen Ungeheuer mit den gro\u00dfen Kulleraugen und dem Kindchen Madeleine wird klar, auch Monster haben nicht nur Hunger, sondern auch ein Herz.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Bertrand Santini, Laurent Gapaillard: Der Yark, Aus dem Franz\u00f6sischen von Edmund Jacoby, Verlagshaus Jacoby &amp; Stuart, Berlin 2014, 80 Seiten, \u20ac12,95, 978-3-942787-36-9\\r\\n \u201eGeschw\u00e4tzig, gefr\u00e4\u00dfig, launisch, \u00e4ngstlich, nichtsnutzig und faul wie sie sind, kann man aus Kindern zwar ein gutes Gulasch&#8230; <a class=\"more-link\" href=\"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/der-yark\/\">Weiterlesen &rarr;<\/a><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":[],"categories":[7],"tags":[],"_links":{"self":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1248"}],"collection":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=1248"}],"version-history":[{"count":2,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1248\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":1472,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/1248\/revisions\/1472"}],"wp:attachment":[{"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=1248"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=1248"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=1248"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}