Denn die Gier wird euch verderben

Åsa Larsson: Denn die Gier wird euch verderben, Aus dem Schwedischen von Gabriele Haefs, C. Bertelsmann Verlag, München 2012, 377 Seiten, €19,99, 978-3-570-10101-8

„Ach, verdammt. Ich glaube, ich hasse meinen Beruf.“

Kommissarin Anna-Maria Mella überkommt, gerade wenn auch Kinder bei Kriminalfällen im Spiel sind, dieser Gedanke bei den neuesten Ermittlungen und all dem Ärger, der folgt. Aber diesmal arbeitet sie nicht mit der Staatsanwältin Rebecka Martinsson zusammen, sondern mit dem von Ehrgeiz und Missgunst zerfressenen Carl von Post. Auch wenn Martinsson angeblich wegen Befangenheit nicht ermitteln darf und wutentbrannt ihren siebenwöchigen Resturlaub nimmt, löst sie letztendlich diesen Fall, denn sie weiß, Zufälle gibt es nicht.

Sol-Britt Uusitalos wird offenbar in wilder Leidenschaft von einem Psychopathen oder enttäuschten Liebhaber mit einer Heugabel bestialisch erstochen. Ihr Sohn kam vor ein paar Jahren bei einem Unfall mit Fahrerflucht ums Leben. Sol-Britts Vater wurde von einem Bären zerfleischt und auch seine Mutter verstarb 1915 in ihrem Klassenzimmer, sie war Lehrerin in Kiruna, hoch oben in Schweden, durch die Hand eines Mörders. Innerhalb einer Familie – so viele ungeklärte Todesfälle. Und dann ist da noch der siebenjährige Markus, der bei Sol-Britt nach dem Tod des Vaters aufwächst. Seine Mutter, die in Stockholm eine neue Familie gegründet hat, will nichts mit ihm zu tun haben. Was hat der Junge gesehen? Da auch ihm nach dem Leben getrachtet wird, war er Augenzeuge des Verbrechens. Aber Markus redet nicht. Er spielt lieber mit den Hunden vom Polizisten Krister Eriksson, der sich rührend und einfühlsam um den Jungen kümmert.
In Rückblenden mit kurzen sozialgeschichtlichen Exkursen erfährt der Leser, wie die tragische Familiengeschichte einst begann. Elina Petterson gelangt als blutjunge Lehrerin nach Kiruna, verliebt sich in den um Jahre älteren Bergwerksdirektor Hjalmar Lundbohm und bekommt ihren Sohn, den Hjalmar nicht wirklich anerkennt. Jahre später beginnen die sogenannten Unfälle.

Thematisch umrundet die schwedische Autorin Åsa Larsson die Gier der Menschen nach Reichtum, sexueller Befriedigung und schnellem Ruhm.

Lundbohm scheitert an seiner Gier nach dem großen Geld, der Mörder Elinas erhält seine Strafe für sein unmoralisches Verlangen nach der jungen Frau, allerdings nicht von der Justiz und Carl von Post muss kapitulieren, da die Unersättlichkeit nach der beruflichen Anerkennung, die ihm seiner Meinung zusteht, verstellt ihm den Blick auf seine wahren Aufgaben. Und so folgt ein Fehler dem anderen, denn die Gier wird allen, auch den Tätern, letztendlich zum Verhängnis.
Nur Rebecka Martinsson verfolgt unbeirrt ihre Spuren und gelangt letztendlich zum Schlüssel der gesamten Geschichte.

Keine Frage, dieser Krimi ist Spannung pur, voller lebensnaher Beobachtungen und Charakteren und unverstellter Realistik.

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