{"id":1129,"date":"2019-06-22T16:11:57","date_gmt":"2019-06-22T14:11:57","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=1129"},"modified":"2019-06-22T16:11:57","modified_gmt":"2019-06-22T14:11:57","slug":"so-fern-so-nah","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/so-fern-so-nah\/","title":{"rendered":"So fern so nah"},"content":{"rendered":"<p><strong>John Boyne: So fern so nah, Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit und Martina Tichy, KJB, S.Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2014, 254 Seiten, \u20ac12,99, 978-3-596-85650-3<\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eEr wusste nicht, was er empfinden sollte. So war das mit dem Krieg, ging ihm auf. Er brachte alles durcheinander.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Als Alfie Summerfield f\u00fcnf Jahre alt wird, beginnt der Erste Weltkrieg. Noch feiern alle fr\u00f6hlich und doch ahnt Oma Sommerfield bereits, was auf sie zukommen k\u00f6nnte. Alfies Vater soll sich nicht als Freiwilliger melden, doch bereits am kommenden Tag ist er dabei. Der einzige in der Damley Road, der sich dem Krieg verweigert, ist Joe Pacience. Er fragt sich, warum er auf Menschen, die er nicht kennt, schie\u00dfen soll. Warum soll er etwas f\u00fcr den K\u00f6nig tun, wenn der K\u00f6nig nie etwas f\u00fcr ihn getan hat? Aber Joe erwartet ein hartes Schicksal. Er wird vor Gericht gestellt, ins Gef\u00e4ngnis gesteckt und auf freiem Fu\u00df von Fremden verpr\u00fcgelt. Sogar Oma Summerfield, die ihn sehr mag, gr\u00fc\u00dft ihn nicht mehr. Aber da sind schon vier Jahre vergangen.<\/p>\n<p>Alfie ist nun neun Jahre alt. Alles hat sich in seinem Leben ver\u00e4ndert. Er glaubt der Mutter nicht, die mit ihren Geldsorgen und den Nachtschichten am Limit arbeitet, dass der Vater auf geheimer Mission f\u00fcr sein Vaterland unterwegs ist. Warum schreibt er keine Briefe mehr? Ist er tot?<br \/>\nAlfie liebt Geschichte und Lesen und darum geht er auch Montag und Donnerstag in die Schule. An den anderen Tagen arbeitet er als Schuhputzer im Bahnhof King&#8217;s Cross.<br \/>\nDie Schuhausr\u00fcstung hat er, und das war sein einziger Diebstahl, im Laden von Herrrn Jan\u00e1cek gestohlen. Er und seine Tochter wurden, da sie aus Prag stammen, als <em>\u201eSpione\u201c<\/em> interniert.<\/p>\n<p>Alfie macht sich viele Gedanken, \u00fcber die ewig m\u00fcde Mutter, den Vater, der nicht mehr nach Hause zur\u00fcckkehren wird und \u00fcber den Krieg. Einiges erz\u00e4hlen ihm die Kunden, die fast in Selbstgespr\u00e4chen \u00fcber die Kriegssituation reflektieren.<br \/>\nUnd dann erf\u00e4hrt Alfie, eigentlich nur durch einen Zufall und einen Kunden, dass sein Vater nicht weit von London in einem Krankenhaus untergebracht ist. <em>\u201eGranatenschock<\/em>\u201c nennen es die \u00c4rzte, wenn Patienten geistig verwirrt aufgenommen werden. Alfie f\u00e4hrt mutterseelenallein ins East Suffolk &amp; Ipswich Hospital und sucht seinen Vater. Was er im Krankenhaus sehen wird, ist wie ein Schock f\u00fcr den Jungen. Und er fasst einen Entschluss: Er muss seinen Vater, der ihn nur mit M\u00fchen erkannt hat, nach Hause holen.<\/p>\n<p>Alfies Perspektive, aus der der irische Autor erz\u00e4hlt, bleibt in den Grenzen des kindlichen Blicks. Ohne das je ein Kriegsschauplatz auftaucht, zeigt John Boyne illusionslos und unsentimental, was Krieg f\u00fcr die Menschen daheim bedeutet und wie er ihr Leben grundlegend ver\u00e4ndert. Alfie ist ein tapferer Junge, der jedoch die Schwere der Krankheit seines Vaters nicht verstehen kann. Er hilft heimlich der Mutter und hofft, auch f\u00fcr den Vater alles richtig zu machen. Alfies Geschichte ber\u00fchrt zutiefst, denn er kann nicht alles begreifen und wei\u00df doch so viel.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>John Boyne: So fern so nah, Aus dem Englischen von Brigitte Jakobeit und Martina Tichy, KJB, S.Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2014, 254 Seiten, \u20ac12,99, 978-3-596-85650-3 \u201eEr wusste nicht, was er empfinden sollte. 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