{"id":1098,"date":"2019-06-22T16:07:42","date_gmt":"2019-06-22T14:07:42","guid":{"rendered":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/?p=1098"},"modified":"2019-06-22T16:07:42","modified_gmt":"2019-06-22T14:07:42","slug":"flavia-de-luce-schlussakkord-fuer-einen-mord","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/karinhahnrezensionen.com\/lese24\/flavia-de-luce-schlussakkord-fuer-einen-mord\/","title":{"rendered":"Flavia de Luce, Schlussakkord f\u00fcr einen Mord"},"content":{"rendered":"<p><strong>Alan Bradley: Flavia de Luce, Schlussakkord f\u00fcr einen Mord, Aus dem Englischen von Gerald Jung und Katharina Orga\u00df, Penhaligon Verlag, M\u00fcnchen 2013, 352 Seiten, \u20ac19,99, 978-3-7645-3099-0 <\/strong><\/p>\n<p><em>\u201eMist! Hatte man in diesem Dorf denn \u00fcberhaupt kein Privatleben?\u201c<\/em><\/p>\n<p>Sicher hat Dreistigkeit in dieser f\u00fcnften Dorfgeschichte um die kleine Miss Marple namens Flavia de Luce so ihre Grenzen. Aber wenn jemand die anderen mit Neugier und penetranten Nachfragen, auch \u00fcbers Privatleben, ausquetscht, dann ist es die Erz\u00e4hlerin dieses Krimis, der elfj\u00e4hrige Nerd. Ohne Probleme immer nah am Geschehen in Bishop&#8217;s Lasey, diesmal in der Kirche, steckt Flavia, auch bei extrem moderigen Ger\u00fcchen, ihren Kopf in eine \u00d6ffnung, die in ein Grab f\u00fchrt. Und sie ist es auch, die unerschrocken die Leiche des Organisten Crispin Cullicutt mit Gasmaske findet. Sie erkundet des Nachts Geheimg\u00e4nge auf dem Friedhof und erschreckt damit die unbedarfte Vikarsfrau. Sie tunkt ihr Haarband, zwecks sp\u00e4terer Analyse, in das angebliche Blut einer Heiligenfigur. Flavia ist, zugegeben, neunmalklug, von sich eingenommen, manchmal naiv und unertr\u00e4glich. Da k\u00f6nnen ihre beiden Schwestern noch so gemein zu ihr sein, sie findet heraus, dass sie nicht von einem Vampir abstammt, sondern dass das Blut der Familienmitglieder sich ziemlich \u00e4hnelt. Alles was mit chemischen Zusammensetzungen zu tun hat und sie ist keineswegs zimperlich, erregt Flavias ungeteilte Aufmerksamkeit. Und sie ist belesener als mancher Erwachsene.<br \/>\nEin Wunderkind, allerdings ziemlich verunsichert. Doch in diesem Band kommt ihr Vater, trotz aller Probleme, endlich mal aus einem Schneckenhaus und erkl\u00e4rt seiner Tochter, dass sie ganz die Mutter ist.<\/p>\n<p>Neuerdings soll nach 500 Jahren das Grab des St. Tankred ausgehoben werden. Flavia darf dabei sein und dann wird pl\u00f6tzlich die Exhumierung abgesagt. Allerdings hatte das M\u00e4dchen zu diesem Zeitpunkt bereits die noch ziemlich frische Leiche \u00fcber dem Grab des Heiligen gefunden. Inspector Hewitt schwant nichts Gutes, denn Flavia stiehlt ihm mit ihren Erkundungen regelm\u00e4\u00dfig die Show und auch in diesem komplizierten Fall wird es so sein.<\/p>\n<p>Herrlich altmodisch ist diese Krimihandlung, denn niemand recherchiert bei Google oder ruft mal eben per Handy an. In Bishop&#8217;s Lasey ist die Zeit stehengeblieben. In der heruntergekommenen Villa der de Luces ist es bereits ein Gro\u00dfereignis, wenn mal das Telefon klingelt und die Nachwirkungen des letzten Weltkrieges spielen immer wieder in die Handlung hinein. Da sich Flavias Vater auch von Wertvollem nicht trennen kann und die unbezahlten Rechnungen ihm langsam den Hals abschn\u00fcren, soll der alte Herrensitz zum Verkauf stehen. Eine Katastrophe f\u00fcr alle.<\/p>\n<p>Flavia lenkt sich so kurz vor Ostern erstmal mit ihrem Fall ab. Der morbide Humor des M\u00e4dchens durchzieht hierbei die spannende Handlung, in der wiedermal der oder die M\u00f6rder das kleine Dorf unsicher machen.<\/p>\n<p><em>\u201eAb und zu h\u00e4tte ich meine mumifizierten Vorfahren gern ans Licht geholt und mir in Ruhe angeschaut \u2013 nicht nur, um sie mit den d\u00fcsteren Portr\u00e4ts in Buckshaws Ahnengalerie zu vergleichen, sondern auch, weil mir der Anblick von Leichen immer wieder Vergn\u00fcgen bereitet.\u201c <\/em><\/p>\n<p>Als der Botaniker und Pflanzenarch\u00e4ologe Adam Sowerby, der bei der geplanten Exhumierung anwesend ist, Flavia von einem besonderen Stein erz\u00e4hlt, beginnen ihre grauen Zellen zu arbeiten. Der Heilige wurde vor Jahrhunderten nicht nur mit seinen religi\u00f6sen Insignien begraben, sondern auch mit \u201e<em>Luzifers Herz\u201c<\/em>, einem Diamanten. Fraglich nur, warum der Richter Ridley-Smith daran so interessiert ist und wieso die \u00fcbergewichtige Miss Tanty, die eindeutig in den ermordeten Organisten verliebt war, sich so bei Flavia einschmeichelt.<br \/>\nR\u00e4tsel \u00fcber R\u00e4tsel, skurrile Figuren und eine herrlich agile Amateurdetektivin, die die Polizeibeamten jedesmal blass oder mit hochrotem Kopf dastehen l\u00e4sst, weil sie wiedermal etwas \u00fcbersehen oder nicht f\u00fcr wichtig genommen haben, bereichern Alan Bradleys aufregende Krimi-Reihe.<\/p>\n<p>Zum Ende jedoch bleibt der Leser verbl\u00fcfft zur\u00fcck, denn ein paar offene Fragen und der geschickt konstruierte Cliffhanger des Autors machen neugierig auf den sechsten Band!<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Alan Bradley: Flavia de Luce, Schlussakkord f\u00fcr einen Mord, Aus dem Englischen von Gerald Jung und Katharina Orga\u00df, Penhaligon Verlag, M\u00fcnchen 2013, 352 Seiten, \u20ac19,99, 978-3-7645-3099-0 \u201eMist! 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