{"id":1237,"date":"2019-06-22T20:06:39","date_gmt":"2019-06-22T18:06:39","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=1237"},"modified":"2019-06-22T20:06:39","modified_gmt":"2019-06-22T18:06:39","slug":"schwarze-katzen","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/schwarze-katzen\/","title":{"rendered":"Schwarze Katzen"},"content":{"rendered":"<p><strong>Felicitas Mayall: Schwarze Katzen, Laura Gottberg ermittelt, Kindler Verlag, Reinbek 2014, 384 Seiten, \u20ac19,95, 978-3-463-40647-3<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eFalls Angelo mit seinen Wortspielen recht hatte, dann bedeutete ihre einbetonierte Leiche tats\u00e4chlich Mafia. Aber Angeh\u00f6rige der Mafia waren sicher nicht so d\u00e4mlich eine Leiche mitten auf der Prinzregentenstra\u00dfe zu verlieren.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Voller Selbstvertrauen und innerer Sicherheit schaut Sergio Cavallino aus einem kleinen Ort in Kalabrien in den Spiegel. Sein Edelrestaurant <em>Montenero<\/em> in M\u00fcnchen hat den besten Ruf und die Gesch\u00e4fte auch parallel zur Gastronomie laufen komplikationslos. Ja, er k\u00f6nnte ein bisschen gr\u00f6\u00dfer sein, aber Gl\u00fcck bei den Frauen hat er auch so. Er ist der einzige in der Familie, der studieren konnte und nun steht er im Dienst, das war klar, der <em>\u201eEhrenwerten Gesellschaft\u201c.<\/em><br \/>\nAber im Laufe der Geschichte wird Sergio immer d\u00fcnnh\u00e4utiger, er zweifelt an der Allmacht seiner Familie, der eingeschworenen Solidarit\u00e4t und an der Funktionsf\u00e4higkeit der alten Mafiastrukturen. Offenheit kann die Familie kaum ertragen, jeder muss funktionieren und keine Fragen stellen, auch nicht \u00fcber den Tod des Bruders Gabriele, der gern aus der Reihe tanzte.<\/p>\n<p>Als Sergio in seinem Restaurant sp\u00e4t in der Nacht \u00fcberfallen wird und im Gegenzug den Einbrecher t\u00f6tet, l\u00f6st er eine Krise aus, die den Zusammenhalt der Familie auf die Probe stellt. Kaum ist die Kriminalkommissarin Laura Gottberg aus dem Urlaub mit ihrem Freund, Guido Guerrini, ebenfalls Commissario, aber in Siena, zur\u00fcck, liegt eine einbetonierte Leiche mitten auf der Stra\u00dfe. Die Identifizierung des Toten stellt die Pathologen vor eine schwierige Aufgabe. Laura geht fast gleichg\u00fcltig an den neuen Fall, zumal ihr Partner Peter Baumann in die Reha muss und sie nun mit Severin Burger arbeitet, einem hochmotivierten Polizisten aus Regensburg. Au\u00dferdem nervt wie immer Kriminaloberrat Becker, aber er hat auch seine hellen Momente:<em>\u201e Wir haben absolut nichts in der Hand, nicht wahr? Herrgott noch mal, warum konnten die ihre Betonleiche nicht in Augsburg auf die Stra\u00dfe legen oder in Ingolstadt, Rosenheim oder N\u00fcrnberg?\u201c<\/em><br \/>\nUnd dann kehrt auch noch die f\u00fcnfzehnj\u00e4hrige Sofia aus London zur\u00fcck, aber nicht allein. An ihrer Seite ist ihr Freund Patrick, \u00fcber dessen Ankunft alle Bescheid wussten, nur Mutter Laura nicht. Sorgenvoll macht sie eine gute Miene zu diesem \u00dcberfall, der Dr\u00e4ngelei morgens an der Badt\u00fcr und der Angst, dass die Tochter sich zu fr\u00fch bindet.<\/p>\n<p>Die Polizei steht jedenfalls vor einem R\u00e4tsel. Auch Sergio Cavallino ahnt, dass etwas Bedrohliches auf ihn zukommt. Immer wieder findet er Briefe, in denen ihm freundlich nahegelegt wird, zu cooperieren. Doch mit wem soll er sich einigen?<\/p>\n<p>Schwarzen Katzen laufen Sergio \u00fcber den Weg, aber er sieht auch \u00fcberall Gefahr.<\/p>\n<p><em>\u201ePl\u00f6tzlich hasste er die Familie so heftig, dass es ihn sch\u00fcttelte. Er musste an Leimruten denken, an denen V\u00f6gel festklebten und sich nie mehr befreien konnten.\u201c<\/em><\/p>\n<p>Die Atmosph\u00e4re im Restaurant <em>Montenero<\/em> wird immer angespannter.<br \/>\nLaura setzt sich mit der Abteilung <em>Organisierte Kriminalit\u00e4t<\/em> in Verbindung, um eine Spur zu ihrem Toten zu finden, der wie anf\u00e4nglich geglaubt, von der Russenmafia stammen k\u00f6nnte. Aber alle Spuren, sogar eine hilflose Razzia der LKWs, die das <em>Montenero<\/em> beliefern, l\u00e4uft ins Leere. Wenn den Gesch\u00e4ftsleuten der Drogenhandel nicht eindeutig nachzuweisen ist, kann man sie auch nicht belangen und schon gar nicht telefonisch abh\u00f6ren nach deutschem Gesetz.<br \/>\nSergio, der sich mit seinem Bruder Michele und auch mit Cousin Eduardo nur noch streitet, ist v\u00f6llig am Ende. Onkel Carmine greift ein, aber die Anspannung bleibt bis zu dem Moment, wo klar wird, was eigentlich gespielt wird. Ohne Sergios Wissen hat die Familie mit dem dubiosen Della Valle aus Siena ein Immobiliengesch\u00e4ft mit einem Investor aus Deutschland eingef\u00e4delt und die Briefeschreiber, die Gatti Neri, die Schwarzen Katzen, wollen mit einsteigen. Und eine Frau, Barbara Bonanni, ist der Boss. Jetzt kommt Guerinni ins Spiel, obwohl er mit Laura nie wieder zusammenarbeiten wollte.<br \/>\nAlle stecken irgendwie fest. Laura und Guido wissen nicht, wie sie ihre Beziehung durch ihre r\u00e4umliche Trennung weiterf\u00fchren sollen und Sergio f\u00fchlt sich durch die Psychospielchen der Gegner und das Misstrauen in der eigenen Familie in seiner Position gef\u00e4hrdet. Wurde sein Bruder Gabriele von den eigenen Leuten beseitigt, weil er zu auff\u00e4llig gelebt hat? Sergio plant innerlich seine Flucht, ohne zu ahnen, wie tief er im Cavallino-Bonanni- Komplott steckt.<\/p>\n<p>Fast ein Crash-Kurs \u00fcber die multinationalen Mafiaaktivit\u00e4ten und kriminelle Parallelwelten, speziell der Ndrangheta  und ihrer hochmodernen Syndikate, steht hinter diesem neunten Fall. Immer auf der Suche nach einer Schnittstelle zwischen Siena und M\u00fcnchen ist nat\u00fcrlich die Mafia f\u00fcr Felicitas Mayall und ihre Hauptfiguren ein Thema. Der Leser ist \u00fcber Sergios Gedankeng\u00e4nge bestens informiert und somit den Kommissaren immer einen Schritt voraus. Das macht die Lekt\u00fcre so reizvoll und wer wissen will, wie es mit Laura und Guerrini weitergeht, der darf sich auf den zehnten Fall freuen.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Felicitas Mayall: Schwarze Katzen, Laura Gottberg ermittelt, Kindler Verlag, Reinbek 2014, 384 Seiten, \u20ac19,95, 978-3-463-40647-3 \u201eFalls Angelo mit seinen Wortspielen recht hatte, dann bedeutete ihre einbetonierte Leiche tats\u00e4chlich Mafia. 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