Der neugierige Garten

Peter Brown: Der neugierige Garten, Bohem Press, Aus dem Amerikanischen von Nils Aulike, Zürich 2015, 14 Seiten, €13,95, 978-3-85581-543-2

„ Die meisten Gärten bleiben, wo sind sind. Aber dieser hier war nicht wie die meisten Gärten. Die endlose Eisenbahnstrecke vor sich, wagte sich der Garten voran. Er ging auf Entdeckungstour.“

Wildblumen und Pflanzen sprießen auf einer stillgelegten Hochbahntrasse in einer Stadt, in der alles nur noch grau in grau ist. Liam, ein kleiner Junge, entdeckt bei seinem Spaziergang, dass die Blumen eingehen. Schnell ist er mit der Gießkanne zur Stelle und schon beginnen die Stauden sich trotz Eisen und Holz auszudehnen. Urban Gardening ist wieder im Trend, aber das hat nichts mit Liam und seiner Lektüre als Vorbereitung auf den Frühling zutun. Stauden, Moose und Unkraute machen sich auf die Reise und schmücken alte Autos oder Häuser, bewachsen aber auch Straßenschilder oder Hydranten. Hier muss der kleine Gärtner Liam eingreifen und die Führung des Wachstums übernehmen. Aber nicht nur Liam findet Gefallen an seinem Garten, auch weitere Gärtner übernehmen die Verschönerungsarbeiten.

Wie viele Geschichten beginnt auch diese mit ganz kleinen Schritten. Ein paar Blümchen benötigen Wasser, Liam kümmert sich und findet eine Aufgabe fern der Erwachsenenwelt und ihren Vorschriften.
Den Lauf der Natur halten auch nicht die ergrauten Städte auf, denn aus den kleinen Pflänzchen werden Bäume und aus dem kleinen Gärtner ein erwachsener Mann.

Angeregt wurde die Geschichte dieses wundervollen Bilderbuches im wertvollen Vollleineneinband vom Schicksal eines alten Eisenbahnviaduktes in Manhattan. Hier hat die Natur nach der Stilllegung die Führung übernommen. Bäume, Wildblumen und Stauden schmücken die Industrieanlage und verzaubern diesen Ort mitten in der Stadt.

Mit Bildwitz erzählt der amerikanische Autor und Illustrator eine optimistische Geschichte ohne Sentimentalität oder Weltenferne. Das Begrünen stillgelegter Industrieanlagen ist nicht nur in Manhattan, Detroit, sondern auch an vielen weiteren Orten ein Trend. Der Natur ihren Lauf lassen, was kann es Schöneres geben?

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