Madame Butterfly

Benjamin Lacombe: Madame Butterfly, Frei nach der Oper „Madame Butterfly“ von Giacomo Puccini und „Madame Chrysamtheme“ von Pierre Loti, Verlagshaus Jacoby & Stuart, Berlin 2014, 74 Seiten, €39,90, 978-3-942787-22-2

„Dieser flatternde Schmetterling würde der meine sein, selbst auf die Gefahr hin, dass ich ihm die Flügel bräche!“

In starken roten und blauen Farbtönen erzählt der französische Künstler Benjamin Lacombe die tragische Geschichte der Geisha Madame Butterfly, die den amerikanischen Marineoffizier Benjamin Franklin Pinkerton heiratet. Pinkerton selbst berichtet von seinem „Spiel“ in Japan und dem Wissen, dass er sich in Amerika eine „richtige“ Frau nehmen würde. Doch Pinkerton ahnt bei aller Leichtigkeit seines Abenteuers, dass es tragisch enden könnte.

Butterfly erscheint in traditioneller japanischer Kleidung als puppengleiche, kindliche Figur, die durchaus zerbrechlich scheint und doch in allem was sie tut, sie selbst bleibt. Für Pinkerton ist die exotische Welt wie eine Spielzeuglandschaft, in der seine Porzellanpuppe das Zentrum bildet. Sie tritt zu Pinkertons Gott über, nimmt die Loslösung von ihrer Familie und die daraus resultierende Vereinsamung in Kauf und betont immer wieder den Ernst ihrer Verbindung.
Im Hintergrund könnte man beim Betrachten der fantastischen Bilder begleitet von den magischen Schmetterlingen, die in vielen Farbnuancen erscheinen, die gleichnamige Oper von Puccini hören, diese leidenschaftliche und doch so traurig klingende Musik.

Den harmonisch wirkenden Bildern in sanften beigen, gelben, orangen und roten Tönen folgen nun bedrohliche Kompositionen in dunklen Tönen und knalligem Rot. Vor einer Schneelandschaft wirkt das Blau der Schmetterlinge voller Romantik kalt, traumhaft und vor allem hoffnungslos. Starke Kontraste betonen die Künstlichkeit und das Gefangensein in Konventionen, die die Figur der Butterfly auszeichnen.

Pinkerton, von Beginn an seiner Schuld bewusst, verlässt seine schwangere Butterfly, die an ihn für immer gebunden seine Rückkehr erwartet. Alle Männer, auch die reichsten, lehnt sie ab.
Doch der treulose Pinkerton hat längst eine amerikanische Frau geheiratet und somit Butterfly entehrt. Er will nach drei Jahren Abwesenheit nun seinen Sohn holen. Butterfly sieht für sich nur einen Ausweg.

Das großformatige Buch „Madame Butterfly“ ist ein kleines Schmuckstück für jeden Liebhaber exzellent gefertigter Bilderbücher. Herausragend ist der zehn Meter lange Leporello auf der Rückseite der bebilderten Geschichte, der angelehnt an die traditionelle japanische Technik gestaltet ist.
Benjamin Lacombe zeichnet auf der Vorderseite mit Ölfarben und auf der Rückseite mit Tusche und Aquarell.
Einfach wundervoll!

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